Bahn - Französische Initiative wirbt für neue Schienenverbindung Mit dem Nachtzug von Mannheim nach Barcelona

Von 
lsw
Lesedauer: 

Heidelberg. In Frankfurt, Heidelberg oder Karlsruhe in den Zug einsteigen, einschlafen und in Barcelona zum Frühstück aufwachen, das wäre was. „Das kann auch gut was werden“, sagt nun eine französische Initiative. Sie wirbt für ihren Traum von einer Verbindung zwischen Rhein-Main und Katalonien.

Das Problem: die Kosten

AdUnit urban-intext1

Nach einer neuen Machbarkeitsstudie zur Nachtzugstrecke könnte es tatsächlich Interesse geben an der Passagier- und Güterzugstrecke – nicht nur von Unternehmen, sondern auch von Urlaubern. Denn die Corona-Krise hat das Reiseverhalten der Menschen verändert. Und die Debatte über den Klimawandel beschleunigt die Renaissance des Bahnfahrens zusätzlich. Der französische Nachtzug-Verein „Association Objectif Train de Nuit“, 2019 aus einer Bürgerinitiative hervorgegangen, rechnet mit rund 164 000 Reisenden im Jahr zwischen Spanien und der Main-Metropole. Außerdem soll eine Kombination aus Personen- und Güterwaggons mit dem stauintensiven Lkw-Verkehr auf der langen Strecke konkurrieren.

Die Trasse der Verbindung von und nach Katalonien könnte nach den Vorstellungen des Vereins von Barcelona über Montpellier, Avignon, Lyon, Straßburg, Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim nach Frankfurt führen. „Das wäre das zentrale Puzzlestück für das Nachtzugnetz zwischen den Metropolen Europas“, sagte der Grünen-Politiker Cem Özdemir aus Stuttgart. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bezeichnete Nachtzüge als „gute Botschaft für Bahnreisende, für Europa und fürs Klima“.

Das Problem sind bei dem leidenschaftlich beworbenen Projekt die Kosten. Denn die Finanzierungsfrage für die Strecke zwischen Barcelona und Frankfurt ist noch nicht beantwortet. „Ein reiner Passagierzug würde sich derzeit wirtschaftlich nicht lohnen“, sagt Eric Boisseau, der Vorsitzende der Nachtzug-Initiatoren. „Aber er wäre lohnend, wenn sich ein kombiniertes Modell umsetzen lässt.“ lsw