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Montagsspaziergänge - Was sagen die Verantwortlichen der Evangelischen Kirche zu den Protesten?

Zu einem stärkeren Miteinander aufrufen

Von 
epd
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Speyer. Kirchengemeinden der evangelischen Kirche der Pfalz reagieren bisher zurückhaltend auf sogenannte Montagsspaziergänge von Gegnern der Corona-Maßnahmen. Auf die oft nicht angekündigten Proteste gab es bisher kirchlicherseits keine Reaktion, lautet das Ergebnis einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den Dekanaten. Teilweise wird in den Kirchengemeinden aber diskutiert, wie man sich zukünftig gegenüber den Demos der Kritiker verhalten soll.

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Der Gemeindepädagogische Dienst (GPD) Kaiserslautern sei einem neuen Bündnis „Für ein Miteinander“ mit rund 20 Einrichtungen, Verbänden und Kirchen beigetreten, informierte Diakon Jürgen Jäger vom GPD. Das vom Stadtjugendring initiierte Bündnis überlege nun, wie man auf die Montagsspaziergänge reagieren wolle.

An den vergangenen drei Montagen sind in Kaiserslautern nach Polizeiangaben insgesamt rund 3500 Kritiker der Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Dekan Richard Hackländer setzt sich dafür ein, dass der Kirchenbezirk eine geplante Stellungnahme des Bündnisses zu den Protesten mittrage.

Nicht in eine Schublade stecken

Der Germersheimer Dekan Michael Diener warnte davor, die Teilnehmenden der Anti-Corona-Proteste zu „schubladisieren“. „Das sind in der Regel keine Rechtsextremen und keine Corona-Leugnerinnen“, sagt er. Der Kurs der Kirche sei, bei friedlichen Demonstrationen in Germersheim mit regelmäßig bis zu 150 Demonstrierenden aus allen Bevölkerungsschichten zu deeskalieren. „Widerstand erzeugt vor allem die angekündigte Impfpflicht, spezifisch für Kinder“, sagt Diener. Mehrfach habe er in Predigten zur Verständigung aufgerufen.

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Die Kirchen in Neustadt überlegten, mit einer ökumenischen Andacht den „Montagsspaziergängen“ entgegenzuhalten, informiert Dekan Andreas Rummel. Die Stimmung beim Protestzug am Montag vergangener Woche sei gereizt gewesen. Auf eine Andacht sei verzichtet worden, um eine Aufheizung zu vermeiden und den „Spaziergängern“ nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig zu geben, sagt Rummel.

Auf einen kleinen „Spaziergang“ am Montagabend vergangener Woche mit 40 Teilnehmenden und 15 Gegendemonstranten habe es in Ludwigshafen keine kirchliche Reaktion gegeben, berichtet Dekanin Barbara Kohlstruck. Das Dekanat Pirmasens ignoriere die wenigen Teilnehmer weitgehend. epd

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