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Zusammenstehen in diesen schweren Zeiten

Bonifatiuswerk eröffnet bundesweite Diaspora-Aktion und verleiht einen Preis

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Vertreter des Bonifatiuswerkes mit OB Stefanie Seiler, den Bischöfen Otto Georgens, Czeslaw Kozon aus Kopenhagen, Karl-Heinz Wiesemann und Philippe Jourdan aus Tallin sowie Ordensschwester Margareta Kühn. © Bonifatiuswerk/Marius Thöne

Speyer. Mit einem Pontifikalamt hat das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken am Sonntag im Dom zu Speyer die bundesweite Diaspora-Aktion der katholischen Kirche eröffnet. Sie steht unter dem Leitwort „Mit Dir zum Wir“. Das soll deutlich machen, dass es heute, da mitten in Europa Krieg geführt wird, auf jeden Einzelnen ankommt, damit Glaube und Gesellschaft von Menschen leben, die sich gegenseitig bestärken und untereinander solidarisch sind.

„Das Motto könnte aktueller nicht sein in einem weltgeschichtlichen Augenblick, da die Menschheit am Scheideweg steht, ob sie die großen globalen Fragen und Probleme durch zersetzende Machtspiele oder durch allumfassende Solidarität tatkräftig angehen will“, sagt der Speyerer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Predigt. Die Katholiken forderte er auf, sich nicht ins Schneckenhaus zurückzuziehen. „Wir dürfen nicht zur Sekte werden“, so Wiesemann. Christen seien von ihrer Bestimmung her Netzwerker in dieser Welt: „Sie sind Menschenfischer im besten Sinn des Wortes.“

Wichtiger Inspirator für uns alle

Das Bonifatiuswerk sei vor dem Hintergrund der radikalen Veränderungen, die sich in der kirchlichen Landschaft aktuell vollzögen, wichtiger und Mut machender Inspirator, so Wiesemann weiter. Er nannte dafür beispielhaft die Boni-Busse, kreative Projekte und die katechetischen Materialien, die das Hilfswerk mit Sitz in Paderborn für die Erstkommunion- und Firmvorbereitung zur Verfügung stellt. „So werden wir mit hineingenommen in die ermutigenden Glaubenserfahrungen der Kirche in der Diaspora“, sagt Wiesemann während des Gottesdienstes zur Aktionseröffnung, an der die Bischöfe Czeslaw Kozon aus Kopenhagen und Philippe Jourdan aus Tallin als Konzelebranten mitwirkten.

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Beim anschließenden Festakt berichteten die beiden Bischöfe, deren Länder im Fördergebiet des Bonifatiuswerkes liegen, über die Situation der Katholiken in ihren Ländern. In beiden Staaten liegt der Katholikenanteil unter einem Prozent. Moderator Tim Niedernolte vom ZDF kam auch mit Schwester Margareta Kühn von der Berliner „Manege“ ins Gespräch. Die Einrichtung für Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen ist eines der Beispielspendenprojekte der jetzigen Diaspora-Aktion. „Bei uns geht es nicht um Themen wie Missbrauch oder den Synodalen Weg“, erzählt Schwester Margareta. „Bei uns fragen alle, seid ihr da und wann kann ich zu euch kommen.“

Die stellvertretende rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Katharina Binz betont beim Festakt: „Das diesjährige Motto der Aktion könnte treffender nicht sein: Es ist eine Aufforderung an uns alle, in diesen schweren Zeiten zusammenzustehen. Ziel des Bonifatiuswerkes ist es, die Gemeinschaft im Glauben zu stärken – zum Wohle der Menschen und für unser aller Gemeinwohl.“

Heinz Paus, dessen Zeit als Präsident des Bonifatiuswerkes endet, blickt in seiner Ansprache auf die 170-jährige Geschichte. Er äußerte die Hoffnung, dass der mollgestimmte Grundton bei kirchlichen Themen sich aufhellt. Man unterstütze als rein spendenfinanziertes Hilfswerk Kirchengemeinden in Gebieten Nord- und Ostdeutschlands sowie in Nordeuropa, Lettland und Estland, in denen Katholiken in der Minderheit sind. Im vergangenen Jahr flossen fast elf Millionen Euro in mehr als 700 Projekte, darunter Kirchenneubauten, Personalstellen und die rapsgelben Boni-Busse.

Gemeinschaft erleben

Die Aktion findet ihren Höhepunkt am übernächsten Sonntag, 20. November. Dann fließen bundesweit die Kollekten in allen katholischen Kirchen ans Bonifatiuswerk. „Wir helfen in Ländern, in denen katholische Christinnen und Christen in einer Minderheit leben. Wir helfen, dass sie Gemeinschaft erleben können. Dafür sind wir auf Spenden und Kollekten angewiesen“, unterstreicht Ingo Imenkämper, der neue Geschäftsführer des Hilfswerkes. „Wir Menschen sind Beziehungswesen. Wir leben von einer Gemeinschaft, die uns trägt und die uns hält. Das zeigt uns nicht nur die Corona-Pandemie, sondern all das, was uns im Moment herausfordert an Krisen. Ohne das Gegenüber, ohne die Gemeinschaft geht es nicht“, so der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen.

Während der Aktionseröffnung wurde auch der mit insgesamt 10 000 Euro dotierte Bonifatiuspreis verliehen. Der erste Preis ging an den Kinderpilgerweg in Telgte, Bistum Münster. Der Trostkoffer des Pfarrverbandes Stiftsland im Erzbistum München und Freising schaffte es auf Platz zwei, Platz drei belegte die Radiokinderkirche aus Kiel im Erzbistum Hamburg. Ein Sonderpreis ging ans Projekt „Helfende Hände“ der Katholischen Kirchengemeinde in Winnweiler im Bistum Speyer. is