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Kulturbeutel

„Sexuelle Belustigung“ lockt viel Publikum - das vor Begeisterung tobt

Von 
Marie Lischer
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Die Musik-Comedy-Queens Ariane Müller (v. l.) und Julia Gamez Martin in Aktion als als Duo „Suchtpotenzial“ – ihr Programm „Sexuelle Belustigung“ kommt beim Speyerer Publikum jedenfalls prima an. © Venus

Speyer. Vor lauter Witz und Charme bleiben die Augen des Publikums selten trocken, wenn das Liedermacherduo „Suchtpotenzial“ ihr Bühnenprogramm voll rabenschwarzen Humors präsentiert. Mit geballter Energie und mitreißender Bühnenpräsenz lieferten sich Julia Gámez Martin (Gesang) und Ariane Müller (Klavier und Gesang) einen Auftritt der Extraklasse beim Kulturbeutel in Speyer. „Sexuelle Belustigung“ nennt sich ihr aktuelles Tour-Programm, mit dem die Künstlerinnen den Alten Stadtsaal füllten und mit gut 120 verkauften Tickets zur bestbesuchtesten Veranstaltung im Kulturbeutel beitrugen.

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Dies lag wohl nicht zuletzt am Titel, der nach langwierigen und tristen Corona-Zeiten ein Abend der seichten Unterhaltung zu werden versprach. „Unsere Musikrichtung nennt sich Alkopop – Musik von Betrunkenen für Betrunkene“, scherzt die Sängerin mit ernster Miene zu Beginn und macht gleich deutlich, auf welchem Niveau sich die kommenden zwei Stunden bewegen werden. Moderation und eigene Songtexte unter der Gürtellinie.

Ihre Fangemeinde scheinen sie dennoch zu haben, denn knallrote T-Shirts im Publikum mit fett gedruckter Aufschrift „Suchtpotenzial“ sprachen für sich. Zwischen spitzfindiger Moderation und ironisch-sarkastischen Songtexten, haben die Künstlerinnen richtig was auf dem Kasten: Julia Gámez Martin studierte Musical an der Universität der Künste in Berlin und spielt regelmäßig Hauptrollen in bekannten Stücken wie „Jesus Christ Superstar“ oder „Rocky Horror Picture Show“, während Ariane Müller Kultur- und Sozialwissenschaften studierte und später als musikalische Leiterin am Stadttheater Ulm arbeitete.

„Wir sind genauso scheiße!“

In ihrer Musik als Künstlerinnenduo üben sie ungehemmt Kritik an Politik und Gesellschaft, räumen auf mit Vorurteilen, rechnen ab mit Problematiken wie der „Metoo“-Debatte oder dem „Catcalling“ und machen auf Missstände wie der „Gender-Pay-Gap“ aufmerksam: „Warum sollen wir als Frauen weniger verdienen als unsere männlichen Kollegen, wenn wir doch genauso scheiße sind“, fragen sich die Künstlerinnen in einem Song. Sie beziehen sich auf typische Verhaltensmuster, die sonst nur dem Narrativ der unmoralischen Männerwelt vorbehalten sind. Dieser Song riss nicht nur das Publikum in Speyer mit, sondern traf auch den Nerv der heutigen Gesellschaft. Musik als Kunstform und Sprachrohr für polarisierende Themen.

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In Speyer haben sie nun sicherlich einige Fans mehr. Nach ihrem allerersten Auftritt in der Domstadt, der sie nach eigenen Angaben selbst „inSPEYERed“ hat, war das Publikum hin und weg und tobte vor Begeisterung. So viel ist sicher: Es dürfte nicht der letzte „Suchtpotenzial“-Auftritt im Alten Stadtsaal gewesen sein.

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