2. Ringen-Bundesliga

Derbysieg bringt Platz drei

RKG Reilingen/Hockenheim gewinnt nach spannendem Verlauf 15:13 in Viernheim

Von 
Henrik Feth
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In einem hochklassigen Duell behielt RKG-Leistungsträger Igor Chichioi (r.) gegen seinen moldawischen Landmann Liutcanov souverän die Oberhand. © Klefenz

Für die RKG Reilingen/Hockenheim ging es am zehnten Kampftag der 2. Ringen-Bundesliga zum Lokalderby nach Viernheim. Gegen den Stemm- und Ringclub (SRC) mussten die Athleten von Coach Wolfgang Laier nicht nur kurzfristig auf Altmeister Jan Fischer verzichten, sondern gegen einen aggressiven und teilweise destruktiv ringenden Gastgeber erneut eine Topleistung abliefern. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Kampf siegte die Ringkampfgemeinschaft mit 15:13 und zieht nun nicht nur am Lokalrivalen vorbei, sondern katapultiert sich auf den dritten Tabellenrang.

Bereits nach Bekanntwerden der Aufstellungen war klar, dass sich die Zuschauer auf einen engen und spannenden Kampf einstellen können. Der Start lief für die Gäste nach Maß: Greco-Spezialist Akabi Osiashvili zeigte sich im Vergleich zu Vorwoche gereift, ließ sich von nicht geahndeter Beinarbeit seines Gegners nicht aus der Ruhe bringen und siegte verdient mit 8:0. Im Schwergewicht wurden die RKG-Fans bitter enttäuscht: Der Rumäne Vasile-Vlad Caras verlor nach technischer Überlegenheit und lieferte konditionell, technisch und unmotiviert eine an Arbeitsverweigerung grenzende Leistung ab.

SRC Viernheim – RKG Reilingen/Hock. 13:15 57 G: Vaguinic – ...

SRC Viernheim – RKG Reilingen/Hock. 13:15

57 G: Vaguinic – Osiashvili 0:3 (0:8), 130 F: Ivanov - Caras 4:0 (Tü), 61F: Luitcanoc – Chichioi 0:3 (1:11), 98 G: J.scheuer – Hocker 4:0 (Tü), 66 G: M.hilkert – Laier 1:0 (1:1), 86 F: Schmidt – Morodion 0:1 (1:3) 71 F: Ott – Bicekuev 0:4 (As), 80 G: F.scheuer – Weiß 4:0 (Tü), 75 F: Böhm – Golmohammadi 0:3 (2:14), 75 G: P.hilkert – Zentgraf 0:1 (1:1). Hef

Igor Chichioi blieb indes weiter ungeschlagen: In einem hochklassigen Duell behielt er gegen seinen moldawischen Landmann Liutcanov souverän die Oberhand. Der für Fischer eingesprungene Patrick Hocker wurde von den Gäste-Anhängern dank seines Einsatzes gefeiert, blieb jedoch ohne Punkte. Vor der Pause gewannen die Hausherren einen der vermeintlichen Schlüsselkämpfe: SRC-Athlet Mirko Hilkert brachte Robin Laier mit seinem aggressiven Stil an die Grenze und gewann beim 1:1 umstritten dank der letzten Wertung.

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RKG-Topathlet Joshua Morodion hatte anschließend eine harte Nuss zu knacken: Sebastian Schmidt nutzte seine Körpergröße von fast zwei Metern taktisch geschickt aus, agierte destruktiv mit wenig Interesse an einem aktiven Punktgewinn. Vom Mattenrichter begünstigt ging diese Strategie weitestgehend auf: Morodion biss sich die Zähne daran aus, gewann aber trotzdem mit 3:1, was jedoch nur einen Mannschaftspunkt für die Gäste bedeutete.

Beifall für Fair Play

Dadurch sollte der folgende Kampf in der Klasse bis 71 Kilogramm Greco zum Zünglein an der Waage werden: RKG-Athlet Tamirlan Bicekuev war perfekt auf sein Duell eingestimmt und zeigte seine enorme ringerische Intelligenz. So führte er nach zwei Dritteln des Kampfes mit 6:2, bevor er sich als wahrer Sportsmann zeigt. Bei einem Wurf des Reilingers verletzte sich der Heimringer und Bicekuev unterbrach die Aktion sofort, ohne auf weitere Punkte zu gehen. Eine Fair-Play-Aktion, die trotz aller Konkurrenz zum Beifall von beiden Seiten führte. Der SRC-Athlet konnte nicht weitermachen und vier Mannschaftspunkte gingen zu den Gästen.

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RKG Reilingen/Hockenheim in der 2. Ringen-Bundesliga in Viernheim

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Damit war die Tendenz vor den letzten drei Kämpfen klar in Richtung Auswärtssieg umgeschwenkt. Zwar holten die Hausherren direkt folgend einen Überlegenheitssieg, doch das stark besetzte Weltergewicht der Reilinger sorgte für den Rest. Alex Zentgraf zeigte sich für sein junges Alter abgebrüht, musste einen ungeahndeten Kopfstoß seines extrem ruppig und grenzwertig ringenden Gegners einstecken, behielt jedoch beim 1:1 dank der letzten Wertung die Überhand. Damit stand es vor dem Abschlusskampf 13:12 für den Gastgeber und es lag an Alan Golmohammadi, den Sieg für die Ringkampfgemeinschaft nach Hause zu fahren. Problemlos und mit gewohnt schönen Aktionen siegte der Berliner mit 14:2 und vollendete damit den Derbysieg der RKG.

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