Wohltätigkeit

Speyerer Weinstube „Schwarzamsel“ ermöglicht gute Taten

Die traditionsträchtige „Schwarzamsel“ fördert über die „Stiftung Schick/Zwick“ behinderte und krebskranke Kinder und Jugendliche.

Von 
Matthias Mühleisen
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Mehr als eine Weinstube: Die „Schwarzamsel“ in der Korngasse nährt auch das Ver-mögen der gemeinnützigen „Stiftung Schick/Zwick“. © Venus

Speyer. Die „Schwarzamsel“ hat schon viele Menschen glücklich gemacht. Was die Speyerer Weinstube dabei von anderen Lokalen der Domstadt unterscheidet: Das Glück rührt nicht allein von den Gaumenfreuden her, die hier in der Korngasse 18 seit Mitte des 19. Jahrhunderts bereitet werden. Das Gasthaus nährt auch eine Stiftung, deren Zweck die Unterstützung behinderter und krebskranker Kinder und Jugendlicher aus dem Gebiet der Vorderpfalz, insbesondere der Stadt Speyer, sowie die Förderung der Krebsforschung ist.

Errichtet wurde sie im Auftrag von Edwin Zwick, dem das Anwesen bis zu seinem Tod im Jahr 2004 gehörte. Die „Stiftung Schick/Zwick“ besteht seit rund 15 Jahren und möchte durch finanzielle Zuwendungen die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen verbessern, ihre Heilung fördern und ihre Chancen im Leben optimieren.

Der Namensbestandteil Schick erinnert an Julius und Elsa Schick, denen die „Schwarzamsel“ ab 1929 über Jahrzehnte gehörte. Edwin Zwick heiratete deren Tochter Eleonore, nach ihrem frühen Tod übernahm er die Verantwortung für die traditionelle Weinstube. In seinem Testament verfügte Zwick, der 26 Jahre Kreisjagdmeister gewesen ist, dass seine Gaststätte in eine Stiftung verwandelt werden solle.

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Aus den Pachteinnahmen, die seit 2008 von Helga und Gerd Gronau kommen, muss auch der Erhalt des Stiftungsvermögens, also der „Schwarzamsel“ mit ihrem prächtig ausgemalten Nebenzimmer, finanziert werden. Der unentgeltlich tätige Stiftungsvorstand mit Edwin Zwicks Witwe Heiderose, Angelika Scharl und Rechtsanwalt Friedrich Willand entscheidet über die Vergabe der Mittel.

Kinderlächeln als Entlohnung

Ein Herzensprojekt Edwin Zwicks war die Integrative Kindertagesstätte „Pusteblume“ in Speyer-Nord, für die die Stiftung unter anderem eine Spielburg mit rund 13 500 Euro finanziert hat. Mehrfach unterstützt wurde auch die Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule sowie die Schule im Erlich. Rund 20 000 Euro hat die „Schwarzamsel-Stiftung“, wie sie der Vorstand nennt, für Therapieräder ausgegeben. Fotos der glücklich lächelnden jungen Besitzer seien der schönste Lohn für die ehrenamtliche Tätigkeit, berichten Heiderose Zwick und Friedrich Willand.

„Jeder Antrag wird sorgfältig besprochen“, verweist Willand darauf, dass man unter der Stiftungsaufsicht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier steht und berichtet von individuellen Projekten wie dem Zuschuss zu einem Spezialfahrzeug oder Krankenhaus-Clowns für das Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus.

Schmunzelnd berichtet der Rechtsanwalt von seinen Kontakten mit Krankenhäusern und Kinderärzten nach Gründung der Stiftung: Auf seine Schreiben habe er keinerlei Reaktion erhalten, worauf er zum Telefon griff – und feststellte, dass seine Unterstützungsangebote als Bettelbriefe missverstanden worden waren: „Dass jemand Geld anbietet, ist so ungewöhnlich, dass die Briefe in den Papierkorb gewandert waren.“

Feste jährliche Beträge zur Ausschüttung hat die Stiftung nicht – das hängt zum einen von den Anträgen ab, zum anderen vom Investitionsbedarf in den Erhalt der Gebäudesubstanz, um den sich Werner Scharl kümmert. Der Stiftungsvorstand bevorzugt individuelle Projekte: „In einem großen Topf möchten wir mit unseren Mitteln nicht verschwinden“, sagen Heiderose Zwick oder Friedrich Willand und betonen: „Wir waren uns bisher immer hundertprozentig einig über die Vergabe.“

Wer bei der „Stiftung Schick/Zwick“ einen Antrag auf Unterstützung stellen möchte, kann sich schriftlich an Friedrich Willand, Portheide 58, 67105 Schifferstadt, wenden.

Redaktion Redakteur im Bereich Hockenheim und Umland sowie Speyer