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Katholische Erwachsenenbildung - Auf den Spuren jüdischen Lebens in Hannover und Osnabrück

Synagogen, Museen und die Villa Seligmann

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zg
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Die Villa Seligmann in Hannover – ein prachtvoller Neorenaissance-Bau als Heimat für die Synagogenmusik. © Peter Steffen/dpa

Speyer. Als Teil des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ lädt die Katholische Erwachsenenbildung des Bistums zu einer Studienfahrt nach Hannover und Osnabrück ein. 75 Jahre nach der Shoa hat sich das jüdische Leben in Deutschland auf vielfältige Weise entwickelt. Besonders gut sichtbar wird das in Hannover, wo es inzwischen drei jüdische Synagogen sowie ein jüdisches Begegnungszentrum gibt. 1963 wurde dort auf deutschem Boden die erste Synagoge nach dem Krieg eingeweiht.

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Auch heute zeigen sich also im Bild der Stadt viele Aspekte des jüdischen Lebens in Vergangenheit und Gegenwart, die es zu entdecken lohnt. Die erste Etappe der Studienfahrt von Mittwoch, 20. Oktober, bis Samstag, 23. Oktober. ist daher die Gedenkstätte Ahlem. Ursprünglich eine jüdische Gartenbauschule wurde Ahlem im Zweiten Weltkrieg zur Sammelstelle für Deportationen, zum Gefängnis und zum Hinrichtungsort. Inzwischen befindet sich dort eine der modernsten historischen Ausstellungen Hannovers, die den Ort in seiner vielschichtigen Bedeutung beleuchtet. Auf dem Außengelände erinnert eine „Wand der Namen“ mit über 3000 Tafeln an jene Menschen, für die Ahlem eine Station in den Tod war.

Zwei weitere Programmpunkte bilden die Synagogen der jüdischen (traditionelles Judentum) sowie der jüdisch-liberalen Gemeinde (progressives und dynamisches Judentum), wo bei Führungen und Gesprächen ein Einblick und Austausch über Leben und unterschiedliche Glaubenspraxis möglich wird.

Ein Einblick in das musikalische Erbe gelingt mit einem Besuch der Villa Seligmann, die sich als Haus der jüdischen Musik an der Schnittstelle zwischen Geschichte und Gegenwart befindet. 1906 fertiggestellt diente sie zunächst als großbürgerliches Wohnhaus Siegmund Seligmanns, des jüdischen Direktors der Continental AG. 1931 schenkte die Familie das Anwesen der Stadt. Seit 1962 dient sie einem kulturellen und insbesondere musikalischen Zweck und ist seit 2012 Sitz des Europäischen Zentrums für Musik.

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Den Abschluss bildet ein Besuch des Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück. Mit mehr als 200 Werken beherbergt es die weltweit größte Sammlung seiner Bilder. Der bedeutende jüdische Maler der neuen Sachlichkeit war auf der Suche nach einer fantasiehaften figurativen Bildsprache und beschäftigte sich später auch autobiographisch mit künstlerischer Isolation sowie Verfolgung und Deportation. zg

Info: Anmeldung bis 15. September unter Telefon 06894/9 63 05 16.

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