Fußball - Das 2:2 in Leverkusen fühlt sich für Mainz nach zwei späten Toren wie ein Sieg an Ein Punkt fürs Konto – und vor allem fürs gute Gefühl

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dpa
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Leverkusen. Nach dem „gefühlten Sieg“ freute sich Martin Schmidt auf die rund 200 Kilometer lange Heimfahrt mit Sportvorstand Christian Heidel. „Ich habe den Spielern gesagt: Freut euch richtig und habt Spaß. Christian Heidel und ich werden auch Spaß haben“, sagte der Sportdirektor des FSV Mainz 05 nach dem 2:2 (0:1) bei Bayer Leverkusen. Allerdings wollte der aus der Schweiz stammende Schmidt mit dem vor seiner Rückkehr nach Mallorca ausgewanderten Heidel nicht nur über Fußball sprechen: „Wir reden auch über Privates. Ich erzähle ihm, wie es in den Bergen läuft und er mir über das Meer.“

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Die Gespräche über Fußball verlaufen in Mainz in der (ausgefallenen) Karnevalswoche deutlich positiver als vor der Rückkehr von Ex-Trainer Schmidt, dem langjährigen Manager Heidel und Ex-Spieler Bo Svensson als Chefcoach. Der Abstand auf den Relegationsplatz schrumpfte vor dem Montagsspiel von Arminia Bielefeld beim FC Bayern München auf drei Punkte. Zum Hinrunden-Abschluss vor dreieinhalb Wochen waren es noch acht gewesen.

Zwar hat die Arminia noch zwei Spiele weniger absolviert, doch auch Hertha BSC ist nur vier Zähler entfernt. Und zum ersten Mal in ihrer Bundesliga-Historie holten die Mainzer nach der 88. Minute noch einen Zwei-Tore-Rückstand auf. Dennoch mahnte Schmidt: „Wir dürfen nicht abheben, wir haben noch viel vor uns.“ Ähnlich äußerte sich Svensson: „Wir haben noch einen langen Weg vor uns.“

In erster Linie war der FSV-Trainer aber „sehr stolz“ auf sein Team. „Wenn du so viele Torchancen nicht reinmachst und dann in der 84. Minute den Nackenschlag zum 0:2 kriegst, ist es unwahrscheinlich, dass du in Leverkusen noch was holst. Aber die Jungs haben nie gezweifelt und nie aufgegeben“, lobte der Däne. Svensson selbst hatte gleich in dreierlei Hinsicht großen Anteil am Punktgewinn, der emotional so viel mehr wert sein könnte. Zum einen stellte er beim 0:1 zur Pause etwas um, ließ sein Team höher attackieren. Zweitens puschte er sein Team auch verbal, rief immer wieder lautstark „Risiko gehen“ aufs Feld. Und drittens wechselte er die Torschützen ein und bewies damit ein glückliches Händchen. Er wolle jetzt aber nicht als „Taktik-Fuchs“ bezeichnet werden, sagte Svensson, Winter-Zugang Robert Glatzel kam elf Minuten vor seinem ersten Bundesliga-Tor (89.), Kevin Stöger traf neun Minuten nach seiner Einwechslung zum Ausgleich (90.+2). dpa