Corona - Baden-Württemberg will Beschäftigte an Schulen und in Kindergärten bei den Impfungen vorziehen Lehrkräfte und Kita-Personal früher dran

Von 
Michael Schwarz
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Stuttgart. Grundschulen sind schrittweise wieder im Präsenzbetrieb – und auch die Kitas haben offen. Noch bevor es auf Bundesebene eine Regelung gibt, hat Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) angekündigt, wegen der Öffnungen Lehrer und Erzieher bei den Corona-Impfungen vorzuziehen – sie sollen in die zweite Gruppe aufrücken. Seit Montag können sie Impftermine vereinbaren. Lehrer und Erzieher würden an vorderster Front stehen, wenn Schulen und Kitas jetzt öffnen würden, begründet Lucha die Entscheidung.

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Die Lehrer und Erzieher können seit gestern ihren Impftermin in einem für sie günstig gelegenen Impfzentrum ganz regulär über die Telefonhotline 116 117 oder online unter www.impfterminservice.de buchen. Festgelegte Mengen für sie gibt es nicht. Impfberechtigt sind alle Lehrer und Erzieher, es gibt keine Unterscheidung zwischen Schularten oder der Art der Tagesbetreuung. Möglich wurde das Vorziehen der Impfungen durch die erhöhte Verfügbarkeit des Impfstoffes Astrazeneca, der in Deutschland nur bei Menschen unter 65 Jahren verimpft wird. „Bis Mitte März wird Baden-Württemberg rund 450 000 Impfdosen Astrazeneca erhalten, so dass wir den unter 65-Jährigen aus den Stufen 1 und 2 ein Impfangebot machen können“, hieß es aus dem Sozialministerium. Erste Impfungen soll es schon Anfang März geben.

GEW sieht Klärungsbedarf

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Monika Stein, sieht Klärungsbedarf. „Die Schulen warten noch auf Informationen, wie das umgesetzt werden kann. Ich hoffe, dass alle sehr schnell Impftermine angeboten bekommen“, sagt Stein dieser Redaktion. Solange nicht alle Lehrkräfte Impfangebote erhalten hätten, müsse die Landesregierung „den Turbo bei den weiteren Schutzmaßnahmen einschalten“. Wichtig seien hier „Schnelltests auch für Schülerinnen und Schüler sowie endlich mehr Personal, damit die Schulen die nächsten 20 Schulwochen gut bewältigen können“, erklärt Stein.

Erste Rückmeldungen vom Tag der Öffnung von Grundschulen und Kitas zeigten, „dass nicht überall genug für die Sicherheit getan wurde, Gruppen zu groß sind und es für die Lehrkräfte nicht möglich war, vor Unterrichtsbeginn Schnelltests zu machen“, erläutert Stein. „Eine vorzeitige Impfung ist auch wichtig im Hinblick auf eine Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht, der für die Schülerinnen und Schüler von enormer Bedeutung ist“, sagt auch Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Sie hatte zuvor bereits darauf gedrängt, Lehrer und Erzieher früher als ursprünglich geplant zu impfen.

Korrespondent