Solidarität - Diakonissen- und St.-Vincentius-Krankenhaus melden Aufnahmen aus Nachbarland Hilfe für erste zwei Patienten aus Elsass

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Ankunftsort für die französischen Covid-19-Patienten: Der Helikopterlandeplatz des Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses ist Tag und Nacht nutzbar. © Diakonissen

Speyer. Die beiden Speyerer Krankenhäuser haben in der Nacht zum Samstag die ersten schwer an Covid-19 erkrankten Patienten aus dem Elsass aufgenommen. Sie wurden per Hubschrauber aus Colmar und Straßburg in die Intensivstationen von Diakonissen-Stiftungs- und St.-Vincentius-Krankenhaus gebracht.

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Ein 67-jähriger Mann, der schwer an Covid-19 erkrankt ist, wurde zur weiteren Behandlung und Beatmungsentwöhnung aus einer Klinik in Colmar ins St.-Vincentius-Krankenhaus verlegt. Ein Arzt von Hôpitaux Civils de Colmar hatte am Tag zuvor Kontakt mit der Intensivstation des Krankenhauses aufgenommen und um Hilfe gebeten.

Der Patient war bereits am 13. März von seinem Hausarzt wegen eines grippalen Infekts ins Krankenhaus eingewiesen worden, wo er sofort beatmet werden musste. Aufgrund der dramatischen medizinischen Situation im Elsass, das als Epizentrum der Pandemie in Frankreich gilt, wurde er nach Speyer ausgeflogen.

„Sein Kreislauf ist stabil“, berichtet Dr. Oliver Niederer, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, „dennoch gehen wir davon aus, dass die weitere Behandlung lange dauern wird, da die Lungenfunktion deutlich eingeschränkt ist.“

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Das Weaning-Zentrum Speyer, das bereits 2010 vom damaligen Chefarzt und jetzigem Medizinischen Fachberater der Stadt Speyer, Dr. Klaus-Peter Wresch, gegründet wurde, ist in die interdisziplinäre 14-Betten-Intensivstation des St.-Vincentius-Krankenhauses integriert. Sie wird seit Oktober 2019 von Niederer geleitet.

Ziel: Vom Respirator entwöhnen

Ziel des Weanings ist es, schwerstkranke Patienten mit Langzeitbeatmung vom Respirator zu entwöhnen. Dabei ist die Entwöhnung Bestandteil eines umfassenden Therapiekonzepts. Erfahrene Intensivmediziner, Lungenfachärzte und Schmerztherapeuten, Intensivpflegekräfte sowie Atmungstherapeuten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden arbeiten dabei eng zusammen.

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Um feststellen zu können, ob der Patient noch immer infektiös ist, wurde er bereits in der Nacht seiner Aufnahme erneut auf das Coronavirus getestet. Das Ergebnis wurde noch nicht bekanntgegeben.

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Ins Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus ist eine 62-jährige Frau aus dem Universitätsklinikum Straßburg verlegt worden. Sie wurde mit dem Hubschrauber des französischen Zivilschutzes nach Speyer gebracht, ihr Zustand sei stabil.

„Sie benötigt zum Überleben intensivmedizinische Betreuung und Beatmung, und unsere französischen Nachbarn haben ihre Kapazitätsgrenzen erreicht“, erklärt Diakonissen-Pressesprecherin Barbara Fresenius. Damit folge das Krankenhaus der Hilfsanfrage der rheinland-pfälzischen Landesregierung, das besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Elsass zu unterstützen.

Das Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus verfügt über 20 Beatmungsbetten, von denen gegenwärtig zwei mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Auch der Helikopter aus Colmar nutzte den Landeplatz des Diakonissen-Stiftungs-Krankenhauses. Im St.-Vincentius-Krankenhaus steht für Hubschrauber nur tagsüber eine Landemöglichkeit zur Verfügung, wie es in der Meldung heißt. ab/bfr