Speyerer Wählergruppe - Gesundheitsamt modern ausstatten / Kein neues Silo aufbauen Vernetzen statt neu gründen

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zg
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Speyer. „Die Speyerer Wählergruppe (SWG) ist der Meinung, dass die Pandemie die Schwächen der aktuellen Situation in den Gesundheitsämtern der Kreisverwaltungen aufgezeigt hat. Die Mitarbeiter in den Ämtern haben ihr Bestes gegeben, allerdings arbeiten sie immer noch vielerorts mit Methoden des letzten Jahrhunderts. Und in Ämtern, die Softwarelösungen nutzen, stellt man dann fest, dass diese an ihre Grenzen stoßen, weil sie nicht mit denen anderer Behörden kompatibel sind. Dieser Flickenteppich an Lösungen, die nicht integriert oder skalierbar sind, wirft kein gutes Licht auf den Föderalismus und hat auch in Speyer zu Problemen in der Pandemie geführt“, das teilt Fraktionsvorsitzende Sarah Mang-Schäfer in einer Erklärung mit.

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Mang-Schäfer stimmt der Speyerer Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler voll und ganz zu, wenn sie sagt, dass diese Situation verbessert werden muss. „Allerdings sehen wir von der Wählergruppe das Hauptproblem darin, dass die Gesundheitsämter nicht mit geeigneten Softwarelösungen arbeiten und nicht ausreichend untereinander und mit den Testzentren vernetzt sind. Dadurch kommt es zu Fehlern und Verzögerungen, weil Daten von Hand in Tabellen eingetragen werden müssen. Tragisch ist dabei, dass es sich bei der vorgeschlagenen Sormas- Software um eine in Deutschland entwickelte Lösung des Helmholtz-Institutes handelt, die schon seit 2015 im ausgereiften Zustand zur Verfügung steht. Nun ist es nicht sinnvoll oder zielführend, sich darüber zu beschweren, dass die Gesundheitsämter nicht schon 2015 flächendeckend damit angefangen haben, diese Software oder zumindest die standardisierte Schnittstelle zu nutzen, um so die Datenerfassung und Nachverfolgung zu gewährleisten. Leider hat man nicht aus den Problemen anderer Regionen der Welt gelernt und sich vorbereitet. Um jetzt vorwärtszukommen, muss das, so schnell es geht, nachgeholt werden“, sagt Mang-Schäfer.

Kreis muss informieren

Für Speyer müsse ersichtlich sein, wann das zuständige Gesundheitsamt des Kreises entsprechend ausgestattet sei und die Prozesse entsprechend auf die neuen Gegebenheiten umgestellt habe. Es müsse klar sein, was nötig ist, um dieses Ziel schnellstmöglich zu erreichen. Es dürfe nicht sein, dass die Wirtschaft auch zukünftig aufgrund der Pandemie zum Erliegen komme, weil die Gesundheitsämter langfristig nicht in der Lage seien, die Ansteckungsketten nachzuvollziehen. Ein digitalisiertes Gesundheitsamt könne mit dem Angebot von Homeofficeplätzen zudem an Attraktivität für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen. Mang-Schäfer hält es aber für möglich, dass die Prozesse tatsächlich landesweit so verkrustet seien, dass uns die Umstellung nur gelinge, wenn wir ein eigenes Amt oder eine Außenstelle in Speyer hätten – unter städtischer Regie. Das wäre dann ein Zeichen dafür, dass in diesem Fall auf ganz anderer Ebene Probleme gelöst werden müssten.

„Die Speyerer Wählergruppe setzt sich dafür ein, dass die Prozesse für die Infektionsnachverfolgung optimiert und digital unterstützt werden, denn das ist zielführend, um in Zukunft gezielt Ausbrüche bekämpfen zu können. Der Ort, an dem das geschieht, ist für uns zweitrangig und wir bitten darum, dass versucht wird, so wenig zusätzliche Bürokratie aufzubauen wie möglich. Wir müssen Bedrohungen wie eine Pandemie, die nicht an den Stadtgrenzen von Speyer haltmachen, auch mit Mitteln bekämpfen, die stark mit der Umgebung vernetzt sind. Ein weiteres Silo für Speyer, macht die Situation langfristig nicht besser“, meint Mang-Schäfer noch.

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Als Fazit: Ja zur Digitalisierung und Vernetzung der Gesundheitsämter. Ja zu optimierten Prozessen und zum Austausch – aber nicht unbedingt zum eigenen Amt. zg