2. Fußball-Bundesliga - Sandhausen geht angeschlagen in das nordbadische Derby gegen Karlsruhe / Personelle Probleme im Mittelfeld Coach Michael Schiele spürt den Druck

Von 
Maximilian Wendl
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Auch im Hinspiel in Karlsruhe traf Philipp Hofmann (l.) für den KSC. Damals stand beim SV Sandhausen noch Martin Fraisl im Tor. Hier verhindert er gemeinsam mit Tim Kister einen weiteren Treffer des Stürmers. © dpa

Einen Angstgegner kann der SV Sandhausen in seiner prekären Lage in der 2. Fußball-Bundesliga eigentlich nicht gebrauchen. Doch mit dem nordbadischen Nachbarn Karlsruher SC kommt genau so ein Kaliber am Samstag an den Hardtwald (Spielbeginn: 13 Uhr). Dreimal hat der SVS zuletzt nicht gegen den KSC gewonnen.

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In allen drei Duellen blieben die Schwarz-Weißen ohne Torerfolg. Eine längere Negativserie hat das Team von Michael Schiele gegen keinen Club, der aktuell im Unterhaus um Punkte kämpft. „Das ist eine Topmannschaft“, weiß auch der Trainer. „Sie kommen mit einer breiten Brust zu uns, haben 2021 noch nicht verloren und spielen einen tollen Fußball. Wir müssen höllisch aufpassen, denn sie sind in allen Bereichen gefährlich.“

Wulle fällt lange aus

Gefahr birgt auch die Personalsituation. Für Ersatztorwart Rick Wulle, der sich im Training die Schulter auskugelte, könnte die Saison vorzeitig zu Ende sein. Er muss operiert werden. Durch die Verletzungen von Nikolas Nartey und Emanuel Taffertshofer wird es zudem im zentralen Mittelfeld eng und auch Offensivposten Julius Biada kann noch nicht wieder eingreifen. Darüber hinaus wurde Tim Kister von einer fiebrigen Erkältung ausgebremst. Immerhin: Kisters Innenverteidiger-Kollegen Gerrit Nauber und Aleksandr Zhirov stehen wieder zur Verfügung und sorgen somit zumindest im Defensivbereich für ein wenig Entspannung.

Im Abstiegskampf ist die Lage dagegen angespannt. Der Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz beträgt inzwischen vier Zähler. Schiele gibt zu: „Der Druck ist da, aber auch nach dem Spiel am Samstag stehen noch genügend Spiele bevor.“ Aufgrund der Auswärtsschwäche ist aber auch für den 42-Jährigen klar: „Wir müssen zu Hause die Punkte sammeln. Wenn man auswärts nie etwas holt, dann wird das auf Dauer nicht reichen.“

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Mindestens genauso auffällig wie die enttäuschende Ausbeute in der Fremde sind die Rückschläge nach dem Seitenwechsel. Wäre nach der ersten Halbzeit Schluss, stünde der SVS auf einem gesicherten Mittelfeldplatz. Nach der Pause bricht das Team aber regelmäßig ein. Würde man nur die zweite Halbzeit werten, dann würde Sandhausen nur auf Position 17 liegen. „Das ist kein Zufall, das ist ein Fakt“, weiß Schiele um die Probleme. „Aber es liegt nicht an den Fitnesswerten, sondern an den gegnerischen Mannschaften. Wir arbeiten daran und wollen uns in diesem Bereich optimieren, um schnellstmöglich auf einer besseren Platzierung zu stehen.“

Hofmann im Kollektiv stoppen

Einer, der zumindest am Samstag etwas dagegen haben wird, ist Philipp Hofmann. Der Torjäger des KSC darf Sandhausen als Lieblingsgegner bezeichnen. Mit fünf Treffern war der 27-Jährige gegen keinen anderen Club aus dem Unterhaus erfolgreicher. Eine Sonderbewachung sieht Schiele für Hofmann allerdings nicht vor. Er will ihn im Kollektiv in den Griff bekommen: „Meine Spieler wissen, was er kann und müssen sich gegenseitig helfen. Wir dürfen ihn nicht ins Spiel kommen lassen. Allerdings sollten wir uns nicht ausschließlich auf ihn konzentrieren, dafür sind die anderen Spieler zu stark.“

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Übrigens: Schiele musste mit dem SVS das Trainingsprogramm aufgrund der Witterungsverhältnisse angepasst. Die Einheiten fanden aufgrund des Neuschnees teilweise im Stadion statt. Dadurch konnten sich die Profis auch schon an die voraussichtlich vorherrschenden Bedingungen am Wochenende gewöhnen.

Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.