Corona-Krise - Wie geht es einem kleinen Handwerks- und Produktionsbetrieb, der Fenster und Türen nach Maß anfertigt? „Unsere Auftragsbücher sind voll“

Von 
Nikolaus Meyer
Lesedauer: 
Die Firma Klaer Fensterbau liefert ihren Kunden nicht nur in Krisenzeiten beste Qualität bei Fenstern und Türen. Hier Geschäftsführer Ansgar Schmitt im Gespräch mit Mitarbeiter Martin Skoda, der einen Fensterrahmen bewegt. © Klaus Venus

Speyer. Einzelhandelsgeschäfte, Gastronomiebetriebe und weitere Betroffene bangen in diesen Tagen wegen der Corona-Pandemie um ihre Existenz. Einnahmen bleiben aus und die laufenden Kosten fressen mögliche Reserven auf. Auch wenn seitens der Politik am Montag die ersten Lockerungen vollzogen wurden, wird der Kampf ums nackte wirtschaftliche Überleben einiger Branchen noch eine Weile dauern.

AdUnit urban-intext1

Es gibt aber auch erfreuliche Ausnahmen, die aufgrund ihrer Produktpalette derzeit noch keine existenzgefährdenden Einschränkungen hinnehmen müssen. Dazu gehören Handwerksbetriebe wie das bereits in der fünften Generation geführte Speyerer Familienunternehmen Klaer Fensterbau in der Wormser Landstraße, das dank modernster Produktionstechniken zur Herstellung von Fenstern und Türen in der Region einen guten Ruf genießt.

Für seinen hohen Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit wurde der 1889 gegründete Betrieb bereits mehrfach ausgezeichnet. Er kann zudem auf zahlreiche Referenzen von Einfamilienhausbesitzern, Investoren von Großprojekten wie dem Ärztehaus „Medicus“ in der Bahnhofstraße oder der Berücksichtigung beim Neubau des von der Dietmar-Hopp-Stiftung finanziell unterstützten Jugendförderzentrums beim FC Speyer 09 verweisen. Geschätzt wird der Familienbetrieb auch wegen der Unterstützung einiger sozialer Projekte in Speyer.

Wie sich der Betrieb in der aktuellen Corona-Krise schlägt, darüber haben wir mit Geschäftsführer Ansgar Schmitt gesprochen.

AdUnit urban-intext2

Herr Schmitt, wie ist die Stimmung?

Ansgar Schmitt: Den Umständen entsprechend relativ gut. Ich bin vorsichtig optimistisch und hoffe, dass wir weiterhin von den Einschränkungen und Problemen verschont bleiben, die anderen Branchen derzeit leider große Sorgen bereiten.

AdUnit urban-intext3

Sind die Auftragsbücher noch gut bestückt?

AdUnit urban-intext4

Schmitt: Trotz der aktuellen Situation sind die Auftragsbücher zurzeit noch bestens gefüllt.

Sind wegen Corona einzelne Aufträge gecancelt oder storniert worden?

Schmitt: Von wegbrechenden Aufträgen kann Gott sei Dank keine Rede sein. In einigen Fällen wurden jedoch bereits erteilte und fest terminierte Aufträge auf Wunsch der Kunden auf die Zeit nach Corona verschoben. Darauf nehmen wir natürlich Rücksicht, denn die Gesundheit unserer Kunden und die unserer Mitarbeiter haben natürlich auch bei uns oberste Priorität.

Können Aufträge in der aktuellen Situation noch zeitgerecht durchgeführt werden?

Schmitt: Die Lieferkette unserer Lieferanten funktioniert noch uneingeschränkt, sodass alle erteilten Aufträge auf Wunsch termingerecht abgearbeitet werden können.

Was hat sich an den Einsatzorten wegen Corona verändert?

Schmitt: Schon im Vorfeld wird mit den Kunden und den Monteuren über Sicherheitsvorkehrungen und Schutzmaßnahmen gesprochen. Vor Ort sieht es dann so aus, das die Kunden sich stets in einem anderen Zimmer als unsere Monteure aufhalten. Das garantiert den Abstand.

Wie erfolgt die Zusammenarbeit im Betrieb?

Schmitt: In der Produktion ergibt sich der Sicherheitsabstand automatisch durch die Größe unserer Produktionshalle. Außerdem wird ständig auf regelmäßiges Händewaschen und weitere Hygienemaßnahmen hingewiesen.

Wieviele Mitarbeiter sind bei Ihnen normalerweise beschäftigt?

Schmitt: Insgesamt sind wir ein Familienunternehmen mit 18 Vollbeschäftigten in Verwaltung, Produktion, Montage und dem Servicebereich.

Kam es wegen der Corona-Pandemie zu Entlassungen oder zu Kurzarbeit?

Schmitt: Nein! Alle Mitarbeiter in Verwaltung, Technik, Produktion und Montage befinden sich derzeit im Einsatz. Kurzarbeit wurde zwar prophylaktisch beim zuständigen Arbeitsamt angezeigt, momentan besteht aber kein Grund, sich über Kurzarbeit, Lohnkürzungen oder Entlassungen Gedanken zu machen. In diesem Zusammenhang möchte ich mich ausdrücklich bei allen Beschäftigten bedanken, die durch ihr umsichtiges Handeln zum Erfolg des Unternehmens in dieser besonders schwierigen Zeit beitragen. Mein besonderer Dank gilt zudem all denen, die uns durch Spenden von selbstgenähten Schutzmasken unterstützt haben.

Freier Autor 1993: Beginn journalistische Tätigkeit als freier Journalist und ständiger Mitarbeiter der Speyerer Tagespost. Nach Einstellung der traditionsreichen Zeitung am 31. Dezember 2002 verzugsloser Wechsel als ständiger Mitarbeiter zur Schwetzinger Zeitung. Verfasser mehrerer Sonderserien. Unter anderem: Chronik der Speyerer Luftfahrtgeschichte und 4-teilige Serie 40 Jahre Bundeswehrgarnison Speyer mit militär-historischem Rückblick. Ferner Reiseberichte Litauen und Lettland. Sonderseite Geschichte, Brand und Wiedereröffnung Anna Amalia Bibliothek Weimar. Exklusiv-Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie Ex-Staatspräsident Lech Walesa, Kaiserliche Hoheit Prinzessin Alix Napoleon, Schauspieler Mario Adorf, Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel, Weltschiedsrichter Markus Merk. Ungeachtet dessen bilden kommunale Ereignisse der Stadt Speyer den Schwerpunkt der Berichterstattung. Sonstiges: Autor des 2006 erschienenen Buches „Höhepunkte der Speyerer Stadtgeschichte in Versen, Texten und Bildern“.