Konzert - Band Name Disaster stellen ihre erste CD im "Don Quichotte" vor Ihr kraftvoller Rock klingt nach Kalifornien

Von 
Werner Schilling
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Peter Beenken (v.l.), Matthias Dorer, Helen Herrmann, Christian Weiss und Schlagzeuger Jochen Gonsior im Hintergrund sind die "Band Name Disaster". Ihr Rock geht durch Mark und Bein.

© Venus

Speyer. Gepflegt Rockmusik zu machen, ist keine Frage des Alters, sondern des individuellen Könnens und des musikalischen Verständnisses untereinander innerhalb der Formation. Die vier Herren von Band Name Disaster (BND) haben alle schon eine dicke Vier vorne oder, wie etwa Drummer Jochen Gonsior, eine dünne Fünf. Die quicklebendige Frontfrau Helen Herrmann senkt den Altersdurchschnitt aber gewaltig. Die leicht rauchige Stimme der Rockröhre, die ihr Talent vom Papa Volker Föhr geerbt und in dessen Fomation "Pirates of Love" erste Lobeshymnen eingeheimst hatte, gibt den Eigenkompositionen von BND die besondere Note. Anzuhören ist die seit fünf Jahren bestehende und seit Sommer 2015 in der aktuellen Besetzung spielende Speyerer Band auf ihrer ersten CD "Volumen 1", die sie jetzt bei der Release-Party im "Don Quichotte" präsentierte.

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Dass sich die fünf Rocker gut verstehen und Spaß haben, das kommt beim Konzert in der proppenvollen Szenekneipe deutlich rüber, auch beim augenzwinkernden Ankündigen der ausschließlich englischsprachigen Titel. Nur in einem Fall klappte die Verständigung nicht so gut: Bei der Namensfindung, da alle zuvor schon in verschiedenen Bands gespielt hatten und mit eigenen Vorstellungen in diese neue Formation gingen. Das Suchen nach einem Bandnamen wurde zur Katastrophe, mündete kurzerhand im Band Name Disaster. Das was sie produzieren, ist aber alles andere als "katastrophal", eher phänomenal.

Songs über Liebe und Nostalgie

Als Rough-Pop bezeichnen sie ihre Musikrichtung, mit der sie ihre Songs über Liebe, Nostalgie oder Emotionen transportieren. Die meisten Stücke beginnen mit ein paar gefühlvollen Gitarrenakkorden von Perfektionist Christian Weiß oder Plektrenmonster Matthias Dorer, ehe die Post abgeht und der energiegeladene Rock Mark und Bein erreicht. Der "Schwanengesang der handmade Music mit echtem Schweiß", wie die Gruppe auf ihrer Homepage sinniert, treibt herzerfrischende Blüten, wie etwa die Glanznummern "Forgiveness", Cranky Nag" und "No Lovesong". Die oft kraftvoll nach Kalifornien, mal nach Liverpool oder Country klingenden Kompositionen und Songtexte bringen alle vier Herren mit ein, Sängerin Helen auch verschiedene Lyrics, beispielsweise bei "Between The Lines". Den einzigen Blues auf der CD "Smalltown Envy" schrieb Bassist Peter Beenken. Dieses Sahnestückchen hob BND als stimmungsvolle Schlussnummer auf.

Den Boden hierfür bereitete die Rockband mit einem ihrer wenigen Coversongs, dem von der Frontfrau astrein gesungenen AC/DC-Hit "Sin City", das vom Gitarren-Trio mit voller Power und von Drummer Gonsior kraftvoll rausgehauen wurde. Guten Anklang gefunden hatte zuvor schon die rockige Version des Nancy Sinatra-Hits "Bang Bang".