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Netzwerkkonferenz - 100 Fachkräfte im Austausch über Kindeswohl und Kindergesundheit

Mit Mitspracherecht im Kampf gegen Gewalt

Von 
zg
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Speyer. Die zwölfte Konferenz des Speyerer Netzwerks Kindeswohl-Kindergesundheit hat sich mit unterschiedlichen Aspekten präventiver Angebote und Maßnahmen im Umgang mit sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen befasst.

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An der Konferenz nahmen 100 Fachkräfte aus mehr als 20 Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe, der Gesundheitshilfe, Beratungsstellen, Polizei, Jobcenter, zahlreichen Kitas und Schulen teil. Der Hauptvortrag von Lena Ehlers, Sozialpädagogin und Mitglied im Fachstellenrat der BKSF – Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend mit Sitz in Berlin – verdeutlichte die Bedeutung präventiver Maßnahmen, um Kinder und Jugendliche zu stärken und zu schützen.

Daneben sei es ein wichtiger gesellschaftlicher Auftrag, die Strafverfolgung sexualisierter Gewalttaten auszubauen: Übergriffiges Verhalten werde von den meist männlichen Tätern aus dem sozialen Nahraum der Kinder und Jugendlichen ausgeübt und gehe der sexualisierten Gewalt zumeist voraus. Sexualität wird dabei gezielt als Instrument zur Machtausübung eingesetzt.

Durch das erstmals gewählte digitale Format war die hohe Beteiligung von Fachkräften möglich. Themen waren: Beratung durch eine erfahrene Fachkraft und Fragen der Kindeswohlgefährdung, Umgang mit sexualisierter Gewalt im U4-Bereich, sexuelle Grenzverletzungen unter Kindern, Prävention im Alltag mit Kindern zwischen drei und sieben Jahren, Präventionsangebote für Zehn bis Zwölfjährige, Präventionsarbeit mit zehn- bis 14-jährigen Jungen, Schutzkultur und Haltungsentwicklung, Sexting und Cybergrooming. Beteiligt waren Mitarbeiterinnen der städtischen Familienbildung und Jugendförderung sowie des Caritas-Kinderschutzdienstesund des Frauen- und Mädchennotrufs Speyer.

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Alarmierender Anstieg der Fallzahl

Bürgermeisterin Monika Kabs verdeutlichte in ihrer Begrüßungsrede die Bedeutung des Themas mit erschreckenden Zahlen aus dem Jahresbericht 2020 des BKS und des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Missbrauchs (UBSKM) Johannes-Wilhelm Rörig: Im vergangenen Jahr gab es einen Anstieg von fast sieben Prozent auf 14 500 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch zusätzlich zu 18 761 Fällen von Missbrauchsabbildungen: ein Anstieg von 53 Prozent im Bereich Kinderpornographie.

Es wird ein großes Dunkelfeld vermutet und es ist davon auszugehen, dass es in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder gibt, die sexueller Gewalt ausgesetzt sind oder waren. Rein rechnerisch werden täglich in Deutschland 46 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht. Die Täter, überwiegend Männer, aber auch Frauen, kommen meist aus dem sozialen Umfeld der Kinder und Jugendlichen. Zwei neue Gesetze sollen dem entgegenwirken: das Kinder- und Medienschutzgesetz und das Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder mit Auswirkungen auf strafrechtliche und familiengerichtliche Vorschriften und die Qualifikation von Berufsgruppen.

Bereits im Vorfeld der Netzwerkkonferenz, die die Koordinatorin im Jugendamt der Stadt Speyer, Andrea Schmitzer, konzipiert und moderiert hatte, fanden Fachgespräche mit Vertretern der Polizei und verschiedenen Akteuren des Netzwerks sowie mit Schulen und Bildungseinrichtungen statt. Maßnahmen der Qualitätssicherung wie Schutzkonzepterstellung und Fortbildungen hatte das Jugendamt durchgeführt.

Der Jugendstadtrat war der Einladung gefolgt, aus seiner Sicht ein Statement abzugeben. Die Vorsitzende des Jugendstadtrats, Henrike Misske, beeindruckte die Teilnehmenden durch die präzisen und deutlichen Appelle und verdeutlichte die Relevanz der Beteiligung der vom Thema betroffenen Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen.

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So regte die Netzwerkkonferenz an, die Strukturen und die Kompetenzen derjenigen, ob Fachkräfte oder freiwillige Kräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, lernen oder spielen, auszubauen und zu fördern. zg

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