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Feuerbachhaus

Innere Bildwelten nach außen gekehrt

Sonja Hermann sorgt für eine malerische Problembewältigung und lässt das Kulturprogramm weitergehen

Von 
Nikolaus Meyer
Lesedauer: 
Der Verein Feuerbachhaus zeigt bis zum 15. Oktober die Ausstellung „Avanti – Bildwelten“ mit Werken der Künstlerin Sonja Hermann. Hier ihr Bild „Ich“. © Venus

Speyer. Eine neue Ausstellung gibt es ab Freitag, 5. August, beim Verein Feuerbachhaus in den beiden Nebenräumen der Weinstube. Das ist nach Aussage von Vorstandsmitglied Hans-Georg Arnold beim Pressegespräch auch als deutliches Signal an die Öffentlichkeit zu verstehen, dass der Kulturbetrieb trotz des anstehenden Wechsels in der Führung der Weinstube zum Jahresende weitergeht. Eröffnet wird die Kunstschau in der Allerheiligenstraße 9 um 19 Uhr durch Arnold. Anschließend führt die Künstlerin Sonja Hermann persönlich in die Ausstellung ein.

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„Avanti – innere Bildwelten“ lautet der Titel der Präsentation, die nach Aussage von Hermann das Ergebnis einer inneren Retrospektive ist, ergänzt um offene, nach vorne gerichtete Blicke. Blicke auf herausfordernde Zeiten, deren Kern in den Bildern zum Ausdruck kommt. Dies gilt für Farbe und Form gleichermaßen. Wobei sich die teils fragilen Bildwelten nicht auf den ersten Blick erschließen. Vieles ist angedeutet, wirkt schemenhaft wie vorüberziehende Erinnerungen. Es liegt am Betrachter, sich auf Entdeckungsreise zu begeben, Kompositionen zu ergründen und daraus Schlüsse abzuleiten.

Eine konkrete Deutung ist kaum möglich. Schriften können oft nur vermutet werden, einzelne Begriffe sind ansatzweise erkennbar, Personen manchmal angedeutet. Es gibt jedoch auch Bilder, in denen sich sensible fragmentarische Elemente wie Linien, Flächen und Schriftzüge zu einem schlüssigen Ganzen zusammenfügen.

Nach Aussage der Künstlerin sind eigene Erkenntnisse und Erfahren eingeflossen, die sich überwiegend in Acryl und Mischtechnik auf der Leinwand widerspiegeln. Vor allem die letzten fünf Jahre haben ihren Niederschlag gefunden. Im 100 mal 60 Zentimeter großen Bild „Stitched“ beispielsweise blicken fragende Augen mit schwer definierbarem Ausdruck in den Raum.

Bei aller malerischer Problembewältigung, was auch in der Farbgebung zum Ausdruck kommt, dominiert der Wille, dass es irgendwie weitergehen muss. Nicht am Boden liegen bleiben, sondern wieder aufstehen und besseren Zeiten entgegenfliegen, lautet die Botschaft des 140 mal 100 Zentimeter messenden Werkes „Fly!“. Dass der Titel mit einem Ausrufezeichen versehen ist, unterstreicht die Message. Ein Hinweis auf die Selbstbestimmung stellt das Bild „Mein Körper gehört mir“ dar. Während der Schriftzug im ab-strakten Werk noch deutlich lesbar ist, lässt sich ein Körper nur erahnen.

Als unübersehbare Kritik an die Borniertheit von Personen und Gruppierungen springt dem Besucher das fragmentarische Werk „Brett vorm Kopf“ ins Auge. Der Kategorie Gefäßchirurgie ist das 2021 gemalte Werk „Avanti“ zuzuordnen. Da ist ein frisch operiertes Herz abgebildet. Trotz sichtbarer Klammern und Nähten lautet hier die Botschaft, nach vorne zu schauen. Ergänzt wird die 15-teilige Schau durch zwei Monotypien mit den Titeln „Maschinen 1“ und „2“, einem Landschaftsbild und den drei Speyerer Motiven Jacobspilger („Neue Wege“), Dom („Vertrauen“) und des Stelzenfisches auf dem Fischmarkt („Im Fluss“). Alle drei Speyerer Motive in der Größe 40 mal 30 Zentimeter sind in einem gewöhnungsbedürftigen dunklen Türkis gehalten.

Info: Geöffnet: Dienstag bis Freitag ab 16 Uhr. Samstags von 11 bis 14 und ab 17 Uhr. Sonntags von 11 bis 14 Uhr. Parkmöglichkeiten Parkhaus Heydenreichstraße.

Freier Autor 1993: Beginn journalistische Tätigkeit als freier Journalist und ständiger Mitarbeiter der Speyerer Tagespost. Nach Einstellung der traditionsreichen Zeitung am 31. Dezember 2002 verzugsloser Wechsel als ständiger Mitarbeiter zur Schwetzinger Zeitung. Verfasser mehrerer Sonderserien. Unter anderem: Chronik der Speyerer Luftfahrtgeschichte und 4-teilige Serie 40 Jahre Bundeswehrgarnison Speyer mit militär-historischem Rückblick. Ferner Reiseberichte Litauen und Lettland. Sonderseite Geschichte, Brand und Wiedereröffnung Anna Amalia Bibliothek Weimar. Exklusiv-Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie Ex-Staatspräsident Lech Walesa, Kaiserliche Hoheit Prinzessin Alix Napoleon, Schauspieler Mario Adorf, Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel, Weltschiedsrichter Markus Merk. Ungeachtet dessen bilden kommunale Ereignisse der Stadt Speyer den Schwerpunkt der Berichterstattung. Sonstiges: Autor des 2006 erschienenen Buches „Höhepunkte der Speyerer Stadtgeschichte in Versen, Texten und Bildern“.

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