Beherzter Einsatz gegen die Einsamkeit

Assistenz: Professionelle Unterstützung in emotional schwierigen Situationen

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Gesellschaft ist in jedem Alter wichtig. © djd/Büchmann/Seminare/Thomas Bartel (BdSAD)

Unter der Pandemie haben gerade die zwischenmenschlichen Beziehungen stark gelitten. Einsamkeit ist Studien zufolge in nahezu allen Altersgruppen zu einem Problem geworden.

Auch moderne Kommunikationsmittel und -wege konnten daran nicht viel ändern. Speziell ältere Menschen erlebten und erleben das Gefühl der Einsamkeit als äußerst belastend, denn ihre oft ohnehin schon begrenzte Teilhabe am Alltag wurde nochmals erheblich eingeschränkt.

Professionelle Unterstützung bewahrt vor Einsamkeit

In dieser schwierigen Situation waren und sind professionelle Senioren-Assistentinnen und -Assistenten besonders gefragt. Der Bogen ihrer Tätigkeit ist weit gespannt: Unterhaltung und geistiger Austausch in Gesprächen, gemeinsame Spiele oder Unternehmungen wie Spaziergänge oder Tagesausflüge bis hin zum Konzert- oder Theaterbesuch. Dazu kommt die Begleitung zu Terminen bei Ärzten oder Behörden. Pflegerische Aufgaben oder klassische Haushaltsdienste gehören dagegen nicht zum Tätigkeitsspektrum.

„Einsamkeit findet ganz real statt, eventuell schon im Haus nebenan. Senioren-Assistenten tun etwas dagegen“, erklärt Ute Büchmann. Schon vor vielen Jahren hat sie den wachsenden Bedarf an individueller Zuwendung und Unterstützung im Alter erkannt und daraus das Berufsfeld der qualifizierten Senioren-Assistenz entwickelt. Seither wurden nach dem „Plöner Modell“ rund 1800 Frauen und Männer bundesweit für diese spezifische Dienstleistung geschult.

Wünsche und Anforderungen sehr unterschiedlich

„Die Wünsche und Anforderungen der Senioren sind höchst individuell“, berichtet Ute Büchmann. Die Aktivierung von Körper, Geist und Seele könne und solle genau dort ansetzen, wo es nach dem ganz persönlichen Empfinden der älteren Menschen als wohltuend, hilfreich und anregend angenommen wird. „In jeder Situation begegnen die Fachkräfte den Älteren auf Augenhöhe, mit Wertschätzung, Würde und Respekt“, betont Büchmann.

Nur auf dieser Grundlage sei es möglich, Schritt für Schritt und behutsam gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und Nähe zuzulassen. In aller Regel würden daraus meist sehr enge und stabile Beziehungen zwischen den Beteiligten entstehen. Senioren-Assistenz ist eine Tätigkeit nah am Menschen. djd