Postgalerie

Viele Vorstellungen unter einem Hut?

Eine Ausstellung zeigt, wie der innerstädtische Platz Schritt für Schritt umgestaltet und künftig bespielt werden soll

Von 
Susanne Kühner
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Ab der Ausstellung zur geplanten Umgestaltung des Postplatzes in der Postgalerie kommen viele Kunden vorbei. © Gruler

Speyer. Mehrere Phasen zum Test von Möglichkeiten für die Umgestaltung des Postplatzes in Speyer soll es geben. Verkehrserprobung, Auswirkungen auf die Käuferfrequenz und auf das Klima spielen natürlich mit hinein. Die Gründe für die lange Testphase, die bis Ende 2024 dauern soll, sind seit Donnerstag in der Postgalerie aufgezeigt.

Viel Mühe gemacht haben sich die Wirtschaftsförderung der Stadt mit der Stadtberatung Fries, um eine ausführliche, informative und aufklärende Ausstellung zusammenzustellen. Auf einer Vielzahl großer Plakate sind die Hintergründe des Vorhabens genannt, werden bereits erfolgte Gesprächsrunden dokumentiert, erste Ergebnisse gelistet, zum Mitmachen aufgefordert und nicht zuletzt die Geschichte des Postplatzes beleuchtet.

Wie wandelbar diese bereits gewesen ist, machen historische Aufnahmen deutlich. Auf einer Stadtkarte aus dem Jahr 1525 ist der Postplatz bereits in seiner Grundform zu finden. Wiederkehrend, nur in veränderter Form: der Verkehr rund um die Fläche.

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Hier setzt dann auch die Erprobungsphase an. „Wir brauchen Mut zur Veränderung, aber auch zum Ausprobieren“, sagt Stadtentwickler Robin Nolasco bei der Eröffnung der Schau. Drei Stufen sind dazu vorgesehen. Zum einen läuft bereits die Erhebung des Ist-Zustandes, während der eine neue Verkehrsanordnung entwickelt werden soll. Zum anderen soll in den ersten drei Quartalen des neuen Jahres die Umsetzung eines „verkehrsberuhigten Bereiches“ getestet werden. Im vierten Quartal folgt dann deren Bewertung. Zuletzt gehen die Planer einen Schritt weiter und prüfen, was passiert, wenn der Postplatz als Fußgängerzone ausgewiesen wird.

Was mit dem Postplatz letztlich tatsächlich geschehen wird, soll final erst Anfang 2025 entschieden werden. „Wir nehmen uns Zeit für das Projekt, um die richtigen Entscheidungen zu treffen“, macht Nolasco deutlich. Abgewartet werden müsse etwa wie sich die jeweiligen Veränderungen auf die Gastronomie und den Einzelhandel auswirken.

Ideen der Bürger aufgreifen

„Eine Vielzahl an Ideen der Bürger soll in die Planungen einfließen“, betont der Stadtentwickler. Etliche Äußerungen zu kritischen Punkten und auch Anregungen sind bei Bürgerbeteiligungen in jüngerer Vergangenheit bereits an die Verantwortlichen herangetragen worden.

Ein Punkt, der auf aufgehängten Karten aus dem großen Sammelsurium der Bürger- und Händlergedanken in der Postgalerie in abgewandelter Wortwahl, aber inhaltlich gleich wiederholt zu lesen ist: „Der Postplatz ist nachts ein Angstraum.“ Zu den Wünschen zählen auch: mehr Radabstellplätze, Schattenspender, Trinkbrunnen und eine Ruhezeitregelung für junge Leute in der Nacht.

Nolasco weist dabei auf die enorme Schwierigkeit der Vereinbarkeit der Vorstellungen verschiedener Interessengruppen hin. Besonders ausgeprägt seien diese hier im Bereich Postplatz hinterm Altpörtel, wie auch ein Schaubild aufzeigt. Autofahrer, Busverkehr, Jugendliche, Gäste, Anwohner, Beeinträchtigte und Radfahrer müssen unter einen Hut gebracht werden. Dazu kommt, dass ein großes Reglement beachtet werden muss, zu dem der Immissionsschutz, die Vorgaben der Landesstraßenklassifizierung und die technische Infrastruktur gehören.

„Der Postplatz durchläuft eine Veränderung, die für die Stadt als Transformationsprozess normal ist“, macht Nolasco deutlich, nennt das Vorhaben eine Herausforderung: „Wir wollen die Menschen mitnehmen, aber die Stadt gleichzeitig voranbringen“, hebt er hervor. In der Ausstellung erfahren die Interessierten von acht Verkehrsmessungen zwischen 2022 und 2024, vom Klimawandel, der bei der Umgestaltung bedacht werden soll und davon, dass der Postplatz „bespielt“ werden soll, wie Nolasco die Belebung formuliert. Abgestimmt werden kann übrigens auch über die Zukunft des „Brezelhäuschens“.

Die Ausstellung, die durch OB Stefanie Seiler (SPD) eröffnet wurde, wird bis Januar in der Postgalerie zu sehen sein. Blaue Fußspuren auf dem Boden weisen den Weg.