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Dom

Internationale Musiktage in Speyer mit Bachs geistlicher Kantate eröffnet

Die Internationalen Musiktage Dom zu Speyer haben eine zweiwöchige Konzertreihe eröffnet, die durch Musik vor allem von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Heinrich Schütz kulturelle mit sakralen Inhalten verknüpft wird.

Von 
Uwe Rauschelbach
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Die Internationalen Dommusiktage wurden mit dem Konzert „Gloria in Excelsis Deo“ eröffnet. Domkantor Joachim Weller führt hier fest den Taktstock für den Chor und die Musiker. © Bistum/Landry

Speyer. Gott zu loben und zu danken – das ist das Amt des Gläubigen. Die Internationalen Musiktage Dom zu Speyer haben in Anlehnung an diese christliche Praxis eine zweiwöchige Konzertreihe eröffnet, die durch Musik vor allem von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Heinrich Schütz kulturelle mit sakralen Inhalten verknüpft.

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Bachs geistliche Kantate „Wir danken dir, Gott, wir danken dir“ – sie war 1731 auch für die Leipziger Ratswahl in Gebrauch – erfüllte den Dom mit dem Jubel aus einsatzbereiten Kehlen: Der Mädchenchor am Dom zu Speyer und die Speyerer Domsingknaben folgten dem Dirigat von Domkantor Joachim Weller mit hellwachen und kräftigen Stimmen, die sich zugleich in andächtiger Manier zurückzunehmen wussten.

Chorgesang und Instrumentalbegleitung fanden freilich nicht ad hoc zueinander. In der halligen Akustik des Speyerer Doms wirkten filigrane Kontrapunktik und rhythmische Faktur zunächst etwas wacklig und schwammig; gleichwohl sorgte die Churpfälzische Hofcapelle mit Pauken und Trompeten für einen feierlich-strahlenden Klang und ließ sich auch das virtuose Orgelsolo in der einleitenden Sinfonia dieser Kantate nachverfolgen.

Domkantor Weller legte ein insgesamt moderates Tempo zugrunde, das der problematischen Akustik im Dom weitgehend Rechnung trug. So konnten sich auch die Vokalsolisten entfalten, darunter Daniel Schreiber, dessen Tenorarie „Halleluja, Stärke und Macht“ sich durch helle Stimmfärbung und klare Artikulation auszeichnete. Anna Feith verlieh ihrer Sopran-Arie „Gedenk an uns“ in glitzernd-schwebenden Registern überaus innigen Ausdruck, der sich der spirituellen Semantik verpflichtet wusste. Franz Vitzthum ließ einen wohlklingenden Altus hören, etwa in der Arie „Halleluja, Stärke und Macht“.

Ausgezeichnete Vokalsolisten

Sopranistin Julie Grutzka und Bassist Michael Marz, der sich ansonsten in den Diensten des Chors stellte, komplettierten das ausgezeichnete Vokalsolisten-Quintett. Ihre Arien erhielten durch die Instrumentalisten der Churpfälzischen Hofcapelle solistisches Geleit, etwa durch die Geige, das Cello, die Oboe oder die Trompete.

Die zweite Bach-Kantate „Lobe den Herren, den mächtigen König“ wirkte im Dom hernach geschlossener und straffer. Der Cantus Firmus im Chor setzte sich gegen Paukenschläge und Trompetenfanfaren durch. Der Choral „Lobe den Herren“ wurde am Ende von Mädchenchor und Domsingknaben als unmissverständliche Bestätigung formuliert. „Seele, vergiss es ja nicht“: Wie könnte sie – nach dieser Demonstration musikalischer Glaubensstärke?

Im Mittelpunkt dieses Eröffnungskonzerts stand Antonio Vivaldis „Gloria“, das von Joachim Weller in federnd-straffem Tempo angelegt wurde und sich dank seiner kompakten Klangverhältnisse trefflich in die akustischen Verhältnisse fügte.

Dazu beeindruckte der Chor mit feinen dynamischen Abstufungen und sorgfältiger Prägnanz in polyphonen Passagen. Dank der sensiblen Begleitung durch die Hofcapelle ließ sich der Gesamtklang als ebenso strahlend wie leicht und geradezu transparent empfinden. Chorsänger und Vokalsolisten ließen es obendrein nicht an empfindsamem Ausdruck missen, der dem geistlichen Duktus dieser Musik angemessen war.

Ein feierlicher Auftakt der Musiktage, die in der Domkrypta, der katholischen Kirche Sankt Joseph wie in der Speyerer Klosterkirche Sankt Magdalena zusätzlich über Aufführungsorte verfügen, an denen musikalische Glaubensmanifestationen ungehindert wirken können.

Außerdem gibt es einen doppelten Geburtstag zu feiern: Der Titularorganist an St. Sulpice in Paris, Daniel Roth, gibt am Freitag, 30. September, an der großen Domorgel ein Konzert aus Anlass seines 80. wie des 200. Geburtstags des spätromantischen Komponisten César Franck.

Redaktion Zuständig für Lokales in Lampertheim (Kommunalpolitik, Kultur), Mitarbeit im Kulturressort des Mannheimer Morgen (Musikkritik, CD- und Bücher-Rezensionen).

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