Königsplatz

Vorsicht – die Speyerer schleppen rigoros ab

Nach der Rückkehr des Wochenmarktes dürfen Autofahrer jetzt nicht mehr bis samstags um 4 Uhr hier stehen sondern freitags nur noch bis 22 Uhr

Von 
Jürgen Gruler
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Mit diesem Schild macht die Stadt auf die Änderung aufmerksam. © Gruler

Speyer. Heiß diskutiert wurde diese Woche eine große Abschleppaktion der Stadtverwaltung letzten Freitagabend auf dem Königsplatz. War es bisher dort üblich, dass Fahrzeuge bis 4 Uhr früh am Samstag weg sein mussten, um den Marktbeschickern Zeit zu geben, ihre Stände aufzubauen, war jetzt ein Schild aufgestellt worden, dass auf dem Platz schon am Freitagabend um 22 Uhr, zur besten Ausgehzeit in Speyer, Parkverbot herrscht. Und es wurde rigoros abgeschleppt. Wir haben bei Pressesprecherin Lisa-Marie Eschenbach nachgefragt.

Warum ist der Königsplatz für Parkende nun schon ab 22 Uhr am Freitag per Sonderschild gesperrt, obwohl auf den Schildern auf dem Platz ab 4 Uhr steht? Wäre es für das Abendgeschäft der Gastronomie nicht sinnvoll, das Parken bis Mitternacht zu erlauben?

Eschenbach: Der Innenbereich des Königsplatzes wurde aufgrund der Erfahrungen der Vergangenheit mit der Rückverlegung des Wochenmarktes und der dadurch erwarteten hohen Anzahl an verkehrswidrig abgestellten Fahrzeugen bereits freitags um 22 Uhr gesperrt – unabhängig davon, ob eine Veranstaltung stattfindet oder die Gastronomie länger geöffnet hat. Die Gewerbetreibenden des Marktes kommen samstags bereits gegen 5 Uhr, sodass der Innenbereich dann schon nicht mehr beparkt sein darf, um einen reibungslosen Aufbau zu gewährleisten. Um den Arbeitsaufwand und die Personalressourcen korrekt zu berücksichtigen, ist dieser zeitliche Vorlauf unerlässlich, zumal eine Abschleppmaßnahme schon 15 bis 20 Minuten in Anspruch nimmt. Zudem ist es auch im Sinne des Arbeitsschutzes städtischer Mitarbeitenden ureigene Angelegenheit der Verwaltung als Arbeitgeberin Abläufe und somit die Festlegung von Zeiten des Parkverbotes entsprechend festzulegen. In der Schustergasse und Ludwigstraße ist das Haltverbot samstags ab 4 Uhr gültig. Daher lassen sich vor Ort die zwei unterschiedlichen Beschilderungen zu den Zeiträumen erklären. Die Beschilderung bildet dies eindeutig ab und ist gut sichtbar aufgestellt, sodass die zwei unterschiedlichen Regelungen auch ersichtlich sind.

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Veröffentlicht
Von
Susanne Kühner
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Stimmt es, dass am ersten Freitag, als das galt, kurz nach 22 Uhr Autos abgeschleppt wurden, wenn ja, wie viele wurden beim ersten Tag der Gültigkeit abgeschleppt?

Eschenbach: Der Königsplatz ist ab 22 Uhr gesperrt, sodass die Überwachungskräfte zu diesem Zeitpunkt mit den entsprechenden Arbeiten (Erfassen der Fahrzeuge, Halterauskünfte, Nahbereichsermittlungen, Verwarnen) begonnen haben. Wenn diese Maßnahmen abgeschlossen sind, wird das Abschleppunternehmen informiert und mit dem Abschleppen der Autos beauftragt. Am Freitag begann die Firma Höhl nach Abschluss der Arbeiten um 23 Uhr mit den Abschleppmaßnahmen – insgesamt bei vier Wagen.

Liegt die Grenze 22 Uhr möglicherweise an vereinbarten Arbeitszeiten im Ordnungsamt und/oder beim Abschleppunternehmen?

Eschenbach: Nein.

Warum dürfen die Beschicker des Marktes nicht mehr ringsum in den Gassen parken? 40 Jahre lang war das unproblematisch.

Eschenbach: Es geht um Sicherheits- und Brandschutzaspekte. Die in den Seitenstraßen abgestellten Fahrzeuge der Beschicker sorgen dafür, dass Fahrzeuge der im Brand- oder Notfall anrückenden Polizei und von Rettungskräften nicht ungehindert durch kämen und sich Hilfeleistungen verzögern, weil erst Fahrzeuge weggefahren werden müssen. Das Argument, dass es in der Vergangenheit auch ging, zählt hierbei nicht.

Warum wechseln die Marktstände ständig ihren Standort?

Eschenbach: Die Marktmeisterei optimiert aktuell noch an der einen oder anderen Stelle. In der Aufstellung haben sich so Änderungen ergeben. Das liegt daran, dass man an einigen Stellschrauben erst sinnvoll drehen kann, wenn man den praktischen Ablauf und Aufbau vor Ort sieht. Seien Sie aber versichert, dass der Wochenmarkt bald seine finale Form gefunden haben wird.

Wäre es der Stadtverwaltung lieber gewesen, wenn der Markt auf dem Festplatz verblieben wäre?

Eschenbach: Nein. Wir haben uns gefreut, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger an der Befragung zum künftigen Standort beteiligt haben und dass das Ergebnis so deutlich ausgefallen ist.

Chefredaktion Jürgen Gruler ist Chefredakteur der Schwetzinger Zeitung.