AdUnit Billboard
Verein „Zukunft Dialog Speyer“ - Publizist Dr. Wolfgang Kessler referiert über Zukunft der Arbeit

Verantwortlichen fehlt der Mut zur Wahrheit

Von 
Nikolaus Meyer
Lesedauer: 

Speyer. Die Mitwirkung an der gesellschaftspolitischen Gestaltung der Zukunft im technischen Bereich gehört zu den besonderen Anliegen des Vereins „Zukunft Dialog Speyer“. Um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, will der Verein möglichst große Teile der Bevölkerung für die Herausforderungen der Zukunft sensibilisieren. Diesem Zweck diente eine weitere Veranstaltung im Priesterseminar, an der 50 Mitglieder aus mehreren Bereichen der Gesellschaft teilnahmen, denen nach Einschätzung von Mitgründer Kurt Waas und dem Vereinsvorsitzenden Günter Hoetzl als potenzielle Multiplikatoren eine besondere Bedeutung zukommt.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Wie komplex die Aufgabe sein kann, wurde beim Vortrag von Dr. Wolfgang Kessler (Bild) schnell deutlich. Der mit dem Internationalen Bremer Friedenspreis ausgezeichnete frühere Chefredakteur der Zeitschrift „Publik-Forum“ referierte zum Thema „Klimawandel, Digitalisierung und Zukunft der Arbeit“. Eine offensive Sprache pflegend, stellte er gleich zu Beginn seiner Rede fest, dass die politisch Verantwortlichen nicht den Mut hätten, den Menschen die Wahrheit über die Folgen der technischen Entwicklung in all ihren Facetten darzulegen. Um kritisch anzumerken, dass Parteien und Regierungen als Verkünder von schlechten Nachrichten bezüglich der Zukunftsentwicklung ein negatives Wahlergebnis befürchteten.

Dennoch gelte es, Streitpunkte nicht nur zu benennen, sondern darüber hinaus dringend nötige Impulse zu setzen. Um einer dramatischen Veränderung der Welt entgegenzutreten, seien Konsequenzen sowohl im globalen Sinne als auch im persönlichen Umfeld unverzichtbar, betonte Kessler.

Wer treibt die Wirtschaft an?

Ausgehend von der „Utopie der freien und sozialen Marktwirtschaft“ über die Realität des Kapitalismus bis hin zu Alternativen beleuchtete der Referent auch das diskussionswürdige Verhältnis von Markt und Staat. So sei im Streitfeld Wachstum und Klima die Frage zu klären, wer und was die Wirtschaft antreibt, wo ihre Grenzen sind und welche Bedeutung in diesem Zusammenhang noch Wohlfahrt und Lebensqualität haben.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Argwöhnisch angemerkt wurde ferner die Problematik von Geldwesen und Spekulation. Um festzustellen, was für die Menschen wirklich von Bedeutung wäre, müssten Einflussnahmen von Konzernen, Banken, politisch Verantwortlichen und inflationären Tendenzen kritisch hinterfragt werden. Wo Kessler schon beim Thema gerechte Verteilung war, blendete der Referent die Forderung des Vereins „Zukunft Dialog Speyer“ nach einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht aus. „Bei Streitfeldern wie der Bedeutung von Arbeit und Gerechtigkeit. Arbeitslosigkeit, Digitalisierung, Rente und Altersarmut kommen auf die Gewerkschaften wesentliche Aufgaben zu“, ließ Kessler anklingen.

Auf die Globalisierung überleitend warf der Publizist, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, der sich in zahlreichen Büchern mit Wegen zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft auf ethischer Grundlage beschäftigt, die Frage auf, wer die Kosten und Risiken der Globalisierung trägt und wer die Gewinner dieser Entwicklung sind.

Mit verschiedenen Lösungsvorschlägen wie mehr soziale Gerechtigkeit, umweltgerechtes Wirtschaften, Gesundheit ohne Renditezwang, Ende der Verschwendung von Ressourcen, neue Regeln für den Welthandel und Humanisierung der Arbeit endete der Vortrag des Impulsgebers, der mit viel Beifall bedacht wurde. Bild: Waas

Freier Autor 1993: Beginn journalistische Tätigkeit als freier Journalist und ständiger Mitarbeiter der Speyerer Tagespost. Nach Einstellung der traditionsreichen Zeitung am 31. Dezember 2002 verzugsloser Wechsel als ständiger Mitarbeiter zur Schwetzinger Zeitung. Verfasser mehrerer Sonderserien. Unter anderem: Chronik der Speyerer Luftfahrtgeschichte und 4-teilige Serie 40 Jahre Bundeswehrgarnison Speyer mit militär-historischem Rückblick. Ferner Reiseberichte Litauen und Lettland. Sonderseite Geschichte, Brand und Wiedereröffnung Anna Amalia Bibliothek Weimar. Exklusiv-Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie Ex-Staatspräsident Lech Walesa, Kaiserliche Hoheit Prinzessin Alix Napoleon, Schauspieler Mario Adorf, Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel, Weltschiedsrichter Markus Merk. Ungeachtet dessen bilden kommunale Ereignisse der Stadt Speyer den Schwerpunkt der Berichterstattung. Sonstiges: Autor des 2006 erschienenen Buches „Höhepunkte der Speyerer Stadtgeschichte in Versen, Texten und Bildern“.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1