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Parteien - Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller stellen sich Anfang Dezember zur Wahl

Neue Köpfe für die Spitze der Grünen

Von 
Renate Allgöwer
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Stuttgart. Beim Landesparteitag am ersten Dezemberwochenende wählen die baden-württembergischen Grünen eine neue Führungsspitze. Aller Voraussicht nach werden Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller das neue Spitzenduo bilden. Sie sind bisher die einzigen Kandidaten. Weitere werden nicht erwartet.

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© picture alliance/dpa

Pascal Haggenmüller ist 33 Jahre alt, hat bereits eine Bundestagskandidatur für den Wahlkreis Karlsruhe Land hinter sich (2017) und ist schon seit 15 Jahren bei den Grünen. Er ist in Oberderdingen im Kraichgau aufgewachsen, hat in Freiburg Politik, Geschichte und Italienisch studiert, arbeitet nun für die Brettener Landtagsabgeordnete Andrea Schwarz und ist stellvertretender Bezirksbeirat im Stuttgarter Osten.

„Ich verstehe die Partei gut“, hält sagt Haggenmüller. Wie seine voraussichtliche Co-Vorsitzende Schwelling hätte auch er lieber ein Ampelbündnis als eine grün-schwarze Koalition in Baden-Württemberg gesehen. Aber der Drops sei gelutscht, sagen beide. Haggenmüller bekräftigt, „es bringt nichts, wenn wir uns öffentlich zerlegen“. Jetzt loben beide den Koalitionsvertrag.

Lösungen vor Ort suchen

Haggenmüller schickt sich an, den Grundstein für ein erfolgreiches Abschneiden der Grünen bei der Kommunalwahl 2024 zu legen, denn „wir müssen im ländlichen Raum besser Fuß fassen.“ Für den Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft QueerGrün ist in der Zeit zwischen den Wahlen die Zeit für Programmarbeit: „Wir wollen in den nächsten zwei Jahren die Zeit der Partei ausrufen.“ Regionalkonferenzen, Bürgerdialoge, „vor Ort Lösungen für die Zukunft finden“, ist Haggenmüllers Konzept, um die Basis einzubinden.

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Immerhin habe sich die Mitgliederzahl in Baden-Württemberg in den vergangenen zweieinhalb Jahren verdoppelt. Dadurch ist sie vielfältiger geworden, das will Haggenmüller in den Parteistrukturen zum Ausdruck bringen. Auch den Ton der Leute will er besser treffen und die Akademikerpartei ausweiten. Gemeinsam mit Lena Schwelling könnte das klappen, meint der Kandidat. „Sie fuchst sich mit unglaublicher Leidenschaft in Themen rein und stellt die Sache über die eigene Person“, lobt er. „Sie ist genau wie ich ein Parteimensch. Da kann was richtig Gutes draus entstehen“.

Sogar die Hobbys teilen die beiden. Für Haggenmüller bedeutet Freizeit, alle elektronischen Geräte auszustecken und zu wandern. Gerne in den Alpen, am liebsten im Ötztal, aber der Schwarzwald ist auch okay. Auch Lena Schwelling gefällt alles, was mit Bergen zu tun hat – Klettern, Wandern, Bergsteigen. Haggenmüller sei systematisch, akribisch, „mit viel Herzblut, gerade für Vielfaltthemen“, meint Schwelling und ist überzeugt: „Wir würden ein gutes Team abgeben.“

Masterarbeit als Ideengeber

Haggenmüller sieht sich als „Konsensmensch“. Schwelling nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Sie hat sich bereits als Vorsitzende der Grünen-Jugend mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann angelegt. Sollte die Partei das Gefühl haben, in der Landesregierung und der Landtagsfraktion gehe es mit der Umsetzung des Koalitionsvertrags nicht schnell genug voran, werde sie das „mit Nachdruck“ deutlich machen.

Schon fast 15 Jahre lang ist Schwelling bei den Grünen, im Alter von 16 Jahren kam sie in den Landesvorstand der Grünen Jugend. Aktuell sitzt sie im Ulmer Gemeinderat, und dort will sie auch als Landesvorsitzende bleiben. Sie hat ihren Bachelor in Geschichte und Germanistik in Stuttgart gemacht, jetzt liegt ihre Masterarbeit an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Ludwigsburg in den letzten Zügen.

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Darin geht sie der Frage nach, warum es so wenig Rathauschefinnen gibt. In der Arbeit entwickelt Schwelling ein Netzwerkkonzept, um Frauen zu bestärken, für öffentliche Ämter anzutreten. Das Konzept will sie zusammen mit Haggenmüller gleich auch auf die Parteiarbeit übertragen.

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