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Alter Stadtsaal

Gitarrengrößen aus aller Welt zu Gast

Brillante Solisten, ein Gipsy-Quartett, Fado und ein bisschen „Spliff“ im Angebot

Von 
zg
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Speyer. In Speyer kommen Fans großartiger Gitarrenmusik öfter mal auf ihre Kosten. Bei der 26. Ausgabe des Speyerer Gitarrensommers betreten Künstler von Weltrang die Bühne. Christian Straube kennt sie ja alle persönlich – fünf Konzerte finden vom 14. bis 18. September im Alten Stadtsaal statt.

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Los geht’s am Mittwoch, 14. September, um 20.30 Uhr mit Ralf Illenberger und seiner akustischen Gitarre: Seit über vier Jahrzehnten hat sich der gebürtige Stuttgarter in der Szene einen Namen als technisch brillanter und inspirierter Musiker, Komponist und Produzent gemacht. Stilistisch vielseitig – das Spektrum reicht vom Folk über den Blues bis zum Jazz – ist Illenberger in vielen Ländern zu Hause. Er war unter anderem für den Grammy und den Deutschen Schallplattenpreis nominiert. Musiziert hat er mit vielen namhaften Partnern und natürlich mit seiner Band „Circle“. Im vergangenen Jahrzehnt hat er mehrere Alben mit dem Gitarrenvirtuosen Peter Autschbach produziert. Illenberger, der in Speyer solo auftritt, schafft es spielerisch, die Zuhörer in die Traumwelten seiner Kunst zu entführen. Er ist ein Großmeister des Sounds.

Ralf Illenberger ist in Speyer mit einem Soloprogramm zu sehen. © Martin Moro

Illenberger wird am Donnerstag, 15. September, übrigens auch von 11 bis 14 Uhr einen Workshop anbieten. Die Teilnahmegebühr beträgt 60 Euro. Infos gibt’s im Netz.

Biréli Lagrène und Wawau Adler kommen mit ihrem Gipsy-Jazz-Quartett am Donnerstag, 15. September, ab 20.30 Uhr in den Alten Stadtsaal. Adler, der schon 2021 mit seinem Quartett beim Gitarrensommer in Speyer war, ist ein würdiger Nachfolger des legendären Django Reinhardt. Josef „Wawau“ Adler kam 1967 in Karlsruhe zur Welt und gab schon als 13-Jähriger Konzerte. Der 1966 im elsässischen Soufflenheim geborenen Sinto Biréli Lagrène ist der weltweit führende Gipsy-Jazz-Gitarrist. Beiden Musikern liegen rasante Läufe, mitreißende Swing-Rhythmen und ausgefeilte Soli im Blut, wobei Biréli Lagrène auch schon mal Nummern von Cyndi Lauper, Bob Marley oder Jimi Hendrix interpretiert. So viel Spaß muss schließlich sein, und Spaß ist garantiert, wenn sich diese beiden Größen des „Jazz Manouche“ begegnen.

Amaretto ist ein geiles Zeug

„Spliff“ – wer diesen Namen hört und noch weiß, was Neue Deutsche Welle heißt, hat ein Déjà-vu-Erlebnis, wenn er am Freitag, 16. September, ab 20.30 Uhr zur „Potsch Potschka Band“ in den Stadtsaal pilgert. Bernhard „Potsch“ Potschka, 1952 in Würzburg geboren, ist ein wahrhaftiges Urgestein der deutschen Rockszene. 1973 spielte er bei „Lokomotive Kreuzberg“ Politrock, rockte mit Nina Hagen und gründete 1980 mit Herwig Mitteregger und Manfred Praeker die Gruppe „Spliff“. Seit deren Auflösung hat sich Potschka unter anderem mit Flamenco und arabischer Musik beschäftigt und betreibt ein Studio in Berlin. Die Hits von „Spliff“ sind bei ihm keineswegs vergessen, wie auch jüngere CD-Produktionen beweisen. Seine Band besteht aus Wolfy Ziegler (b), Johannes Zeiss (dr) und Mischa Mang (voc). Kraftvoller Gitarrenrock und deutsche Texte, geboten von einem Altmeister des Genres, der sich treu geblieben ist! Wer an diesem Abend „tot im Seil“ hängen bleibt, ist selbst schuld und kann bestenfalls noch in der Küche einen Teller aufgewärmte „Carbonara“ verzehren.

Sehnsuchtvoll und traurig wird’s am Samstag, 17. September, ab 20.30 Uhr mit dem Trio Fado. Fado ist jene unnachahmliche, sehnsuchtsvoll-traurige Musik aus Portugal, die man am besten bei einem Glas schwerem Tinto aus dem Alentejo in einer dunklen Kneipe am Hafen irgendwo an der Atlantikküste hört. Aber das süße und melancholische Fado-Gefühl stellt sich auch im Alten Stadtsaal in Speyer ein, wenn mit Trio Fado aus Berlin eine der besten Formationen aus Deutschland die Bühne betritt. Das Trio besteht aus der in Portugal aufgewachsenen Sängerin Maria Carvalho, dem in Lissabon geborenen Gitarristen und Sänger António de Brito und dem Cellisten Benjamin Walbrodt, der aus Berlin stammt und in Dresden und St. Petersburg studierte. Warnhinweis: Dieses Konzert kann eine Urlaubsreise nach Portugal überflüssig machen.

In der Hitze des Tangos

Friedemann Wuttke und William Sabatier – da trifft am Sonntag, 18. September, ab 19 Uhr die klassische Gitarre auf eine Bandoneon Piazzolla Tango Sensation. Friedemann Wuttke besticht durch seine Vielseitigkeit und musikalische Bandbreite. Sein Schwerpunkt liegt in der klassischen Gitarrenmusik; seine Konzerttourneen haben ihn in viele Länder der Welt geführt. In Speyer greifen er und der 1974 in Frankreich geborene Bandoneonist William Sabatier die argentinische Musik auf, verkörpert durch das Tango-Genie Astor Piazzolla (1921-1992), dessen Tango-Nuevo-Kompositionen William Sabatier auf dem typischen Bandoneon auf das Trefflichste interpretiert. Die kühle Strenge des Tangos kann sich schnell in fast unerträgliche Hitze verwandeln. zg

Info: Der Kartenvorverkauf läuft im Spei’rer Buchladen, Telefon 06232/7 20 18. Tickets gibt’s auch im Kundenforum der Schwetzinger Zeitung am Schlossplatz.

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