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Einen guten Pflegedienst finden

Hilfestellung: Welche Kriterien auf der Suche nach der passenden Pflege weiterhelfen können

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Region. „Pflege ist ein sehr sensibles Thema“, sagt Carmen Kurz-Ketterer von einem Alten- und Krankenpflegedienst in Oftersheim. „Wer gepflegt wird, teilt einen ganz privaten Teil seines Lebens mit zunächst fremden Pflegepersonen. Das erfordert ein sehr großes Vertrauensverhältnis – sowohl, was die Pflege als solches und die fachliche Seite betrifft als auch die Diskretion und den vertrauensvollen Umgang mit dem Zugang zum eigenen Heim.“

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Doch wie findet man im Fall der Fälle einen Pflegedienst, der zu einem passt und dem man Vertrauen schenken kann. Gemeinsam mit befreundeten Pflegediensten aus der Region hat Kurz-Ketterer einige Kriterien herausgearbeitet, die auf der Suche nach einem guten Pflegedienst helfen können:

1. Transparenz

Gute Pflege hat auch sehr viel mit Vertrauen zu tun. © pixabay.com

„Ein seriöser Pflegedienst ist absolut transparent bei den Kosten und der Abrechnung“, sagt Uwe Ullmann vom ambulante Dienst Pflege Daheim in Schwetzingen und führt aus: „Das bedeutet, dass der Dienst einen Versorgungsvertrag macht und einen übersichtlichen Kostenvoranschlag. Außerdem können die Kunden bei einem guten Pflegedienst jederzeit ihre Rechnungen einsehen.“ Hinzu komme, dass die entsprechenden Leistungen immer am Ende eines jeden Monats vom Kunden oder dessen Angehörigen unterschrieben werden. Will ein Dienst am Anfang des Monats schon eine Unterschrift, sei das oft fragwürdig. Denn so hat der Kunde im Zweifel gar keinen Überblick darüber welche Leistungen tatsächlich abgerechnet würden.

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Trotzdem, und das will Ullmann bei allem Engagement für die Lebensqualität der Patienten nicht unter den Tisch kehren, passieren manchmal im geschäftigen Alltag Fehler. „Überall dort wo Menschen arbeiten passieren Fehler und Fehler können dann behoben werden, wenn Unternehmen diese offen angehen. Wir haben eine offene Fehlerkultur, und packen mit unseren Mitarbeitern gemeinsam an, die Pflege zu Hause noch besser zu gestalten“, sagt er. „Klar werfen fehlerhafte Rechnungen von Pflegediensten einen Schatten auf uns, aber gerade deshalb, weil wir die Qualität in allen Bereichen unseres Unternehmens transparent und für alle Beteiligten offensichtlich Vorleben, vertrauen uns unsere Klienten sehr.“

2. Beratung

„Beratung ist eine ganz wichtige Aufgabe des Pflegedienstes“, fügt Aldona Weidler vom Pflegedienst Re-Vital Aldona Weidler in Reilingen einen weiteren Aspekt hinzu, der einen guten Pflegedienst ausmacht. „Eine Beratung vor Ort solle am Anfang jeder Pflege stehen. Denn nur, wer die Gegebenheiten vor Ort und die zu pflegende Person kennt, kann realistisch einschätzen, welches Maß an Pflege sinnvoll und nötig ist und auf dieser Grundlage einen Kostenvoranschlag machen“, sagt sie. Bei einem guten Pflegedienst seien zudem die Fachkräfte so gut aus- und weitergebildet, dass sie auch im Alltag mal einen Begriff erklären und bei der Bürokratie mit kurzen Antworten weiterhelfen können.

3. Fachkraftquote

Aus- und Weiterbildung ist ein weiteres wichtiges Stichwort bei der Wahl eines Pflegedienstes. Ganimet Izci vom Schwetzinger Pflegedienst Schwesterliebe erklärt: „Je höher die Fachkraftquote bei einem Pflegedienst ist und je besser die Kräfte aus- und weitergebildet sind, desto besser ist es für die Kunden. Schließlich ist die ambulante Pflege sehr herausfordernd. Die Pflegekräfte sind häufig alleine unterwegs und müssen in jeder Situation kompetent reagieren. Sie müssen auch bei Patienten, die sich nicht täglich sehen, einschätzen können, wie sich ihr Zustand verändert hat. Sie müssen selbstständig entscheiden, wann etwas akut ist und sie einen Arzt oder Angehörige informieren müssen.“ Somit ist klar, dass es auf die Kompetenz und die Schulung jedes einzelnen Mitarbeiters ankommt. Auch deshalb bilden Ganimet Izci und ihre befreundeten Kollegen aus und kooperieren eng mit den Schulen.

4. Diskretion

„Einen guten Pflegedienst erkennt man auch daran, dass er vertrauensvoll und diskret mit den Daten seiner Kunden umgeht“, sagt Viviane Reize vom Häuslichen Pflegedienst Annelen Reize in Mannheim. „Wie vermögend oder arm, wie krank oder gesund, wie hilfsbedürftig oder nicht ein Mensch ist, bekommen die Pflegekräfte zwar häufig mit. Doch es ist auch ihre Aufgabe dieses Wissen für sich zu behalten und nicht nach außen zu tragen. Schließlich ist die häusliche Pflege ein sensibles Vertrauensverhältnis, das absoluter Diskretion bedarf. Vertrauen ist das A und O.“

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5. Empfehlungen

„Auf der Suche nach einem guten, passenden Pflegedienst hilft es oft weiter, sich am Ort umzuhören“, empfiehlt Carmen Kurz-Ketterer. Eine gute Möglichkeit sei es, den Arzt des Vertrauens nach Empfehlungen zu fragen. Doch auch Bekannte können auf der Suche Empfehlungen aussprechen. „Dabei muss der beste Pflegedienst nicht unbedingt der sein, über den am meisten gesprochen wird“, gibt Kurz-Ketterer zu bedenken. „Die Dienste, die gut arbeiten fallen oft wenig auf. Sie arbeiten geräuschlos und zuverlässig.“

Zudem gibt es natürlich jährliche Prüfungen der Pflegedienste und eine entsprechende Bewertung. „Das kann ein Anhaltspunkt sein“, sagt Kurz-Ketterer. „Aber man sollte dabei bedenken, dass der Bewertung nur eine Stichprobe pro Jahr zu Grunde liegt und auch Kriterien wie die Dokumentation eine Rolle spielen. Wie die Pflegekräfte im direkten Kontakt mit den Patienten arbeiten, kann man vor allem in der persönlichen Begegnung erfahren.“

6. Pflege bis zum Schluss

„Ein guter ambulanter Pflegedienst lässt den Kunden am Lebensende nicht alleine, für viele Menschen ist es ein großer Wunsch zu Hause sterben zu dürfen“, sagt Viviane Reize. Denn auch über solche Fragen kann man schon bei der Wahl des Pflegedienstes nachdenken.

7. Sympathie

Schlussendlich kommt es natürlich auch auf die persönliche Sympathie an. Wie passt die Chemie zwischen Patient und Pflegekraft? Wie gut werden die persönlichen Grenzen gewahrt und die Selbstbestimmung der Patienten akzeptiert?

„Wie würde ich später gerne gepflegt werden?“ Diese Frage stellen sich Carmen Kurz-Ketterer und ihre befreundeten Kollegen und Kolleginnen immer wieder. Und die Antwort auf diese Frage leitet sie bei ihrer täglichen Arbeit. imp/pr

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