AdUnit Billboard
Konversion - Stadtratsfraktionen streiten über Zukunft des Geländes der ehemaligen Normand-Kaserne

Sportplatz-Bebauung wird zum Zankapfel

Von 
Matthias Mühleisen
Lesedauer: 
Seit 1997 ist das Gelände der ehemaligen Kaserne Normand kein Militärstandort mehr. Am linken Bildrand sind die ehemaligen Mannschaftsgebäude zu erkennen, die jetzt Wohnzwecken dienen, rechts davon die Stadtvillen auf dem ehemaligen Exerzierplatz. Links unten im Bild ist die Freifläche, deren Bebauung wegen eines Geländeversprungs schwierig ist. © Venus

Speyer. Es gibt in der Domstadt kaum eine anspruchsvollere Aufgabe als die Suche nach Flächen für den Wohnungsbau – zumal für den nicht kommerziellen. Umso intensiver wird um jene raren Areale gerungen, auf denen solche Projekte umsetzbar erscheinen. Eins von ihnen ist der Sportplatz der ehemaligen Normand-Kaserne und das Versickerungsbecken zwischen Paul-Egell-, Diakonissen- und Seekatzstraße, für die es unterschiedliche Zukunftspläne gibt.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Ein Plan ist die Umsetzung des Projekts „Gemeinschaftliches Wohnen“ der Privatinitiative „Zukunftsquartier Buntspecht“, die seit Langem Interesse an einer Bebauung bei der Stadt angemeldet hat. Sie wartet seitdem auf die Entscheidung der Verwaltung, ob an dieser Stelle gemeinschaftliches Wohnen entsteht oder ob die Fläche als Park für das schon stark verdichtete Quartier gestaltet wird. Auf dem früheren Exerzierplatz der französischen Streitkräfte sind zahlreiche Stadtvillen errichtet worden.

Klar ist: Wegen eines Gefälles ist die Bebauung erschwert. Für die Verfüllung könnte der nicht genehmigte Teil der Bauschutt-Deponie „Kleine Lann“ verwendet werden. Schon seit Jahren ist die Stadt von der Aufsichtsbehörde aufgefordert, den nicht genehmigten Bauschutt aus dem Wald zu beseitigen. Der Stadt droht eine kostspielige Entsorgung, wenn das Material nicht sinnvoll eingesetzt werden kann.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Wählergruppe zeigt sich enttäuscht

Darauf verweist die Speyerer Wählergruppe in einer Pressemitteilung, in der sie sich enttäuscht über die Entwicklung des Normand-Geländes äußert und kritisiert, dass die Kommunikation aus dem Rathaus dazu führe, dass Beteiligte „sich hingehalten fühlen“. Anlass ist die Äußerung des städtischen Fachbereichsleiters Robin Nolasco, der nicht ausschloss, dass ein Teil der Fläche an private Investoren gehen könnte. Die Erschließung wird auf jeden Fall aufwendig und kostspielig. SWG-Fraktionsvorsitzende Sarah Mang-Schäfer schließt daraus, die Initiative habe „jetzt eher geringe Chancen, am Sportplatz zum Zuge zu kommen“.

Dagegen teilt die SPD im Stadtrat mit, allen Beteiligten hätte von Beginn an klar sein müssen, dass eine komplette Bebauung des Geländes alleine durch die Initiative nicht zu leisten sei. „Dafür ist das Projekt schlicht zu groß und finanziell zu umfangreich“, heißt es in einer Pressemitteilung der Fraktion. Eine Bebauung könne nur gemeinsam mit Bauträgern wie der städtischen Gewo oder der Gemeinnützigen Baugenossenschaft erfolgen – die jedoch skeptisch seien aufgrund der Herausforderungen. Eine gewollte Verzögerung des Projekts sei nicht zu erkennen, „eher falsche Annahmen“ seitens der SWG und ihrer Partner CDU und Grünen, findet die SPD.

Redaktion Redakteur im Bereich Hockenheim und Umland sowie Speyer

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1