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Tennis-Bundesliga - Grün-Weiss-Leistungsträger Dominik Koepfer über die Corona-Belastung und seine Olympia-Teilnahme

„Bin es seit einem Jahr gewöhnt, in Hotels eingesperrt zu sein“

Von 
Jörg Aberle
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Für Gerald Marzenell, Teamchef von Grün-Weiss Mannheim, ist Neuzugang Dominik Koepfer das Gesicht der Tennis-Bundesliga schlechthin. Er traut dem Linkshänder in den nächsten Jahren den Sprung unter die besten 20 Spieler der Welt zu. Beim Saisonauftakt zeigte das Kraftpaket Koepfer gleich, wie wertvoll er für Grün-Weiss sein kann und fuhr zwei überzeugende Siege im Einzel ein. Vor seiner Reise zum Turnier in Hamburg, bei dem er am Mittwoch im Achtelfinale mit 6:7 (2:7) und 3:6 gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas ausschied, sprach die deutsche Nummer drei über seinen seltenen Karriereweg, Ziele und seine emotionale Art auf dem Platz.

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Herr Koepfer, wie fällt Ihre Bilanz des Wimbledon-Turniers aus?

Dominik Koepfer hat bereits gezeigt, dass er für den Tennis-Bundesligisten Grün-Weiss Mannheim noch sehr wichtig werden kann. © Pix

Koepfer: Zuallererst hat es Spaß gemacht, nach langer Zeit wieder vor Zuschauern zu spielen. Gegen den Südkoreaner Kwon habe ich in der zweiten Runde mein erstes Fünf-Satz-Match meiner Karriere gewonnen und ich bin unter die besten 32 auf Rasen gekommen. Ich habe viel Selbstvertrauen mitgenommen.

Wie groß ist die Vorfreude auf Olympia unter den speziellen Bedingungen?

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Koepfer: Es wird auf jeden Fall eine andere Erfahrung als bei den früheren Olympischen Spielen. Ich kenne es jedoch nicht, daher habe ich auch keine wirklichen Erwartungen. Seit einem Jahr bin es gewöhnt, in Hotels eingesperrt zu sein, daher ist es keine große Umstellung.

Warum ist Ihr Lebensmittelpunkt Tampa/Florida?

Koepfer: Ich habe vier Jahre auf dem College in Tulane gespielt und dann meinen Trainer dort gefunden. Die Trainingsbedingungen und das Wetter sind um einiges besser als in Europa. Im Sommer, wenn die Turniere in Europa stattfinden, komme ich auch viel nach Deutschland und besuche meine Familie.

Ein Scout kam extra wegen Ihnen nach Villingen, um sie zu beobachten? Wie kam es dazu?

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Koepfer: Im College-Sport geht es um viel Geld bei den Stipendien, denn es ist sehr teuer, in den USA zu studieren. Deshalb reisen die Scouts viel herum und schauen, wie du wirklich spielst. Es ist ein anderes System als in Deutschland, es wird viel mehr Wert auf den Sport gelegt.

Wie war die Zeit auf dem College?

Koepfer: Die ersten zwei Jahre habe ich nicht so toll gespielt. Dadurch, dass man dort jedoch wirklich viel und professionell trainiert, bin ich schon besser geworden. Im dritten und vierten Jahr haben mir alle gesagt, dass ich es auf jeden Fall mal auf der Tour versuchen soll. Auch die ersten zwei Jahre als Profi waren nicht leicht. 2019 habe ich dann mein erstes Grand-Slam-Turnier in Wimbledon gespielt.

In Deutschland haben Sie trotz Ihrer 27 Jahre den Ruf als junger Spieler. Wie erklären Sie sich das?

Koepfer: Ich habe spät angefangen mit allem und spiele erst seit vier Jahren professionell Tennis. Das ist nicht der normale Weg, wie ihn die meisten gehen. Der Altersschnitt in den Top 100 liegt etwa bei 31 Jahren, damit gehöre ich schon noch zu den jüngeren Spielern. Acht Jahre kann ich auf jeden Fall noch spielen.

Bei den French Open sahen die Zuschauer auch den Hitzkopf Koepfer, der auf der Seite Federers den Ballabdruck überprüft und dafür mit einem Punktabzug bestraft wurde. Wie sehen Sie Ihre emotionalen Ausbrüche?

Koepfer: Vor ein paar Jahren stand ich mir mit meiner Emotionalität eher im Weg. Mittlerweile schaffe ich es besser, damit umzugehen. Ich komme mehr über den Kampf und bin nicht so sehr der elegante Spieler. Positive und negative Emotionen zu zeigen, gehört zum Sport und zu mir dazu. Natürlich gibt es auch Momente, auf die man nicht stolz ist.

Was für Ziele haben Sie noch?

Koepfer: Mein Ziel ist es, bei den Grand Slams gesetzt zu sein. Das heißt, unter die Top 35 zu kommen. Im Tennis will man immer weiter kommen und mehr. Dafür muss ich jedoch noch konstanter werden und auch etwas Glück haben.

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