Argentinien als verdienter Weltmeister

Von 
Andi Nowey und Andi Nowey
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Der neue Fußball-Weltmeister Argentinien ist gekürt und elektrisiert noch immer ein komplettes südamerikanisches Land. Die Diskussionen und Aufschreie bezüglich der Menschenrechtssituationen und der Nachhaltigkeit der Stadionbauten im Ausrichterland Katar sind inzwischen ebenso verstummt wie in den elf Jahren nach der Vergabe des Turniers im Jahr 2010. Was bleibt, ist der Blick auf das sportliche Erbe.

Wir hatten vor dem Turnier vier Personen aus der lokalen Fußballszene befragt zu ihrer Meinung zu der Winter-WM und ihren geplanten Fernsehkonsum. Damals hatten sich alle sehr verhalten geäußert. Wir haben nun erneut nachgefragt und wollten wissen, ob der eine oder andere seinen teilweisen WM-Boykott durchgezogen hat.

Marco Rocca, Trainer Spvgg 06 Ketsch: Immer wenn ich zu Hause war, habe ich mir die Spiele angeschaut. Es waren auch einige gute Partien dabei. Deutschland hat sich für meinen Geschmack mehr um politische Dinge gekümmert und das Wesentliche aus den Augen verloren. Der Fußball stand hier nicht im Fokus, mit Sicherheit auch dank der gesteuerten Medien. Argentinien hat bis auf das erste Spiel absolute Leidenschaft und konstant gute Leistungen auf den Platz gebracht. Daher war das für mich auch ein verdienter Sieg mit einem überragenden Finale. Nur schade, Dass die Franzosen in den ersten 60 Minuten zu verhalten gespielt haben.

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Steffen Schäfer, Trainer FV 1918 Brühl III: Das Turnier habe ich nicht sonderlich angeschaut. Ich habe nur vereinzelt Spiele gesehen. Dass die Deutschen so dermaßen abgestürzt sind, damit habe ich nicht gerechnet. Aber nach der Leistung sind sie verdient frühzeitig nach Hause gefahren. Wenn man rein das Finale sieht, war Argentinien klar besser. Vorher war Frankreich gut drauf. Aber das ist nach dem Finale egal – Argentinien hat gewonnen und ist damit ein würdiger Weltmeister.

Dominik Leiß, sportlicher Leiter FV 08 Hockenheim: Ich habe zumindest die Ergebnisse sehr intensiv verfolgt. Das lag aber auch daran, dass ich an einem Tippspiel teilgenommen habe und dadurch zumindest immer wusste, was bei der WM so passiert. Ich habe auch ein paar Spiele, die mich interessiert haben, aktiv eingeschaltet. Das Abschneiden der deutschen Mannschaft hat mich ehrlich gesagt nicht sehr verwundert. Es war enttäuschend, aber irgendwie vorauszusehen, da sich zu sehr um andere Dinge gekümmert wurde anstatt um Fußball. Argentinien hat sich das zum Ende hin verdient, obwohl ich eher für einen Underdog gewesen wäre.

Marius Schleich, Defensivspieler SC 08 Reilingen: Ich habe die WM ab dem Achtelfinale verfolgt. Dies hatte ich vor dem Turnier nicht so gedacht. Für mich haben die Deutschen das Turnier am ersten Spieltag verspielt. Die zwei folgenden Spiele waren für mich nicht so schlecht, wie sie oftmals dargestellt werden. Argentinien ist für mich absolut verdient Weltmeister geworden. Sie standen hinten sehr kompakt und haben nach vorne immer noch den besten Fußballer der Welt.

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Freier Autor Schwerpunkte: Mannheimer Kreisfußball, Kreisklassen A und B, Kreispokal, Waldhof-Legenden