Fußball - Leipzigs Trainer stichelt nach 0:2 gegen Liverpool / Hohe Fehlerquote bei den Roten Bullen Nagelsmann lenkt ab

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dpa
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Jürgen Klopp (l.) konnte die Partie entspannter verfolgen als RB-Trainer Julian Nagelsmann. © dpa

Budapest. Nach der Niederlage im ersten Teil des Duells mit Welttrainer Jürgen Klopp gab sich Julian Nagelsmann betont bissig. „Am Ende hat der Gewinner recht und sicherlich nicht ich“, sagte der Coach des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig trotzig in Richtung seines Kollegen vom FC Liverpool.

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Während Klopp nach dem 2:0 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League in Budapest schwärmte, seine Mannschaft habe „auf alles eine Antwort und die meiste Zeit die Kontrolle über das Spiel“ gehabt, war Nagelsmann anderer Meinung. „Wir haben uns Respekt beim Gegner erarbeitet. Wir waren ganz bestimmt nicht schlechter und schon gar nicht zwei Tore.“ Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte.

Natürlich halfen Leipzigs fürchterliche Abwehrfehler dem englischen Meister zu seinen Toren durch Mohamed Salah und Sadio Mané. Allerdings geriet die Klopp-Elf defensiv selten in Verlegenheit, weil RB seine wenigen Chancen verschwendete. „Am Ende müssen wir mit mehr Konsequenz die Chancen nutzen, daran müssen wir arbeiten. Wir hatten die nötige Anzahl an Chancen“, sagte Nagelsmann und betonte: „Unsere Ausgangsposition für das Rückspiel ist nicht leichter, aber auch nicht unmöglich.“

Die größte Frage ist derzeit allerdings, wo dieses Rückspiel überhaupt stattfindet. Aufgrund der Corona-Beschränkungen bat die Europäische Fußball-Union UEFA Liverpool bereits, einen alternativen Spielort zur Anfield Road zu suchen. „Es würde mich nicht wundern, wenn wir noch einmal nach Budapest kommen. Letztlich können wir es nicht beeinflussen. Im Moment weiß noch keiner, wo es stattfindet“, sagte Klopp.

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Beim zweiten Aufeinandertreffen am 10. März muss RB dann auf einem Fehlerniveau sein, das gegen null tendiert. Denn die Patzer gegen Liverpool waren nicht die ersten in der Königsklasse. „Es ist so, dass wir in der Champions League vermehrt solche Fehler machen“, erklärte Nagelsmann. „Gegen Paris haben wir praktisch zwei Eigentore geschossen, dazu die Gegentore gegen Lyon und Manchester.“ In Budapest habe Liverpool „zwei Alleingänge zu zwei Toren genutzt“.

„Wir sind ja nicht doof“

Klopp hat der Auftritt seines Teams nach zuvor drei Liga-Niederlagen nacheinander etwas beruhigt. Ein hartes Stück Arbeit erwartet der 53-Jährige im Rückspiel dennoch: „Wir wissen, dass das Ding nicht durch ist. Wir sind ja nicht doof. In drei Wochen kann die Welt schon ganz anders aussehen.“ Leipzig sei eine Top-Mannschaft, die einen immer vor Probleme stellen könne. Der frühere BVB-Trainer mag dabei auch an die eigene Vergangenheit gedacht haben. 2019 verlor Liverpool das Halbfinal-Hinspiel in Barcelona 0:3, siegte im zweiten Duell 4:0 und gewann die Champions League.Die Königsklasse ist in dieser Saison Klopps letzte Chance auf einen Titel. dpa