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2. Fußball-Bundesliga - Sandhausens Linksverteidiger hat einen Riesenschritt gemacht / Für „Tor des Monats“ nominiert

Auf die Stimme des Trainers kann Okoroji zählen

Von 
fred
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Ganz ohne rosarote Vereinsbrille geht es offensichtlich nicht bei der Wahl zum „Tor des Monats“. Alois Schwartz ergriff für seinen Schützling Chima Okoroji Partei und stimmte für dessen direkt verwandelten Eckball im Spiel gegen Hannover 96 ab. „Klar habe ich das getan“, sagte der Trainer des Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen ohne zu Zögern vor dem Spiel am Freitagabend gegen den Aufstiegskandidaten FC Schalke 04 (Spielbeginn: 18.30 Uhr). „Das war ein sensationelles Tor. So etwas hat man noch nicht so oft gesehen. Ein Fallrückzieher-Tor oder so etwas, das gibt es häufiger. Aber wie Chima den Ball reingezaubert hat, war schon toll.“

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Okoroji ruht sich indes nicht auf dem Erreichten aus, sondern legt Woche für Woche mit guten Leistungen nach. In Sandhausen hat er seit seinem Wechsel im Sommer ohnehin einen Riesensprung gemacht. Diese Entwicklung unterstrich er auch zuletzt beim 4:2-Erfolg beim 1. FC Nürnberg, als der Linksverteidiger mit drei Eckstößen drei Treffer vorbereitete. Auch beim vierten Tor wurde ein Standard von Okoroji verlängert, ehe der Ball die Linie überquerte. Nach dem Spiel zeigte er sich bescheiden: „Wir trainieren unsere eigenen Eckbälle sehr oft. Die Bälle sind gut gekommen und ich muss meinen Mitspielern ein Lob aussprechen, sie haben das im Zentrum sehr gut gemacht.“

Start war nicht einfach

Chima Okoroji ist zum absoluten Leistungsträger avanciert.

Der Start in Sandhausen war jedoch nicht einfach, denn die Schwarz-Weißen hatten zunächst große Probleme. Davon wurden auch Okorojis Auftritte beeinflusst. „Er ist ein junger Spieler und die Mannschaft hatte sich noch nicht gefunden in der Anfangsphase der Saison“, sagte Schwartz, der das Team im September übernommen hatte. „Da ist er mitgeschwommen. Inzwischen ist die Mannschaft gefestigter und jetzt kann er sich auch an erfahreneren Spielern festhalten.“

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Der Sohn eines Nigerianers und einer Engländerin wuchs in München auf. Beim TSV Grünwald begann die Karriere. Dann folgte der Sprung zum großen FC Bayern. In der Jugend spielte er dort mit Niklas Dorsch vom FC Augsburg sowie Dominik Martinovic vom SV Waldhof Mannheim und trainiert wurde er vom gebürtigen Bad Dürkheimer Heiko Vogel. Doch in den aktiven Bereich schaffte der inzwischen 25-Jährige den Übergang nicht.

Er wechselte über den FC Augsburg zum SC Freiburg. Vom Breisgau aus folgten Leihstationen zum SSV Jahn Regensburg und zum SC Paderborn, ehe ihn im vergangenen Sommer die Reise an den Hardtwald führte. Nach Angaben des Fachportals „Transfermarkt.de“ sicherten sich die Sandhäuser Okorojis Dienste für 100 000 Euro.

Nachfolger von Contento

Er füllte nach dem Abgang von Diego Contento, der trotz des großen Namens die Erwartungen nie erfüllte, die Lücke, die zuvor Leart Paqarada hinterlassen hatte. 32 Pflichtspiele gehen in dieser Saison bislang auf sein Konto. Neben dem eigenen Treffer gegen Hannover bereitete er insgesamt fünf Tore vor und Schwartz ist sich sicher: „Seine Entwicklung ist noch nicht zu Ende.“

Gegen den FC Schalke möchte Okoroji für Furore sorgen. Die ruhenden Bälle werden einmal mehr eine Sache für den flinken Außenverteidiger sein und auf die wird es am Freitag ankommen, meinte Schwartz mit einem Grinsen im Gesicht: „Was wir uns für Schalke ausgedacht haben, verrate ich hier mal jetzt nicht. Aber natürlich wollen wir diesen Gegner knacken. Standards gehören zum Spiel und wir trainieren auch regelmäßig die Situationen bei ruhendem Ball. Manchmal klappt es gut, wie am Sonntag in Nürnberg, und natürlich wollen wir das in den kommenden Spielen weiter versuchen umzusetzen.“

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Ein Schritt fehlt dem SVS noch, um den Klassenerhalt zu schaffen. Okoroji ist und bleibt ein wichtiger Baustein. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2024. Jedoch wird es vermutlich schwierig sein, ihn zu halten, wenn er weiterhin so große Schritte auf der Entwicklungsleiter nimmt.

Stiefler bislang der Einzige

Mit einem möglichen „Tor des Monats“ würde er bundesweit für Schlagzeilen sorgen. Nach Manuel Stiefler, der sich 2018 diese Auszeichnung sicherte, wäre Okoroji erst der zweite Profi im SVS-Dress, dem dieses Kunststück gelingen würde. Die Stimme seines Trainers hat er schon einmal sicher. fred

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