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Flugplatz - Roland Kern hat die schwarze Null geschafft – und mehr

Kommunikator und Schaffer

Von 
Jürgen Gruler
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Flugplatz-Geschäftsführer Roland Kern (v.l.) bei der Verabschiedung. Hier mit Ge-sellschafter Jürgen B. Harder und seiner Frau Franziska van Almsick. © Gruler

Speyer. Bei Roland Kern weiß man ja nie. Schon zweimal wurde er verabschiedet, als städtischer Beigeordneter und als Flugplatzchef. In beiden Fällen zitierte er aus Paulchen Panthers Schlusslied: „Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder – keine Frage!“ Aber jetzt mit 69 dürfte nun bei der Betreibergesellschaft des Flugplatzes Speyer-Ludwigshafen (FSL) wirklich Schluss sein. Am Mittwochabend wurde er im Hangar verabschiedet – 70 Wegbegleiter waren unter 2G dabei. „Ich habe 2012, als ich als Geschäftsführer zurückgekehrt bin, gesagt, dass ich das Defizit beseitigen will und ein Restaurant baue. Wir schreiben erstmals eine schwarze Null und das Restaurant ist wohl im März fertig“, sagt er zum Abschied unter großem Applaus.

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Dementsprechend herzlich waren die Abschiedsworte. Jürgen Vogel von der IHK, der dem Aufsichtsrat vorsteht, erinnerte an 2012, als der damalige FSL-Geschäftsführer schwer erkrankt war und der Flugplatz finanziell am Boden gelegen habe. Zudem war in der Stadt eine schwere Kontroverse entbrannt und obwohl mit der Landebahn-Erweiterung die inzwischen beste Infrastruktur in der Rhein-Neckar-Region zur Verfügung stand, seien keine neuen Kunden aus der Geschäftsfliegerei nach Speyer gekommen.

Gerade an der Transparenz und der kommunikativen Stärke von Roland Kern habe es gelegen, dass heute die Akzeptanz in der Stadt und im Umland groß sei. Da hakte auch Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler ein, im Wahlkampf eine entschiedene Gegnerin des Flugplatzes. „Ich kann es heute gar nicht mehr nachvollziehen, warum wir damals nicht schon offen für alle Argumente gewesen sind“, gab sie unumwunden zu. Die politische und bürgerschaftliche Diskussion sei nicht einfach gewesen und sie sei beeindruckt gewesen, wie transparent Kern bei der Sondersitzung der Gemeinderats 2019 Vorschläge zur Lärmreduzierung gemacht habe. Kern habe verschiedene Finanzierungssäulen für den Flugplatz aufgebaut, auf die man nun bauen könne. Seiler erinnerte auch an Kerns Engagement für die Städtepartnerschaft mit Kursk.

In der Laudatio von Dr. Rüdiger Beyer erzählte der von der Schicksalsgemeinschaft der Stadt und der IHK hier am Flugplatz. Kern habe damals die Entschuldung der FSL vorangetrieben, das erste Ausbaukonzept vorgelegt unddas bald kommende GPS-gestützte Anflugverfahren sei seiner Hartnäckigkeit zu verdanken, so Beyer. Den Zwischen-Geschäftsführern habe die Kenntnis des speziellen Speyerer Milieus gefehlt, „das hat den Unterschied gemacht“ – und Kerns Fachkenntnis, der eben selbst Pilot sei.

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Kern erinnerte sich an die schwierige Situation, als die Flugzeugwerke geschlossen werden sollten und den Flugplatzbetrieb sofort einstellen wollten. Da sei die Idee zum Kauf entstanden. Er habe immer das Gespräch gesucht, auch mit Flugplatzgegnern und er habe immer seine Pläne kommuniziert, das habe zur Versachlichung der Diskussion beigetragen.

Chefredaktion Jürgen Gruler ist Chefredakteur der Schwetzinger Zeitung.

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