Medien: Wolfgang Büchner macht einen satten Karrieresprung und wird Chefredakteur Waschechter Speyerer soll die dpa retten

Lesedauer: 

Jürgen Gruler

AdUnit urban-intext1

Speyer. Ein waschechter Speyerer wird spätestens zum Jahreswechsel die Redaktionsleitung der Deutschen Presse Agentur (dpa) übernehmen und zählt damit dann zum Kreis der einflussreichsten deutschen Journalisten. Wolfgang Büchner, dessen Eltern bis heute in der Domstadt zu Hause sind, verdiente seine ersten journalistischen Sporen Mitte der achtziger Jahre übrigens bei der "Speyerer Tagespost", unserer Schwesterzeitung, die leider vor sechs Jahren aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden musste .

Nach dem Studium der Politikwissenschaften arbeitete der Speyerer zunächst acht Jahre für die Nachrichtenagenturen Associated Press und Reuters, bevor er 1999 nach Hamburg wechselte, um als Chef vom Dienst die "Financial Times Deutschland" mit aufzubauen. Büchner ist seit 2001 bei der Internetversion des nachrichtenmagazins "Spiegel" und ist mitverantwortlich dafür, dass sich das Portal zum führenden Online-Nachrichtenanbieter in der Bundesrepublik entwickelt hat. Im Mai 2008 übernahm er gemeinsam mit Rüdiger Ditz die Chefredaktion.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Presse-Agentur hat Wolfgang Büchner den 42-Jährige, der mit seiner ebenfalls aus dem Speyerer Raum stammenden Frau Annette und dem Nachwuchs öfter in Speyer bei Verwandten und Bekannten ausspannt, nun überraschend zum neuen Chefredakteur ernannt. Er folgt damit Wilm Herlyn nach. Der 64-Jährige scheidet nach 19 Jahren an der Spitze der größten deutschen Nachrichtenagentur zum Jahresende altersbedingt aus. Büchner wird spätestens Anfang 2010 sein neues Amt antreten.

AdUnit urban-intext2

Die 1949 gegründete Deutsche Presse-Agentur beschäftigt weltweit mehr als 1200 Mitarbeiter und beliefert nahezu alle deutschen Tageszeitungen, Magazine, TV- und Radiosender mit Nachrichten. Die Agentur hat in Deutschland 50 Redaktionsstandorte, sie ist in über hundert Ländern mit Büros und Korrespondenten vertreten. Das Angebot der dpa umfasst Nachrichtendienste in deutscher, englischer, spanischer und arabischer Sprache. Derzeit steckt die Agentur in einer Krise, da einige Regionalzeitungen aus Kostengründen bereits auf die Belieferung verzichten und sich die traditionelle Nachrichtensprache der Agentur in der heutigen Zeitungslandschaft, die stärker von Hintergründen und Reportagen geprägt ist, überlebt hat. Auch bei den Internet-Diensten hinkt man hinterher, wohl auch ein Grund, warum Büchner zum Zuge gekommen ist. Dienstsitz wird wohl Berlin werden, wo die dpa ihre Dienste zentralisieren will.