Ausstellung

Im Kontakt mit der Natur

Galerie im Musenhof zeigt zum Jahresausklang Anne Ludwigs Blick auf die Elemente

Von 
Nikolaus Meyer
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Die Speyerer Künstlerin Anne Ludwig mit Galerist Matthias Kowalke vor dem Hauptwerk „Erde - Feuer - Wasser - Luft“. © Meyer

Speyer. „Erde - Feuer - Wasser- Luft“ lautet der Titel einer Ausstellung, mit der die Altstadt-Galerie im Musenhof nach einer längeren Pause wieder an die Öffentlichkeit geht. Nach den vier Elementen benannt, ist die Werkschau auch Ausdruck einer gegenseitigen Wertschätzung der Speyerer Malerin Anne Ludwig und den Galeriebetreibern Matthias Kowalke und Ralph Siekmann. Anne Ludwig, die nach Einschätzung von Kowalke eine der erfolgreichsten Malerinnen der Region ist, hält der Galerie in der Neugasse 2 seit über zwei Jahrzehnten die Treue. Eröffnet wird die Kunstschau mit teils neuen Werken am Sonntag, 20. November, 11.30 Uhr. Bei der von Moritz Erbach am Flügel musikalisch begleiteten Vernissage spricht Kunsthistorikerin Mira Hofmann einführende Worte.

Begegnungen mit der Natur und den verschiedenen Erscheinungsformen der Elemente bestimmen mit hohem Wiedererkennungswert seit jeher Anne Ludwigs Œuvre. In der für sie typischen Farb- und Formgebung begegnen dem Besucher die vier Elemente keineswegs als zerstörerische Kräfte. Obwohl die Beschäftigung damit in Zeiten des Klimawandels auch künstlerisch an Bedeutung gewinnt, findet die kontinuierliche Auseinandersetzung der Malerin mit der Natur eher Ausdruck in Werken, welche die Schutzwürdigkeit von Eisbergen und wüstenartigen Regionen widerspiegeln. Erfahrungen dieser Art basieren auf Reisen, die Ludwig von den Eisbergen im Norden Europas bis in die Wüstenlandschaften des Orients führten.

Ins Hauptwerk der Ausstellung sind gleich alle vier Elemente eingeflossen, wobei Erde und Wasser in Form eines mächtigen Flusslaufes in einer wüstenartigen Landschaft die Komposition dominieren. Auf zwei Leinwänden und drei Holzstelen mit Acryl, Sand und Pigmenten gefertigt, unterstreicht die Machart den dreidimensionalen Charakter des 100 mal 150 Zentimeter großen Titelbildes.

Die Verletzlichkeit dargestellt

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In weiteren Motiven könnte die Arbeit „Wüstensand“ eine Anspielung auf die Verletzlichkeit der Natur sein, während das collagierte Werk „Herbstfeuer“ als Hommage an ihre gewaltigen Kräfte interpretiert werden kann.

Unter den Speyerer Motiven ragt die 100 mal 80 Zentimeter große und perspektivisch interessante Arbeit „Kaiserdom“ heraus. Vor einem dunklen Hintergrund kommt die in warmes Licht eingebettete Kathedrale mit ihrer erdverbundenen Farbigkeit besonders gut zur Geltung. Eher warnend weist die Malerin mit dem „Domwiesensee“ darauf hin, wie nah Schönheit und Bedrohung beieinander liegen. Das Bild entstand, nachdem das Hochwasser 2021 die Klipfelsau vorübergehend in ein Gewässer verwandelte.

Um das Element Wasser geht’s im weitesten Sinne auch bei der Bildskulptur „Adam und Eva“. Mit Acryl auf Holz so gemalt, wie die Natur sie geschaffen hat, fügt sich das erste Menschenpaar harmonisch in die Schau der Elemente ein. Die Künstlerin erklärt es so: „Der Mensch besteht zu 70 Prozent aus Wasser und ist somit Teil der Natur“. Ganz anders der stimmungsvolle „Sonnenaufgang am Rhein“, mit dem Ludwig in die heilende Stille von Mutter Natur einlädt. Galerist Matthias Kowalke ließ beim Pressegespräch anklingen, das die Altstadt-Galerie in der Kunstszene auch künftig präsent sein wolle, sich aber auf zwei Ausstellungen im Jahr beschränke.

Freier Autor 1993: Beginn journalistische Tätigkeit als freier Journalist und ständiger Mitarbeiter der Speyerer Tagespost. Nach Einstellung der traditionsreichen Zeitung am 31. Dezember 2002 verzugsloser Wechsel als ständiger Mitarbeiter zur Schwetzinger Zeitung. Verfasser mehrerer Sonderserien. Unter anderem: Chronik der Speyerer Luftfahrtgeschichte und 4-teilige Serie 40 Jahre Bundeswehrgarnison Speyer mit militär-historischem Rückblick. Ferner Reiseberichte Litauen und Lettland. Sonderseite Geschichte, Brand und Wiedereröffnung Anna Amalia Bibliothek Weimar. Exklusiv-Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie Ex-Staatspräsident Lech Walesa, Kaiserliche Hoheit Prinzessin Alix Napoleon, Schauspieler Mario Adorf, Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel, Weltschiedsrichter Markus Merk. Ungeachtet dessen bilden kommunale Ereignisse der Stadt Speyer den Schwerpunkt der Berichterstattung. Sonstiges: Autor des 2006 erschienenen Buches „Höhepunkte der Speyerer Stadtgeschichte in Versen, Texten und Bildern“.