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Kirchenmusik

Speyerer Orgelspaziergang zieht 400 Teilnehmer an

Wie so vieles musste auch der Orgelspaziergang zwei Jahre entfallen. Nun konnte er wieder stattfinden und brachte 3500 Euro Spenden für die Wilbrand-Orgel ein.

Von 
Uwe Rauschelbach
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Nach zwei Jahren Corona-Pandemie geschuldeter Abstinenz veranstaltete der Ökumenische Kantorenkonvent Speyer (ÖKKS) wieder einen Orgelspaziergang mit vier kleinen hochkarätigen Konzerten an den Instrumenten der Innenstadtkirchen. Unser Bild zeigt die rund 400 Besucher in der Gedächtniskirche. © Venus

Speyer. Rund 400 Menschen haben am Sonntag am Speyerer Orgelspaziergang teilgenommen, der nach zweijähriger Pandemiebedingter Zwangspause seine zehnte Auflage erlebt hat. Dabei wurden Spendengelder in Höhe von insgesamt 3500 Euro eingenommen, die der Renovierung der Wilbrand-Orgel in der Sankt Josephskirche zugute kommen.

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Organisiert vom Ökumenischen Kantorenkonvent, führte der Orgelspaziergang abermals auf eine Route, die die vier Innenstadtkirchen miteinander verbindet. Nach dem Start in der Gedächtniskirche machten die Teilnehmer in der Josephskirche und in der Dreifaltigkeitskirche Station. Zum Finale erklang die große Orgelanlage im Dom. Die einzelnen Konzerte wurden von Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger sowie Domorganist Markus Eichenlaub und dem zweiten Domorganisten Christoph Keggenhoff bestritten.

Dank dem offenen Erlebnischarakter dieser Veranstaltung und der Kurzweiligkeit der Konzerte erfreut sich der Orgelspaziergang seit jeher eines breiten Interesses. Wird Orgelmusik gemeinhin als eher „von gestern“ oder als exklusiv empfunden, so zeigen die von Kirche zu Kirche wandelnden Völkerscharen ein anderes Bild. Auf einmal wirkt das liturgisch gebundene Pfeifeninstrument attraktiv und lassen sich selbst Menschen auf diese Musik ein, die sonst eher selten einen Fuß über die Schwelle einer Kirche setzen.

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Dazu tragen nicht zuletzt gesellschaftsfördernde Elemente bei, wie sie am Sonntag etwa die Pfarrei Pax Christi bot, indem sie an der Josephskirche Getränke und Brezeln ausschenkte. Gespräche mit den auskunftsbereiten Organisten sind dabei ebenso möglich wie der Austausch über das bisher Gehörte.

Auch der zwölfjährige Johannes Malpricht aus Waldsee hat sich unter das Publikum gemischt. Seit er am Bischöflich-Kirchenmusikalischen Institut (BKI) Orgelunterricht hat, interessieren ihn die Vorträge von Profis, wie sie bei diesem Spaziergang zu erleben sind. Sein Vater Nils ist unterdessen überrascht, wie transparent die neue Chororgel in der Gedächtniskirche klingt. Auf das Finale im Dom ist er gespannt; die Orgeln dort hat er bisher noch nicht in einem Konzert gehört.

Gut abgestimmte Programme

Ihre Programme haben die drei Musiker dieses Orgelspaziergangs vor allem unter zwei Aspekten entworfen: Zum einen sollten die besonderen Klangeigenschaften der jeweiligen Orgel zum Tragen kommen. Zum anderen durften auch populäre und unterhaltende Elemente nicht fehlen, wie sie Robert Sattelberger an der Chororgel der Gedächtniskirche etwa mit einer launigen Bearbeitung von Rossinis Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“ präsentierte.

Markus Eichenlaub spielte auf der renovierungsbedürftigen, aber auf einigen Registern durchaus noch klangschönen Wilbrand-Orgel in der Josephskirche unter anderem einen sanft beschwingten Engelswalzer und blickte mit dem Finale in B-Dur auf die geplante Aufführung sämtlicher Orgelwerke von César Franck voraus, die im Mittelpunkt des diesjährigen Internationalen Orgelzyklus im Speyerer Dom stehen.

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Gemeinsam mit Sattelberger ließ Eichenlaub dann in der schönen Dreifaltigkeitskirche barocke Werke für Truhenorgel und Cembalo erklingen, etwa von den Komponisten Bach und Händel.

Zweiter Domorganist Christoph Keggenhoff brachte mit August Gottfried Ritters zweiter Sonate in e-Moll zum Abschluss das mächtige Klangvolumen zum Tragen, das der Orgel den Titel „Königin der Instrumente“ eingetragen hat. Ob die Orgel diesen Titel aber nicht vielmehr für die wunderbaren filigranen Solostimmen verdient hat, wie sie im Dom mit den Werken zweier französischer Barockkomponisten erklangen, mochte jeder Besucher für sich entscheiden.

Domorganist Markus Eichenlaub äußerte sich am Ende zuversichtlich, dass der Orgelspaziergang Zukunft haben und frühere Zahlen von mehr als 800 Besuchern wieder erreichen wird. Wenn, wie bei einer solchen Veranstaltung, Musiker und Zuhörer aufeinander zugehen, scheint in der Tat noch vieles möglich.

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Redaktion Zuständig für Lokales in Lampertheim (Kommunalpolitik, Kultur), Mitarbeit im Kulturressort des Mannheimer Morgen (Musikkritik, CD- und Bücher-Rezensionen).

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