Pandemie - Vergangene Woche wurden 488 Personen in Speyer zum zweiten Mal geimpft / Bisher keine gravierenden Nebenwirkungen bekannt Seiler appelliert an Vernunft der Bürger

Von 
Nikolaus Meyer
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Impfung gegen das Coronavirus: Im Foyer und im kleinen Saal der Stadthalle können bis zu 400 Dosen pro Tag verabreicht werden. Doch dafür muss erst mal genügend Impfstoff vorhanden sein, derzeit ist das nicht der Fall. © Venus

Speyer. Bei der mittlerweile vierten wöchentlich jeweils am Freitag im Stadtratssitzungssaal durchgeführten Pressekonferenz zur Infektionslage in Speyer herrschte vorsichtiger Optimismus. Zu verdanken ist dies nach Einschätzung von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler vor allem dem disziplinierten Verhalten der Speyerer Bevölkerung, die sich allen Einschränkungen zum Trotz weitgehend an die von Bund, Land und Kommune verordneten Regelungen halte.

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Mit einem Inzidenzwert von 33,6 hat Speyer den positiven Trend der vergangenen Tage und Wochen fortgesetzt, wobei der Begriff positiv in dem Fall auch positiv zu werten ist. Immerhin gehörte Speyer noch im Dezember mit einem Inzidenzwert von über 500 zu den Hotspots in Deutschland. Stand 5. Februar liegt die Stadt auch unter dem vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Bundesdurchschnitt von 79,9 Prozent. Im Rheinpfalz-Kreis wurden am Freitag 58,2 Prozent registriert.

Mit dem Hinweis, dass es sich beim Rückgang der Fallzahlen nur um eine Momentaufnahme handle, appelliert die Stadtchefin an die Vernunft der Bürger, die bisherige Disziplin weiter zu wahren, damit man künftig wieder verstärkt am gesellschaftlichen Leben partizipieren könne.

Seiler macht aber auch deutlich, dass beispielsweise Geschäfte und Restaurants bis auf Weiteres geschlossen bleiben, was teilweise auch davon abhänge, was im Zuge der künftigen Entwicklung sukzessive aus Berlin und Mainz vorgegeben werde. Fest stehe, dass das Tragen der Gesichtsmaske im Innenstadtbereich weiter verpflichtend bleibe, schloss Seiler.

Fehlende Dosen für ersten Stich

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Mit relativ guten Nachrichten konnte Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Peter Eymann aufwarten. Demnach konnten im letzten Wochenzeitraum (Donnerstag bis Donnerstag) 488 Personen in Speyer geimpft werden. Dabei handelte es sich ausschließlich um Zweitimpfungen. Während 195 Impfungen durch das mobile Impfteam des DRK-Kreisverbandes Speyer in Alten- und Pflegeheimen vorgenommen wurden, erfolgten 293 Impfungen direkt im Impfzentrum der Stadthalle. Für Erstimpfungen stand letzte Woche kein Impfstoff zur Verfügung.

Das wird sich nach Angaben von Eymann jedoch in Kürze ändern. Nach derzeitigem Sachstand rechnet er am Montag, 15. Februar, mit der Wiederaufnahme von Erstimpfungen. Das Land habe für diesen Zeitpunkt Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer und Astra-Zeneca zugesagt, erläuterte Eymann. Bis dahin könne auch die zweite Impfstraße ihren Betrieb aufnehmen, was die tägliche Kapazität in der Stadthalle auf 400 Impfungen erhöhe, betonte der Experte, dem bisher keine gravierenden Nebenwirkungen nach erfolgten Impfungen zu Ohren kamen.

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Die Situation in Speyer stufte auch Dr. Klaus-Peter Wresch als grundsätzlich positiv ein. Mit der Einschränkung, dass in dem von ihm geleiteten Abstrichzentrum in der Halle 101 die Rate der positiv Getesteten mit 19 Prozent über dem Durchschnitt liege. Wobei der medizinische Fachberater der Stadt eine hohe Dunkelziffer nicht ausschließen wollte. Bezüglich der Mutationen waren Wresch zum Zeitpunkt der Pressekonferenz keine Fälle in Speyer bekannt. Sollte das dennoch der Fall sein, könne es wegen der erhöhten Übertragbarkeit schnell zu Ausbrüchen kommen, mahnte Wresch eine verstärkte Aufmerksamkeit an. Denn die englische Mutation, die 90 Prozent an den bisher drei bekannten Virusvarianten aus Großbritannien, Südafrika oder Brasilien ausmache, sei bisher in 13 von 16 Bundesländern nachgewiesen worden. Wresch äußerte sich überzeugt, dass der momentan verfügbare Impfstoff auch vor Mutationen schützt.

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Caroline Diven vom DRK-Kreisverband Speyer informierte über unverändert bestehende Angebote ihres mobilen Impfteams (wir berichteten), welche auch die zur Impfgruppe I mit der höchsten Priorität zählenden über 80-Jährigen einschließe. Geimpft würden Senioren im DRK-Kleiderladen in der Lessingstraße 13. Vorzulegen seien dabei lediglich das üblicherweise an über 80-Jährige ergangene Schreiben des Landes und der Personalausweis.

Anmeldungen dafür werden unter Telefon 06232/60 02 14 oder über die Internetadresse www.impfdokumentation-rlp.de/registrierung/pflege entgegengenommen.

Freie Autorenschaft 1993: Beginn journalistische Tätigkeit als freier Journalist und ständiger Mitarbeiter der Speyerer Tagespost. Nach Einstellung der traditionsreichen Zeitung am 31. Dezember 2002 verzugsloser Wechsel als ständiger Mitarbeiter zur Schwetzinger Zeitung. Verfasser mehrerer Sonderserien. Unter anderem: Chronik der Speyerer Luftfahrtgeschichte und 4-teilige Serie 40 Jahre Bundeswehrgarnison Speyer mit militär-historischem Rückblick. Ferner Reiseberichte Litauen und Lettland. Sonderseite Geschichte, Brand und Wiedereröffnung Anna Amalia Bibliothek Weimar. Exklusiv-Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie Ex-Staatspräsident Lech Walesa, Kaiserliche Hoheit Prinzessin Alix Napoleon, Schauspieler Mario Adorf, Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel, Weltschiedsrichter Markus Merk. Ungeachtet dessen bilden kommunale Ereignisse der Stadt Speyer den Schwerpunkt der Berichterstattung. Sonstiges: Autor des 2006 erschienenen Buches „Höhepunkte der Speyerer Stadtgeschichte in Versen, Texten und Bildern“.