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Ökumenischer Rat

Weltkirche trifft Pfalz

Alfred Mbaj aus Nairobi freut sich in der Stadt der Protestation zu sein

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Im Gespräch: Pfarrerin Christine Gölzer (v.l.), Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Reverend Eun Jeong Son, Erzpriester Georgios Basiou-dis, Oberkirchenrätin Marianne Wagner, Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, Pfarrer Florian Gärtner und Mara Zöller. © Landry/is

Speyer. Verspätet, übermüdet und überglücklich: Gäste der Weltkirchen-Versammlung waren in der Pfalz zu Besuch. Unter anderem bei einem bewegten Festgottesdienst in Speyer. Die Organisation war weniger gut, die Stimmung umso besser. Das ist das Fazit des sogenannten Gastwochenendes für Delegierte des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), deren Vollversammlung derzeit in Karlsruhe tagt. 90 internationale Gäste haben Ausflüge in die Pfalz unternommen. Die Angebote wurden begeistert angenommen. Alfred Mbaj aus Nairobi war das erste Mal in Europa und in Speyer. „Ich kann gar nicht glauben, dass ich in der Stadt bin, in der die Protestation begonnen hat. Es berührt mich sehr, hier zu sein, wo Menschen mutig für das Evangelium eingestanden sind!“ Auch das Unesco-Welterbe Kaiserdom und Judenhof wurden von ÖRK-Delegierten bestaunt.

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Ein Höhepunkt war der Festgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche, zu dem das Bistum, die Protestantische Landeskirche und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Südwest eingeladen hatten. Mit 170 Menschen aus allen Kontinenten konnten Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Erzpriester Georgios Basioudis von der griechisch-orthodoxen Kirche gemeinsam feiern. Sie stellten sich in einem Predigtinterview aktuellen und spontanen Fragen. Pfarrer Florian Gärtner, der den Missionarisch Ökumenischen Dienst (MÖD) in Landau leitet, interviewte mit Mara Zöller die Kirchenleitenden. Das Motto des ÖRK stand im Mittelpunkt: „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt.“ Angesichts globaler Krisen, Kriege und Klimawandel betonten die drei Geistlichen ihre gemeinsame Hoffnung auf die christliche Gemeinschaft in aller Welt.

Positives Menschen- und Gottesbild

„Ich habe ein positives Menschenbild“, sagte Bischof Wiesemann: „Wir trauen den Menschen viel zu wenig Gutes zu, das haben wohl auch wir Kirchen mit verschuldet.“ Kirchenpräsidentin Wüst bekräftigte: „Ich habe ein sehr positives Gottesbild, von einem Gott, der sein Volk an der Hand nimmt und immer wieder durch die Wüste führt.“ Die Menschheit habe schon viele Krisen durchlebt, daran dürfe man sich erinnern und festhalten. Gemeinsame Gebete und gelebte Spiritualität lassen Erzpriester Basioudis hoffen. „Diese wunderbar lebendigen Gottesdienste zur Vollversammlung geben nicht nur mir Kraft“, betonte er.

Auch die mitgebrachten Symbole der drei Geistlichen sprachen von ihrem Glauben. Eine schwarze Gebetsschnur mit Knoten, eine Art „orthodoxen Rosenkranz“ hat Georgios Basioudis stets in der Tasche, „damit man auch beim Warten auf die Bahn beten kann“. Ein schlichter weißer Teller ist für Kirchenpräsidentin Wüst „ein Symbol für die Tischgemeinschaft, dazu rund wie Gottes Welt“. Zerbrechlich wie der Teller sei, erinnere er daran, dass wir manches sorgsam schützen müssen. „Eine Stimmgabel passt zu mir und zum Gotteslob“, erläuterte Bischof Wiesemann sein Symbol. Es gehe im Miteinander um den richtigen Ton.

Ebenfalls symbolisch knüpfte die Gemeinde aus bunten Schals zum gleichnamigen Lied ein „Friedensnetz“. „Es ist ein Lied aus der Zeit des Kalten Krieges, als die Mauer in Deutschland noch stand – sie ist friedlich gefallen“, moderierte Pfarrerin Mechthild Werner die Aktion. Die Liturgie gestaltete unter anderen Oberkirchenrätin Marianne Wagner, die aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit in der Weltmission einige Gäste der Partnerkirchen persönlich begrüßen konnte. Ein besonderer Ehrengast war Konrad Raiser aus Magdeburg, von 1992 bis 2003 Generalsekretär des ÖRK. Schwungvoll begleitet wurde der Gottesdienst von Brassemble and Friends unter der Leitung von Landesposaunenwart Matthias Fitting und Dr. Wolfgang Werner an der Orgel. is

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