Deutsche Staatsphilharmonie - Zehn Konzerte in der ersten Juliwoche geplant Musikfest im Kleinformat

Von 
Werner Schilling
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Blick zurück: Zum Abschluss des Musikfest 2019 spielt das Orchester Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Michael Francis in der Gedächtniskirche Speyer einige Stücke von Mozart, Debussy und Haydn. © Venus

Speyer. Es wird ein Musikfest der besonderen Art: Für die siebte Auflage ihrer Sommerresidenz in Speyer hat Covid-19 der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und ihrem ursprünglich geplanten Programm einen Strich durch die Notenblätter gemacht. Aber Intendant Beat Fehlmann ist für seine Hartnäckigkeit belohnt worden. Er hat ein die Corona-Beschränkungen berücksichtigendes Programm erarbeitet und lädt Musikfreunde von Mittwoch bis Sonntag, 1. bis 5. Juli, zu einer erlebenswerten Entdeckungsreise und zehn Konzerten mit „wundervoller Musik“ ein. Diese erklingt an drei Spielstätten: in der Gedächtniskirche, der Dreifaltigkeitskirche und in der Stadthalle.

Anmeldepflicht

Die Sitzplätze für das Musikfest sind limitiert. Interessenten können sich ausschließlich über das eigens eingerichtete Reservierungsportal unter www.staatsphilharmoniker.de/reservierung oder telefonisch unter 0621/5 99 09 29 anmelden.

Der Einlass erfolgt ausschließlich nach Vorlage einer Reservierungsbestätigung. Alle Konzerte sind kostenfrei. Am Ausgang wird es jeweils eine Spendenmöglichkeit zur Deckung der Kosten geben. ws

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Mit den Starpianisten Joseph Moog und Sofja Gülbadamova sowie Sopranistin Katharina Rückgaber konnten erstklassige Gäste gewonnen werden. Bürgermeisterin Monika Kabs ist nicht nur Intendant Fehlmann überaus dankbar, dass er zum Abschluss der 100. Spielzeit der Staatsphilharmonie den Speyerern diese Leckerbissen serviert. Sie dankt auch ausdrücklich Dekan Markus Jäckle für die Bereitstellung der Gedächtniskirche, die laut Kulturfachbereichsleiter Dr. Matthias Nowack mehr Besuchern Platz bietet als der Dom, und Pfarrerin Christine Gölzer fürs Überlassen der Dreifaltigkeitskirche. Da in allen Spielstätten nur zwischen 65 und 95 Gäste zugelassen sein werden, wird das Orchester das Eröffnungs- und das Schlusskonzert in der Gedächtniskirche zweimal präsentieren.

Wie wichtig dem beliebten Ensemble das Musikfest in der Domstadt ist, unterstreicht die Tatsache, dass Chefdirigent Michael Francis trotz aller Umstände von Großbritannien nach Deutschland reist, um diese vier Konzerte selbst zu leiten. Neben Tschaikowskys Serenade für Streicher C-Dur, op. 48 hat Francis Benjamin Brittens Variationen über ein Thema von Frank Bridge, op.10 für das Auftaktkonzert am 1. Juli, 18.30 und 20.30 Uhr, ausgewählt.

Hommage an Beethoven

Beim Abschlusskonzert am 5. Juli, 17 und 19 Uhr, erwartet die Musikfreunde ein rhythmusgeladenes Programm. Mit Komponisten wie Bohuslav Martinu, Arturo Marquez und Aaron Copland steht die Lebensfreude im Vordergrund.

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Zwischen Eröffnungs- und Schlusskonzert präsentieren Ensembles der Staatsphilharmonie facettenreiche Kammermusik. Ein Höhepunkt dabei dürfte der Donnerstag, 2. Juli, 19.30 Uhr, in der Dreifaltigkeitskirche sein, wenn Pianistin Sofja Gülbadamova Ernst von Dohnànyis Klavierquartett fis-Moll interpretiert sowie Daniel Kroh (Violine), Karoline Markert (Viola), Florian Barak (Violoncello), Julius Kircher (Klarinette) und Andreas Becker (Horn) das Sextett in C-Dur, op. 37 des gleichen Komponisten spielen.

Für die musikalische Lesung und die Kinderkonzerte ist Matthias Folz vom Kinder- und Jugendtheater Speyer federführend. Da der 250. Geburtstag Beethovens Thema des ursprünglich geplanten Musikfestes war, füllt Folz nun die durch Corona entstandene Lücke mit der Inszenierung des musikalischen Theaterstücks „Mein neuer Nachbar, Beethoven“. Am zweiten Tag bietet er mit dem gelesenen Briefwechsel um Beethvovens Liebe zu Bettine Brentano Einblick in das Leben des großen Komponisten.

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Nachdem Speyer seit dem Lockdown am 13. März kulturelle Veranstaltungen ausschließlich in digitaler Form präsentieren konnte, ist das Musikfest die erste Gelegenheit, Konzerte wieder live zu erleben. „Darauf freuen sich viele Menschen in dieser Stadt“, ist Kulturbürgermeisterin Monika Kabs überzeugt. Konzerte dieser Art sind vorerst nur in großen Kirchenräumen und in der Stadthalle möglich, aber es ist ein vielversprechender Wiedereinstieg in das kulturelle Leben.