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Städtische Galerie - Retrospektive mit Werken des Künstlers Fred Feuerstein

Zeitreise zieht den Betrachter in ihren Sog

Von 
Nikolaus Meyer
Lesedauer: 
Die Städtische Galerie im Kulturhof Flachsgasse zeigt eine Retrospektive mit Werken des Künstlers Fred Feuerstein. Auf dem Bild sein Kunstwerk „Genese“, ein Bilderbuch mit fließenden Geschichten. An der Wand sein Bild „Veränderbare Welt“. © Venus

Speyer. Der 1946 im baden-württembergischen Oberhausen geborene und seit 1970 in Speyer als freischaffender Künstler lebende Fred Feuerstein konnte am 13. Mai sein 75. Wiegenfest feiern.

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Bei einem derart rührigen, allseits geschätzten und künstlerisch anerkannten Jubilar konnte man erwarten, dass die Städtische Galerie ihn mit einer umfangreichen Retrospektive würdigt.

Zur Person

Fred Feuerstein wird 1946 im baden-württembergischen Oberhausen geboren.

1961 bis 1964: Werkschule für Restaurierung und Kirchenmalerei in Bruchsal.

1964 bis 1965: Kunstschule Rödel, Mannheim.

1965 bis 1969: Studium Malerei und Bildhauerei, Freie Akademie Mannheim.

Seit 1970 freischaffender Künstler in Speyer.

Lokale, regionale und internationale Einzel- und Gruppenausstellungen.

Kunstaktionen und kunstpädagogische sowie interdisziplinäre Partizipationsprojekte im öffentlichen Raum. mey

Die ein künstlerisches Leben zusammenfassende Werkschau wird am heutigen Freitag, 16. Juli, um 18 Uhr im Kulturhof Flachsgasse eröffnet. Erstmals seit langer Zeit findet auch wieder eine Vernissage statt. Allerdings müssen die Veranstalter auf gutes Wetter hoffen, denn die Eröffnungsveranstaltung findet wegen Corona im Außenbereich statt.

Nach der Begrüßung durch Kulturdezernentin Monika Kabs führt der für seine exzellenten Analysen bekannte Hans-Jürgen Herschel in die Ausstellung ein. Anschließend kann die Kunstschau besichtigt werden. Wegen Corona-bedingten Einschränkungen dürfen sich maximal 20 Personen gleichzeitig in der Galerie aufhalten.

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Vielschichtige Ausdrucksformen

Die Gelegenheit, bei der Jubiläumsausstellung in die künstlerische Welt von Fred Feuerstein einzutauchen, sollten sich Kunstfreunde keinesfalls entgehen lassen. Unter dem Titel „Innen-Reisen – Fred Feuerstein unterwegs“ legt sie mit vielschichtigen Ausdrucksformen Zeugnis ab vom handwerklichen Können und der schier unerschöpflichen künstlerischen Inspiration des weit gereisten Malers und Bildhauers. Die beiden Titelteile „Innen-Reisen“ und „Fred Feuerstein unterwegs“ stehen nur scheinbar im Widerspruch zueinander. Denn beide Aspekte sind auf höchst eindrucksvolle Weise in die Kunstschau eingeflossen.

Zu sehen sind Bilder, Plastiken, Objekte und Installationen aus fünf Jahrzehnten, die dank der Verwendung hochwertiger Materialien immer noch wie neu wirken. Fakt ist ferner, dass die künstlerische Zeitreise des experimentierfreudigen Gestalters den Besucher in besonderer Weise als Betrachter fordert. Intellektuelle Fähigkeiten sind beispielsweise hilfreich bei der Ein- und Zuordnung der holografischen Arbeiten. Von der Fläche gelöst, gestehen sie der Fantasie individuelle Freiräume für eigene Interpretationen zu.

Als weitere Paradebeispiele sind mehrere farbige Objekte zum Thema Energie und Resonanz zu nennen. Die in den Raum gestellte Frage lautet: Wie viel Energie floss seitens des Künstlers in das jeweilige Werk ein und auf welche Resonanz stößt es beim Betrachter? Wobei Feuerstein mit der Farbigkeit ganz bewusst einen Kontrast zur dunkel empfundenen Gegenwart und zunehmenden Entfremdung setzt.

In den Rückblick auf fünf Jahrzehnte künstlerische Tätigkeit reiht sich nahtlos die Installation „Genese“ ein. Auf einer circa 1,50 Meter hohen und an einen Obelisken erinnernden Stele ist ein klappbares „Bilderbuch“ mit 64 Einzeltafeln aufgesetzt. In einem fließenden Prozess erzählen sie vom Urknall über die Entstehung von Fauna und Flora, der Ankunft menschlichen Lebens und kosmischer Einflüsse bis zum Zeitalter der Industrialisierung vom Werden und Vergehen weltgeschichtlicher Entwicklungen und Ereignisse.

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Nachhaltige Spuren finden sich ebenso in Bildwerken wie dem 1,20 mal 1,50 Meter messenden Ölgemälde „Veränderte Welt“. Ähnlich wie im Bilderbuch hat Feuerstein mit viel Fantasie eine außergewöhnliche Entwicklungsgeschichte gemalt. Wie dieses großformatige Werk überzeugen aquarellierte Altrheinauen und Reiseeindrücke durch ästhetische Farbgebung und eine sehr persönliche Formensprache.

Das Spektrum der Bilderwelten wird ergänzt durch zwei Serien, in der einerseits einzelne Farbsegmente mikroskopisch aufgelöst erscheinen, andererseits die visionäre Serie „Atlantis“ Vergänglichkeit thematisiert. Das malerische Spektrum tiefschürfender Gedankengänge mit poetischem Weltbezug und energetischen Resonanzen vervollständigen großformatige Triptychon wie „Metamorphose“ und „Veränderbarer Raum“, gefertigt mit Acryl auf Sackleinen. Die Ausstellung wird auch in einem Buch über das Leben und Wirken von Fred Feuerstein berücksichtigt, das nach Auskunft von Galerieleiter Franz Dudenhöffer im Herbst erscheinen soll.

Freier Autor 1993: Beginn journalistische Tätigkeit als freier Journalist und ständiger Mitarbeiter der Speyerer Tagespost. Nach Einstellung der traditionsreichen Zeitung am 31. Dezember 2002 verzugsloser Wechsel als ständiger Mitarbeiter zur Schwetzinger Zeitung. Verfasser mehrerer Sonderserien. Unter anderem: Chronik der Speyerer Luftfahrtgeschichte und 4-teilige Serie 40 Jahre Bundeswehrgarnison Speyer mit militär-historischem Rückblick. Ferner Reiseberichte Litauen und Lettland. Sonderseite Geschichte, Brand und Wiedereröffnung Anna Amalia Bibliothek Weimar. Exklusiv-Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie Ex-Staatspräsident Lech Walesa, Kaiserliche Hoheit Prinzessin Alix Napoleon, Schauspieler Mario Adorf, Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel, Weltschiedsrichter Markus Merk. Ungeachtet dessen bilden kommunale Ereignisse der Stadt Speyer den Schwerpunkt der Berichterstattung. Sonstiges: Autor des 2006 erschienenen Buches „Höhepunkte der Speyerer Stadtgeschichte in Versen, Texten und Bildern“.

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