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Rheinpromenade - Bürgerinitiativen fordern mehr Wasserrückhalteflächen, um Katastrophen auch künftig abmildern zu können

Speyer zieht Spundwände hoch

Von 
zg
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Speyer/Region. Da es in den kommenden Tagen zum weiteren Anstieg des Pegelstandes kommen und ein zehnjähriges Hochwasser erwartet wird, hat die Stadt Speyer ihren Alarm- und Einsatzplan Hochwasser (AEP) in Kraft gesetzt und am Dienstag und Mittwoch erste Schutzmaßnahmen eingeleitet. Das teilt die Stadtverwaltung mit. So wurden Straßensperrungen eingerichtet, die Zufahrt zur Rheinhäuser Fähre gesperrt, die Dammüberfahrt bei der Schiffswerft Braun unterbunden und es gibt Fahrverbote an der Rheinallee, der Straße „Im Hafenbecken“ beim Sea Life und in der Hafenstraße ab der Erlus-Villa.

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Auch der Wald in den Schwetzinger Wiesen in der Nähe der Kollerfähre steht zum Teil schon unter Wasser. Wo sonst die Rehe grasen schwimmen nun Fische. © Michael Ströbel

Schranken wurden am Mittwoch in der Franz-Kirrmeier-Straße gegenüber des Hockeyclubs, in der Alten Rheinhäuser Straße an der „Hammelbrücke“, im Kugelfang an der „Schwerdbasis“ und in der Industriestraße gegenüber der Einfahrt zur Firma Saint Gobain geschlossen. Hinzu kommt eine Sperrung des Radweges über den Damm gegenüber des Hockeyclubs und des dortigen Gehwegs am Rheinufer.

Ergänzend erfolgt jetzt auch der Einbau von mobilen Hochwasserschutzelementen am Erlus-Gelände und einer Spundwand „Im Hafenbecken“. Die Stadt bittet zu beachten, dass der Weg hinter den Hafenvillen im Zuge des Hochwasserschutzes nicht mehr begangen werden darf.

Schöpfwerk in Wartestellung

Eingeplant ist weiterhin eine Deichbeobachtung, die nach Erreichen des Pegelstandes von 7,20 Meter eingerichtet wird. Sollte der Pegelstand 7,60 Meter übersteigen, muss das Schöpfwerk Speyerbach in Betrieb genommen werden.

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Das Hochwasser im Rhein wird noch einige Tage andauern mit der Folge, dass die Rheindeiche über längere Zeit einer hohen Belastung standhalten müssen. Deshalb ist das Betreten der Deiche verboten. Voraussichtlich wird der Starkregen „nur“ zu einem Hochwasser führen, wie es im Rhein – statistisch gesehen – etwa alle zehn Jahre zu erwarten ist. Der Rhein schickt damit aber einen Klimawarnschuss, heißt es in einer Presseerklärung des Arbeitskreises Wasser im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz.

Stationär um sich kreisende Tiefdruckgebiete werden durch das Erlahmen des Jetstreams in der oberen Atmosphäre aller Wahrscheinlichkeit zunehmen. Der Klimawandel führt somit zu einem Einigeln der Tiefdruckgebiete. Der gesamte Niederschlag kommt über einer Region runter. Das kann zu extremen Hochwasserfluten im Rhein führen. In den 1990er Jahren führten Jahrhunderthochwässer gleich mehrmals zu Milliardenschäden. Und 2002 und 2013 kam es im Elbe- und im Donaueinzugsgebiet zu zerstörerischen Hochwasserfluten, wie sie bislang nur alle 300 bis 500 Jahre zu erwarten waren.

Nicht weiter abwarten

„Das sich jetzt aufbauende zehnjährliche Rheinhochwasser ist eine Mahnung, dass es mit der seit den Nullerjahren anhaltenden Ruhe an der rheinischen Hochwasserfront irgendwann auch wieder vorbei sein könnte“, erklärt die Initiative. Es sei deshalb dringend erforderlich, dass entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse zusätzlicher Hochwasserrückhalteraum ausgewiesen werde: „In revitalisierten Rheinauen wird aus Hochwasser dann wieder Breitwasser. Ferner muss in der Land- und Forstwirtschaft das Wasseraufnahmevermögen der Böden deutlich gesteigert und in urbanen Regionen müssen die Städte zu Schwammstädten umgebaut werden, die möglichst viel Starkregen speichern und nur verzögert abgeben“, so der Arbeitskreis weiter. zg

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