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Fußball

„Da kommt es auf das Momentum an“

Der Oftersheimer Kenneth Kronholm ist jetzt Spielerberater – und blickt aufs Pokalduell zwischen Waldhof und Kiel

Von 
Andi Nowey
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Kenneth Kronholm – hier nach einer Begegnung in Darmstadt spielte schon für Kiel und den SV Waldhof.

Oftersheim. Kenneth Kronholm hat die Seiten gewechselt. 15 Vereine stehen in der langen Vita des US-Amerikaners, der in der Jugend bei der SG Oftersheim und beim SV Waldhof Mannheim das Tor hütete, und die sich wie eine Deutschland-Reise liest. Von Kiel bis Regensburg, von Trier bis Jena konnte der heute 36-Jährige die Rasenplätze der Nation kennenlernen.

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Nun aber, eine lange Leidenszeit mit zwei Kreuzbandrissen und einem Knorpelschaden später, jagt er nicht mehr den Bällen, sondern den Talenten hinterher. Kenneth Kronholm hat im Dezember vergangenen Jahres die Torwart-Handschuhe an die Wand genagelt und ist ins Spielerberater-Geschäft gewechselt. „Ich bin nach meiner Verletzung einfach nicht mehr wiedergekommen. Da war nix mehr drin. Jetzt habe ich meine eigene GmbH gegründet und bediene eine Nische“, sagt er.

Sanfter Übergang

Die Transfer-Beziehungen zwischen Deutschland und der US-amerikanischen Major League Soccer haben nicht viele Berater im Programm, erklärt er. Da will er hineinschlüpfen und sich seine Beziehungen, die er in seiner aktiven Zeit in der MLS aufgebaut hat, zunutze machen. „Chicago Fire hatte mir das Angebot gemacht, als Torwart-Trainer und Scout reinzuschnuppern. Dafür bin ich sehr dankbar“, berichtet Kronholm von seinem sanften Übergang in den neuen Abschnitt.

Mit dem aktiven Fußball hat er abgeschlossen. Nicht im Groll über seinen Körper, der im Herbst seiner Profi-Beanspruchung dem Leistungsniveau nicht mehr gewachsen war. Nicht im Groll über vergebene Chancen oder Weggabelungen, an denen er falsch abgebogen zu sein schien. Den letzten Transfer seiner Laufbahn hat er vollzogen – vom Fußballer zum Berater. „Ich bin froh, dass mir die Verletzungen nicht mit 25 passiert sind, denn es war eine harte Zeit und ich hatte damit zu kämpfen. Jetzt konnte ich relativ schnell switchen und war für eine neue Aufgabe bereit“, schildert Kronholm seinen Einstieg ins Beratergeschäft. Auch das Nomadenleben hat ein Ende. Mit seiner Frau, die er einst in Kiel kennengelernt hat, ist er in der Ostsee-Stadt heimisch geworden.

Vor dem anstehenden DFB-Pokal-Spiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem KSV Holstein Kiel, zwei Herzensangelegenheiten in seiner Profikarriere, schlägt das Pendel seiner persönlichen Sympathie doch ein wenig mehr in Richtung der Norddeutschen. Hier ist er zum Kult-Torwart aufgestiegen, hier hat er Erfolge gefeiert und wurde auf Händen und Schultern getragen. „Es ist schwer. Waldhof ist der Verein, wo alles angefangen hat. In Kiel bin ich jetzt heimisch“, ist Kronholm hin- und hergerissen.

Gutes Gefühl

Beide Vereine verfolgt er intensiv, die KSV Holstein sieht er im Pokalduell zwischen Zweit- und Drittligist leicht im Vorteil. „Kiel war bei der Zusammenstellung des Kaders sehr früh fertig. Als Außenstehendem würde mir das ein richtig gutes Gefühl geben“, sagt Kronholm, doch den SVW schreibt er dadurch trotzdem nicht ab. „Die 3. Liga ist einfach eine starke Liga und ich denke, an so einem Tag kommt es auf das Momentum an.“ Den weiten Weg von der Ostsee in die Kurpfalz wird er vermutlich nicht antreten. Die Daumen drücken wird er dennoch. Wem? Das ist egal. Er geht auf jeden Fall als Sieger aus diesem Spiel.

Freier Autor Schwerpunkte: Mannheimer Kreisfußball, Kreisklassen A und B, Kreispokal, Waldhof-Legenden

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