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Computertreff

Nie zu alt für diese digitale Welt

Senioren können ihr Gerät einfach zur Sprechstunde mitbringen

Von 
Susanne Kühner
Lesedauer: 
Das Seniorenbüro der Stadt bietet einen Digitaltreff für ältere Erwachsene (F@airnet) an, bei dem Senioren einen unbefangenen Zugang zu neuen Medien erlernen können. Sandra Selg (r.) ist gibt gerne den einen oder anderen Tipp. Seniorenbüroleiterin Constanze Konder und Herbert Gundel sprechen mit ihr über die Strategie. © Venus

Speyer. Herbert Gundel ist einer der Gründungsväter des Computertreffs unter dem Schirm des Speyerer Seniorenbüros. Vor 20 Jahren wurde dieser ins Leben gerufen. Mit 84 ist Gundel immer noch im Team dabei. Die Fragestellungen haben sich dem Fortschritt der Technik angepasst.

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Originär mit Computern zu tun hatte Gundel nicht. „Ich war Maschinenbauer“, erzählt er. Aber: „Ich hatte schon 1991 den ersten PC zu Hause.“ Ein Riesending sei das gewesen. Kein Vergleich zu den heutigen, die dagegen Miniaturen seien. Die älteste digitale Institution in Speyer hat der aktive Senior aufbauen geholfen.

„Damals hatte daheim noch niemand Internet“, macht Dirk Humborg klar. 2015 stieg er ins Geschehen beim Computertreff, der heute den Zusatz F@irNet trägt, ein. Sein Segment hat der Domstädter gesucht und es in der Einrichtung einer Computersprechstunde gefunden. Bis heute findet sie jeden Dienstag von 10 bis 11.30 Uhr statt.

„Die jüngere Generation kauft sich ein elektronisches Gerät mit dem Hintergedanken, was sie alles damit machen will. Die Älteren haben diese Vorstellungen nicht“, weist Humborg auf das fehlende Basiswissen hin. Genau dort möchten er und seine Mitstreiter den Hebel ansetzen. Ein Helfer ist seit 2017 Gérard Ribiro. Er hat sogar die Fortbildung zum Digitalbotschafter gemacht. „Ich gehe auch zu den Leuten nach Hause, wenn ein Problem auftaucht“, erklärt er den Unterschied zur Sprechstunde, in die die Senioren mit Smartphone, Tablet oder Laptop kommen können. Wlan-Verbindungen herstellen oder Druckerprobleme lösen – das funktioniert im Seniorenbüro nicht.

Sehr tief in der Materie drin sind Humborg und Ribiro. Der eine war Dozent für Automatisierungstechnik, der andere Leiter der IT in drei Kliniken. „Als ich in die erste Klinik kam, gab es gerade mal drei Computerterminals. Als ich ging, waren dort über 1000 PC“, sagt Ribiro. Gemerkt hat er, wie sich die ältere Generation mit der neuen Technologie schwer tut. „Ich habe gesagt: Ihnen möchte ich helfen.“

Wie Humborg möchte er sein Wissen weitergeben und das von der Pike auf. Da geht es um Bit und Bite, um verschiedene Zoll-Bildschirme, um Speicherkapazitäten, Bildbearbeitungsprogramme oder das Zeitungslesen online. „Ich biete auch Tablet-Kurse an, wenn eine Teilnehmerzahl von vier Personen erreicht ist.“

Die Beigeordnete der Stadt Speyer, Sandra Selg (SWG), hat sich vor Ort die Arbeit des F@irNet-Teams angeschaut. „Ich möchte, dass dieses tolle Angebot noch mehr in der Breite bekannt wird“, formuliert sie ihr Anliegen als zuständige Dezernentin für Digitalisierung. Gleichzeitig wirbt sie gemeinsam mit den Männern vor Ort für weitere Mitstreiter. Die Nachfrage ist nämlich in der Vergangenheit stets groß gewesen – zumindest bevor die Pandemie einkehrte.

„Die Resonant war immer sehr ordentlich, allerdings muss unsere Sprechstunde wieder neu belebt werden, da die Türen wegen des Lockdowns lange geschlossen bleiben mussten“, unterstreicht Humborg. Umso mehr freut ihn Selgs Besuch. Die Beigeordnete lobt die Zuverlässigkeit, mit der die Herren ihre „Arbeit“ ausüben. Sie motivieren die Senioren dazu, sich an die neue Technik heranzuwagen, getreu dem selbst kreierten Motto: „Aktiv leben: Nie zu alt für unsere digitale Welt.“

Info: Infos zum Computertreff und den Sprechstunden gibt es im Seniorenbüro Speyer, Telefon 06232/14 26 61.

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