Picknickkonzert - Band „Apparatschik“ sorgt auf der Hafenspitze für ausgelassene Stimmung Töne der Balalaika verbreiten gute Laune

Von 
Werner Schilling
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Band „Apparatschik“ macht beim dritten Picknickkonzert bei der Rudergesellschaft Musik. © Nowack

Speyer. Bei den letzten vier Liedern, vor allem dem Zwölf-Minuten-Stück „Balalaika Techno Trance“ gab’s kein Halten mehr: Da fegte der von der Gruppe „Apparatschik“ musikalisch entfachte sibirische Wirbelsturm durch den alten Hafen und brachte viel Bewegung in die an der Böschung sitzenden oder stehenden Besucher. Es war das dritte Picknickkonzert in diesem Jahr. Im vierten Jahr der Reihe, unter dem Motto „umsonst & draußen“, waren die Menschen zu Gast bei der Rudergesellschaft (RGS).

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Die weit über 300 Musikfreunde fanden nicht alle im Hafenbecken an der Böschung Platz. Viele genossen die leichtfüßige, humorvoll dargebotene Gute-Laune-Musik im Schatten rund um das Rudergesellschaftshaus. Die in Berlin beheimatete und seit 30 Jahren bestehende Band hatte sich auf dem Bootsanleger Vier-Mann-Band „Apparatschik“ unter einem kleinen Sonnendach formiert und von dort aus den Picknickern auf angenehme Weise kräftig eingeheizt.

In Russland und der Ukraine hat die Band ihre Wurzeln, was ihre östlichen Melodien und Rhythmen sowie die Songtexte prägt. Ein Gründungsmitglied ist seit Beginn dabei: Als Leadsänger spielt Olaf „Matrosov“ Opitz Balalaika, komponiert die meisten Stücke und zeigt sich für die Arrangements verantwortlich. Opitz ist stets im Einklang mit Paul „Pasha! Milmeister, der die Kontrabass-Balalaika hervorragend meistert. Als „Melodymaker“ der Gruppe fungiert Michail „Mischa“ Saposchnikov, der mit seinem chromatischen Knopfakkordeon den Ton angibt. Für den Rhythmus schlägt Drummer und Percussionist Alf „Udarnik“ Schulze verantwortlich.

Die meisten Lieder stammten aus dem neuen Album „Kurs Ost-West“. Die Band lässt sich in keine Schablone pressen und bedient die verschiedensten Genres, von der Polka über Ska, Walzer und Reggae bis hin zu Rock’n’Roll und sogar Techno. Alle vier Apparatschiks verfügen über gute Stimmkraft, singen die Lieder mit und sorgen so für einen harmonischen Sound.

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Mit dem zum Tanzen einladenden Stück „Ukrainsky Disko“ startete das Quartett sein Programm. Akustisch Tee gekocht wurde dann mit der Eigenkomposition „Am Samowar“. Die ohnehin schon gute Stimmung steigerten die Apparatschiks mit ihrer namensgebenden mitreißenden Komposition und dem ebenso selbst geschriebenen Trinklied „Prost“. Und kurz darauf betanzten ein paar mutige Picknickerinnen die Musiker auf dem Bootsanleger

Die energiegeladene Musik passte ausgezeichnet zu dem sonnigen Sonntagmorgen auf der Hafenspitze, dem Heimatdomizil der RGS, deren Team die ohne Picknickkorb gekommenen Besucher mit Getränken, Snacks, Kaffee und Kuchen versorgte. Lange Pausen hatten auch die vier Musiker zwischen ihren drei halbstündigen Auftritten nötig.

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Fazit: Die Reihe „Picknick-Konzerte“, laut Kulturchef Matthias Nowack 2016 gestartet als Musikangebot für jedermann, ist zum Selbstläufer geworden und darf gerne ins fünfte Jahr gehen. Zuvor steht noch Nummer vier für dieses Jahr an: Am Sonntag, 18. August, ab 11 Uhr, spielt die Zan Ganassa Band auf dem Platz der Stadt Ravenna im Vogelgesang.