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Weltladen

Starke Porträts und ein Farbenrausch

Hila Hassanija blickt in die Vergangenheit, um die Zukunft zu ergründen

Von 
mey
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Der Weltladen Speyer zeigt in seinen Räumen in der Korngasse im Zeitraum vom 26. September bis 8. Oktober die Ausstellung „Lebensspuren“ mit Werken der Künstlerin Hila Hassanija, die hier vor „Indian summer an der Haardt“ steht. © Venus

Speyer. Die Speyerer Kunstszene wird immer internationaler. Neuestes Mitglied im Kreis der hiesigen Kunstschaffenden ist die seit 2018 hier lebende Iranerin Hila Hassanija. Die gelernte Grafikdesignerin stellt anlässlich der Internationalen Woche (25. September bis 7. Oktober) ihre Arbeiten im Weltladen aus. Zur Vernissage am Montag, 26. September, um 17 Uhr werden zahlreiche Besucher in der Korngasse 31 erwartet. Bürgermeisterin Monika Kabs und Museumsdirektor Dr. Alexander Schubert haben ihre Teilnahme ebenfalls zugesagt.

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Nach Begrüßung der Gäste durch Ingrid Blank vom Weltladen-Vorstand und einem kurzen Grußwort der Künstlerin führt der Speyerer Journalist und frühere Galerist Nikolaus Meyer in die Ausstellung ein. Beim anschließenden Umtrunk und kleinen Appetithäppchen aus Produkten des fairen Handels ist ausreichend Gelegenheit, sich mit den Werken vertraut zu machen, in denen die Künstlerin unter dem Titel „Lebensspuren“ Eindrücke und Erfahrungen aus der Vergangenheit und Gegenwart verarbeitet hat.

Gezeigt werden Bilder mit einer starken Aussagekraft. Neben einer Porträtarbeit über eine Asylantin mit Zukunftsängsten richtet Hassanija in einer kleinen Serie den Fokus auf die Stellung der Frau im iranischen Alltag. So weist die Hand vor dem Mund einer Frau auf die eingeschränkte, beziehungsweise nicht vorhandene freie Meinungsäußerung für Frauen im muslimischen Iran hin. Wer die Nachrichten verfolgt, weiß wie aktuell das ist. Das Titelbild auf dem Flyer zur Ausstellung zeigt hingegen bereits eine Frau, deren farblich zweigeteiltes Gesicht einerseits auf die Vergangenheit hinweist, andererseits jedoch als Übergang in eine bessere Zukunft interpretiert werden soll.

Malerisch auf neuen Wegen

Die meisten Werke lassen schon erkennen, dass sich die Malerin in ihrer Wahlheimat Speyer aufgenommen fühlt. Ohne die Vergangenheit ganz auszublenden, beschreitet die zum christlichen Glauben konvertierte Künstlerin inzwischen gedanklich und malerisch neue Wege. Damit macht sie auch deutlich, dass es ein Leben außerhalb politischer, religiöser und gesellschaftlicher Einschränkungen gibt.

Ihre Motive haben sich verändert, der Malstil wurde freier und stilistisch, pendelt sie bewusst zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Der motivischen Vielfalt sind ebenfalls keine Grenzen mehr gesetzt. Gleich mehrere Kompositionen sind dem Dom und der Domstadt Speyer gewidmet. So stehen im 75 mal 60 Zentimeter messenden Gemälde „Kirche und Kultur“ die Sonnenflecken am Himmel für das von der Sonne verwöhnte Speyer, zwei Weingläser symbolisieren Pfälzer Kultur und Geselligkeit, während der Dom als Weltkulturerbe die Bedeutung der Stadt in Vergangenheit und Gegenwart unterstreicht.

Mit einer farbenfrohen Maximilianstraßen-Komposition und einer vom Kohl-Ufer ausgehenden abendlichen Impression sind dem Wahrzeichen von Speyer zwei weitere Bilder gewidmet. Während solche Werke auf klaren Vorstellungen beruhen und mit viel Liebe zum Detail malerisch verarbeitet werden, entstehen Werke wie die abstrakte Arbeit „Indian Summer an der Haardt“ impulsiv, also quasi aus dem Bauch heraus. Vom herbstlichen Farbenrausch des Pfälzer Waldes und der davor liegenden Rebflächen inspiriert, hat Hassanija ihre Eindrücke auf einem 80 mal 160 Zentimeter großen Gemälde als leuchtende Farbexplosion in nur zwei Tagen verarbeitet.

Typisch ist, dass ihre Bilder oft symbolträchtige Botschaften enthalten. Markantes Beispiel für solche malerischen Lesebücher ist die in Mischtechnik auf Leinwand gefertigte Arbeit „Zeitenwende“ mit einer im Verfall begriffenen Hochhaus-Skyline. mey

Info: Die Verkaufsausstellung ist bis Samstag, 8. Oktober, zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

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