Handball-Bundesliga Frauen - 22:34-Klatsche für Ketscherinnen im Kellerduell in Mainz / Nur Engelhardt erreicht Normalform Böse Überraschung: Bären gehen unter

Von 
Maximilian Wendl
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Rebecca Engelhardt – hier im Heimspiel gegen Buchholz Rosengarten – traf für die Bären achtmal in Mainz. © Michael Ruffler

Mit einer krachenden Bauchlandung sind die Handballerinnen der Kurpfalz-Bären wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Im wohl entscheidenden Spiel im Kampf um den Ligaverbleib zog das Team aus Ketsch am Sonntagabend überraschend deutlich mit 22:34 (11:19) beim bisherigen Bundesliga-Schlusslicht 1. FSV Mainz 05 den Kürzeren.

Bären: Moormann, Wiethoff; Feiniler (1), Haupt, Brand, ...

Bären: Moormann, Wiethoff; Feiniler (1), Haupt, Brand, Sommerrock (1), Marmodee (1), Fackel (2), Reuthal (4/2), Möllmann, Filmar, Bühl, Engelhardt (8), Eckhardt (5), Winnewisser, Herrmann.

Beste Spielerinnen: Adeberg, Dorsz – Engelhardt.

Schiedsrichter: Thomas Kern/Thorsten Kuschel. – Zuschauer: keine.

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Nach dem enttäuschenden Auftritt, in dem seine Mannschaft in allen Belangen unterlegen war und letztendlich auch an den eigenen Nerven scheiterte, sagte Bären-Coach Adrian Fuladdjusch: „Das Thema Klassenerhalt ist für uns durch. Es müsste schon ein Wunder passieren, um daran noch etwas zu ändern. Wir bräuchten bestimmt vier Siege in der Rückrunde.“ Vom Relegationsplatz, auf dem aktuell die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten stehen, trennen die Kurpfälzerinnen auch weiterhin sechs Punkte.

Dabei verlief die Partie bis zum 6:5 noch ausgeglichen, doch dann kamen die bis dato punktlosen Mainzerinnen ins Rollen. Nach 14 Minuten stand es bereits 11:6. Angeführt von der zehnfachen Torschützin Natalie Adeberg bauten die Gastgeberinnen diesen Vorsprung bis zur Pause weiter aus. Sie profitierten dabei auch davon, dass die Bären einmal mehr auf die siebte Feldspielerin in der Offensive setzten und dafür die Torfrau opferten. Darauf waren die Rheinhessinnen sehr gut vorbereitet. Das aggressive Zupacken hatte zur Folge, dass am Ende mehr als ein halbes Dutzend Würfe im verwaisten Ketscher Gehäuse landeten.

„Das war herausfordernd“, gab FSV-Coach Florian Bauer zu, der sich über ein „rundes Ding“ freute: „Wir wussten um die Bedeutung des Spiels, haben eine ganze Menge investiert und haben sie beim Sieben-gegen-Sechs-Spiel geknackt.“

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Nach der Pause war die Hoffnung auf eine Aufholjagd der Bären schnell dahin. Nach einem 4:0-Lauf war die erste Zehn-Tore-Führung nach 48 Minuten perfekt. „Wir sind nicht ins Spiel gekommen und haben die falschen Entscheidungen getroffen. Mainz hat es außerdem gut verstanden, Lösungen gegen unser Spiel zu finden“, lobte Fuladdjusch, der das Duell in der Gymnasium-Sporthalle Oberstadt im Vorfeld als Endspiel ausgerufen hatte.

Durch den ersten Saisonerfolg vor acht Tagen beim 25:23-Coup gegen Frisch Auf Göppingen hatten die Bären alle Trümpfe in der eigenen Hand, doch sowohl der Großteil der Feldspielerinnen als auch die beiden jungen und zuletzt formstarken Torhüterinnen Johanna Wiethoff und Leonie Moormann fanden keine Mittel. Laut Statistik kamen die Schlussfrauen auf gerade einmal 18 Prozent Fangquote. Lediglich Rebecca Engelhardt rief mit acht Treffern über weite Strecken der Begegnung Normalform ab.

Trainer nicht zu kritisch

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Fuladdjusch ging mit seiner Mannschaft aber dennoch nicht allzu hart ins Gericht: „Wir werden trotzdem weitermachen und nicht aufgeben. Wir können in jedes Spiel jetzt noch befreiter gehen und uns als gallisches Dorf wehren.“ Außerdem sicherte er seinen Mädels trotz der heftigen Klatsche einen Kick im Training am Dienstag zu. Er sagte weiter: „Sie wollten und haben alles versucht. Aber natürlich müssen wir analysieren, warum es nicht funktioniert hat.“

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Die Mission Wiedergutmachung dürfte angesichts des bevorstehenden Kalibers ein Ding der Unmöglichkeit werden. Weiter geht es am Samstag, 23. Januar, beim siebenmaligen deutschen Meister Thüringer HC.

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.