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Musikfest - Ensemble Colourage hat einen Sonderstatus beim Musikfest der Staatsphilharmonie

Liebeserklärung an die Musik beim Konzert des Ensembles Colourage in Speyer

Von 
Uwe Rauschelbach
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Mal was ganz anderes bei einem klassischen Musikfestival: Das neu gegründete Ensemble Colourage spielt in Speyer und bewegt sich dabei stilistisch zwischen europäischer Klassik und Musiktraditionen des Nahen Ostens. © Venus

Speyer. Dass Musik Menschen mit unterschiedlichen Herkünften verbindet, mag eine abgenutzte Floskel sein. Doch sie wird eben auch fortwährend bestätigt. Wie beim Konzert des Ensembles Colourage beim Musikfest in Speyer. Auf der Bühne spielen Mitglieder der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz mit Studenten und Absolventen des Studiengangs Weltmusik an der Mannheimer Popakademie.

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Das Projekt mit der Orientalischen Musikakademie Mannheim (OMM) genießt im Programm der Staatsphilharmonie bei ihrem Gastaufenthalt in Speyer denn auch einen Sonderstatus. Türkische, arabische, westafrikanische und indische Folklore gehen im Ensembleklang eine exotische Verbindung mit Pop, Klassik und Neuer Musik abendländischer Prägung ein. Improvisationen inbegriffen.

Tayfun Ates, Simon Bernstein und Santino Scavelli (alle Perkussion), Hesham Hamra (Oud), Baris Kadem (Baglama, wie die Oud eine Laute), Jochen Keller (Trompete), Laila Mahmoud (Kanun), Hanna Mangold (Flöte) sowie Inga und Jefferson Schoepflin (beide Violine) sind in diesem Dezett Individualisten mit einem sensiblem Gehör für die Feinheiten im Zusammenspiel. Die häufig von suggestiven und sich scheinbar selbst perpetuierenden Rhythmen unterlegten Stücke mit ihren epischen Verläufen sind stark geprägt von lyrischem Empfinden. Im Gesang Laila Mahmouds, die mit dem Kanun eine orientalische Zither spielt, wird eine zerbrechlich wirkende Filigranität spürbar.

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Gelegentlich streuen die Philharmoniker im Ensemble klassische Zitate ein. Flötistin Hanna Mangold bringt auf diese Weise das Kopfmotiv aus Mozarts großer g-Moll-Symphonie unter, Trompeter Jochen Keller das Thema des zweiten Satzes aus Brahms’ dritter Symphonie. Spaß ist in allem ernsthaften Bemühen um Verständigung durchaus eine wichtige Kategorie; zwischendurch sorgen Trillerpfeife und Melodica für überraschende parodistische Momente.

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Im sanft dahin fließenden Strom dieser Musik, der hin und wieder von ekstatisch-perkussiven Einwürfen aufgeschäumt wird, erzeugen die unterschiedlichen Ästhetiken orientalischer und okzidentaler Provenienz interessante Kontrastwirkungen. Gelegentlich scheint der wechselseitige Einfluss auch eine neuartige künstlerische Sprache auszubilden. Stilistische Festlegungen werden spätestens dann unterlaufen, wenn sich selbst das Pausieren von Instrumenten noch als schöpferischer Akt wahrnehmen lässt.

Alle Ensemblemitglieder treten nach und nach an den Bühnenrand und erläutern kurz, was ihnen als Künstler wichtig ist. Es sind Liebeserklärungen an die Musik, die sie mit ihrem Spiel sogleich in faszinierende Klänge umsetzen.

Redaktion Zuständig für Lokales in Lampertheim (Kommunalpolitik, Kultur), Mitarbeit im Kulturressort des Mannheimer Morgen (Musikkritik, CD- und Bücher-Rezensionen).

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