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Katholische Kindertagesstätten - Einrichtungen führen Qualitätsmanagement ein

Weiterentwicklung mit Brief und Siegel

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zg/Bilder: privat
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Speyer. Die vierte und letzte Schulungsstaffel des „Speyerer Qualitätsmanagements“ (SpeQM) in den 235 katholischen Kindertagesstätten im Bistum Speyer ist abgeschlossen. Damit endet ein mehrjähriger Prozess, während dem alle Einrichtungen ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt und ihre Arbeit überprüft sowie weiterentwickelt haben. Basis des Prozesses waren die vom Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) festgelegten und bundesweit anerkannten Standards für das Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten, der nach erfolgreichem Abschluss mit dem KTK-Gütesiegel ausgezeichnet wird.

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In einem Gespräch erklären Joachim Vatter, der Leiter der Abteilung Regionalverwaltungen und Kindertagesstätten, und Prisca Forthofer, Referentin für Kindertagesstätten, wie das Qualitätsmanagement-Projekt umgesetzt wurde und wie es in Zukunft weitergeht.

Was haben die Kitas im Rahmen des „Speyerer Qualitätsmanagements“ genau gemacht?

KTK: Die Leitungen und Qualitätsbeauftragten der Kitas haben sich zusammen mit ihren Trägervertretungen über jeweils zwei Jahre mit den definierten Qualitätsbereichen des SpeQM-Einrichtungshandbuchs und des KTK-Gütesiegel Bundesrahmenhandbuchs beschäftigt. Anschließend haben sie die Inhalte in ein jeweils Kita-eigenes SpeQM-Praxishandbuch übertragen. Dabei haben die Teams insgesamt neun „Qualitätsbereiche“ – Kinder, Eltern, Pastoraler und Sozialer Raum, Glaube, Träger und Leitung, Personal, Ressourcen und Qualitätsentwicklung und -sicherung – in den Blick genommen und für ihre Kita Standards festgelegt. Leitlinie ist und war dabei, Kinder in ihrer Entwicklung bestmöglich zu begleiten und zu fördern.

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Welche Aufgabe haben Sie als Verantwortliche für den Prozess gehabt?

KTK: Die Kitas wurden bei dem Qualitätsmanagementprozess von uns und den Mitgliedern der diözesanen SpeQM-Teams begleitet. Diese Teams bestanden aus einer Fachberaterin des Diözesan-Caritasverbandes, einer Kita-Bereichsleitung der Regionalverwaltungen und einer Theologischen Referentin beziehungsweise einem Theologischen Referenten der Abteilung Regionalverwaltungen und Kindertagesstätten. Alle wichtigen Professionen waren so vertreten und konnten die jeweiligen Schwerpunkte einbringen.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Ihre Arbeit ausgewirkt?

KTK: Der ganze Schulungsbetrieb wurde durcheinandergewirbelt, die Konzepte umgeplant, die Schulungsgruppen mussten bei Präsenzveranstaltungen geteilt werden. Es gab zusätzliche synchrone Online-Schulungen sowie ein begleitetes Selbstlernmodul. Auch die zunehmend engere Personalsituation in den Kitas, die sich in durch Hygienekonzepte und Ähnliches in der Corona-Zeit verschärft hat, hatte Einfluss auf die Schulung. Und auch die jeweiligen Abschlussfeiern konnten nicht alle wie geplant stattfinden.

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Wie geht es jetzt weiter?

KTK: Insgesamt haben nun alle Kitas ein System auf der Grundlage des KTK-Gütesiegel Bundesrahmenhandbuchs und des SpeQM-Einrichtungshandbuchs eingeführt. Das heißt, alle Qualitätsbereiche wurden angeschaut, die wichtigen Prozesse in den Teams und mit den Trägervertretungen oder Trägerbeauftragten besprochen und im SpeQM-Praxishandbuch beschrieben. Der pädagogische und organisatorische Alltag wurde also einmal komplett „durchbuchstabiert“. Zahlreiche Kitas – zurzeit ungefähr 70 – sind jetzt auch bereits erfolgreich evaluiert und haben den KTK-Qualitätsbrief erhalten, die erste Kita ist bereits schon reevaluiert. Außerdem sind sechs Kitas mit dem KTK-Gütesiegel zertifiziert. Die 57 Kitas der dritten SpeQM-Staffel werden 2022 evaluiert und die Kitas der vierten SpeQM-Staffel, das sind noch 53 Einrichtungen, gehen nächstes Jahr in die Implementierungsphase. Nach der Evaluation geht der Blick schon in Richtung Reevaluation. Diese erfolgt alle fünf Jahre. Damit wird nachhaltig gesichert, dass SpeQM in den Kitas weiter die Grundlage der Arbeit bildet. Weiter ist es genauso wichtig, dass das SpeQM-Praxishandbuch aktuell gehalten wird und so immer die neuesten Erkenntnisse oder gesetzlichen Notwendigkeiten ihren Niederschlag in der Arbeit der Kitas finden können. So bleibt SpeQM dauerhaft und nachhaltig das Fundament für die Arbeit der Kitas. Für die Kitas wird so nach innen und außen deutlich, nach welchen Grundsätzen gearbeitet wird.

Für die katholischen Träger und Einrichtungen ist SpeQM der rote Faden, der die tägliche Arbeit durchzieht und die Wertegrundlage für alle bildet, die „wertvolle Verpackung“, in der die Wertegrundlage gesichert ist. Gleichzeitig ist das Qualitätsmanagementsystem Anreiz und Erinnerung, die Prozesse im Kita-Team und mit dem Träger gemeinsam anzuschauen und abzustimmen, ständig weiterzuentwickeln und gemeinsam an der Haltung und der Umsetzung der christlichen Wertegrundlage zu arbeiten.

Wie würden Sie das Profil der katholischen Kindertagesstätten im Bistum Speyer beschreiben?

KTK: Die Kitas im Bistum Speyer sind ein Ort von Kirche, in denen christliche Werte gelebt und in konkretes Handeln „übersetzt“ werden. Unser Glaube an den liebenden Gott ist für Kinder, Eltern und Mitarbeiter implizit und explizit erfahrbar. Durch das gemeinsame Leben nimmt dieser Glaube Gestalt an und kann neu oder wiederentdeckt werden. Gleichzeitig sind die Kitas Orte der Gemeinschaft für alle Menschen, unabhängig von irgendwelchen Voraussetzungen.

Die Kitas orientieren sich an den leitenden Perspektiven für die Seelsorge im Bistum Speyer und verwirklichen die Grunddienste. Dies zeigt sich daran, dass Gottes Frohe Botschaft gelebt und verkündet wird und Ausdruck findet im alltäglichen Miteinander und bei Projekten und Angeboten im kirchlichen Jahreskreis. Die Familien werden in ihrer Situation wahr- und angenommen. Der Glaube wird gemeinsam in Gottesdiensten und Ritualen wie gemeinsamen Gebeten gelebt und gefeiert. Und Gemeinschaftserfahrungen für Kinder und ihre Familien gehören selbstverständlich dazu und bilden die Grundlage.

Jede Kita hat ein Leitbild, in dem sie ihr Gottes- und Menschenbild beschreibt, dies wird in einer Konzeption ausgeführt und im SpeQM-Praxishandbuch im Detail in den einzelnen Prozessen beschrieben. Wichtig ist, dass dies alles nicht nur beschrieben ist, sondern gelebt wird. Jeder, der in eine unserer Kitas kommt, soll vor allem spüren, dass er hier willkommen und angenommen ist und dass vor Ort ein guter Geist weht. zg/Bilder: privat

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