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2. Handball-Bundesliga - Ketscher Kurpfalz-Bären siegen zum Auftakt 33:25 gegen Herrenberg / Elena Fabritz emotional verabschiedet

„Das hat richtig Bock gemacht“

Von 
Maximilian Wendl
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Es war von allen Emotionen etwas dabei: Glücksgefühle, Tränen und am Ende ein souveräner Auftaktsieg der Kurpfalz-Bären in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen. Ketsch gewann am Samstagabend vor 180 Zuschauern in der Neurotthalle mit 33:25 (15:13) gegen die SG H2Ku Herrenberg. Begünstigt wurde der Erfolg aber auch von einer zumindest diskutablen Roten Karte gegen Tanja Padutsch und einer wohl schweren Verletzung von Gäste-Spielmacherin Annika Blank. Von diesen Ausfällen erholte sich Herrenberg nach guten ersten Minuten nicht mehr.

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Doch auch ohne den personellen Engpass beim Gegner hatte Bären-Trainerin Franziska Steil eine Vorahnung: „Ich habe meiner Mannschaft gesagt, dass wir ab der 40. Minute mehr Körner haben werden. Was die Spielerinnen in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben, hat richtig Bock gemacht. Die Lösungen, die gefunden wurden, waren toll. So kann man starten.“

Gewohnt einsatzfreudig zeigt sich Rebecca Engelhardt gegen Herrenberg. Am Ende stehen sieben Treffer auf ihrem Konto. © Lenhardt

In der Gesamtbetrachtung mag das Fazit stimmen, doch die ersten Minuten gehörten nicht den Bären. Herrenberg startete effizient. Immer wieder nutzten die SG-Schützinnen die Lücken auf der rechten Angriffsseite. Steil reagierte und stellte von einer 5:1-Deckung auf eine 6:0-Variante um und wurde für diese taktische Flexibilität belohnt. Hilfreich war dabei aber auch, dass fortan nicht mehr der Ball an Latte oder Pfosten gesetzt wurde, sondern ins Netz.

Früher Schock für Gäste

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Der erste Schock traf die SG hart. Blank musste nach einem Zweikampf mit Verdacht auf eine ausgerenkte Schulter vom Feld und wenig später ins Krankenhaus. Nach nicht einmal einer Viertelstunde dann die nächste Hiobsbotschaft: Padutsch wurde wegen des Unterbindens eines Konters mit Rot vom Feld geschickt. „Die Bären haben verdient gewonnen“, stellte Gäste-Coach Mike Leibssle klar. Er schob aber direkt nach: „Ich mache mich jetzt wahrscheinlich ein bisschen unbeliebt, aber bei Ketsch standen null Zeitstrafen zu Buche und wir hatten schon früh diese Rote Karte. Mir fällt schon die eine oder andere Aktion ein, in der man anders hätte entscheiden können. Aber noch einmal: Ketsch hat verdient gewonnen, es lag nicht an der Schiedsrichterleistung.“

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Viel mehr waren es die unterschiedlichen Kräfteverhältnisse. Die Herrenbergerinnen versuchten es in der Schlussphase auch noch mit einer siebten Feldspielerin, doch die beeindruckend aufspielende Sophia Sommerrock durchschaute diesen Kniff direkt und verwandelte einen Wurf ins leere Tor (26:20/47.). „Das war spielerisch überragend, was sie abgeliefert hat“, lobte auch Steil, die außerdem die Leistung des Mittelblocks hervorhob.

Die Abgänge von Samira Brand und Saskia Fackel haben die Bären im ersten Spiel offenbar gut verkraftet und somit die Sehnsucht nach Siegen vorerst gestillt. Daran wollen sie sich gewöhnen, denn nach dem Ausflug in die Bundesliga standen lediglich drei Siege aus 38 Spielen zu Buche.

Emotional wurde es dann noch im Anschluss an die Pressekonferenz. Nach 18 Jahren wurde Elena Fabritz mit einem Blumenstrauß, warmen Worten und einer Dauerkarte auf Lebzeiten verabschiedet. Die Schambeinverletzung, die sich die Kreisläuferin im Vorjahr zugezogen hatte, verheilt nicht. „Ich muss vernünftig sein. Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, aber es macht im Moment einfach wenig Sinn. Ich hoffe, dass ich irgendwann noch einmal bei den Alten Damen spielen kann“, sagte sie mit Tränen in den Augen. Mit Elena Fabritz verlieren die Bären eine Identifikationsfigur und ein Energiebündel, das nicht so einfach zu ersetzen sein wird. Auf dem Feld rücken aber Spielerinnen nach, die in die Fußstapfen der deutschen Meisterin von 2013 treten können.

Bären: Wiethoff, Longo; Michels, Hinzmann (1), Feiniler (4), Haupt, Torras Parera, Sommerrock (4), Marmodee, Herrmann, Reuthal (7/4), Engelhardt (7), Möllmann (1), Eckhardt (9/3).

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Info: Weitere Bilder gibt’s unter wwww.schwetzinger-zeitung.de

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Redaktion Maximilian Wendl ist freier Mitarbeiter vor allem im Bereich Sport. Er betreut unter anderem den SV 1916 Sandhausen (Fußball), die Kurpfalz-Bären (Frauenhandball) und die HG Oftersheim/Schwetzingen (Männerhandball). Außerdem ist er Experte für Motorsport.

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