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2. Fußball-Bundesliga - SVS-Präsident stellt Videobeweis in Frage

Die Abteilung „Attacke“ gibt es auch am Hardtwald

Von 
mjw
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Beim FC Bayern München stand jahrelang Uli Hoeneß für die sogenannte „Abteilung Attacke“. Immer dann, wenn es der ehemalige Präsident für nötig erachtete, holte er zum Rundumschlag aus oder nahm Einzelpersonen aufs Korn. In Sandhausen ist Jürgen Machmeier für die verbalen Spitzen verantwortlich. Nach der 1:2 (0:0)-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg geriet das Gespann um Hauptschiedsrichter Florian Lechner unter Beschuss. Der Grund für den Wutanfall des SVS-Präsidenten war ein auch vom Videoschiedsrichter nicht geahndetes Handspiel unmittelbar vor dem zweiten Gegentor.

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„Der Kölner Keller hat gegen uns entschieden, und das nicht zum ersten Mal. Man muss sich fragen, was der Videobeweis für einen Sinn macht, wenn im Strafraum ein klares Handspiel stattfindet vor einem Tor und der Kölner Keller den Schiedsrichter noch nicht mal zum Bildschirm bittet. Da bleibt einem die Sprache weg“, polterte Machmeier. „Fakt ist, dass wir nicht zum ersten Mal benachteiligt wurden. So kann es mit dem Videobeweis, für den wir viel Geld bezahlen, nicht weitergehen.“

Kein Freund des Videobeweises: SVS-Präsident Jürgen Machmeier. © Fischer

Machmeier hatte richtig hingeschaut. Der Ball war Vorlagengeber Dennis Borkowski tatsächlich an die Hand gesprungen, allerdings aus kurzer Distanz und von dessen Oberschenkel. Die Regel besagt aber, dass das unabsichtliche Handspiel nur dann geahndet worden wäre, wenn Borkowski selbst getroffen hätte. Da er den Ball an Erik Shuranov weitergab und dieser einschoss, lag das Schiedsrichtergespann richtig mit seiner Entscheidung.

Auch Sandhausens Sportlicher Leiter Mikayil Kabaca war kaum zu bremsen. Nach dem Abpfiff nahm er sich den Unparteiischen zur Brust und später ins Kreuzfeuer: „Das, was in den letzten 20 Sekunden passiert ist, ist unglaublich. Die Hand geht aktiv zum Ball, bei einer direkten Torbeteiligung. Ich verstehe nicht, was noch passieren muss, damit so ein Treffer nicht zählt. Die Steine, die wir gerade in den Weg gelegt bekommen, auch mit der Ansetzung des Spiels in St. Pauli, da muss man sich schon fragen, was hier gerade passiert.“

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Am Mittwoch beim FC St. Pauli

Denn viel Zeit, um sich aufzuregen, bleibt nicht. Schon am Mittwoch ist der SVS in Hamburg gefordert. Um 18.30 Uhr trifft Coach Alois Schwartz mit seiner Mannschaft auf den Tabellenzweiten FC Sankt Pauli.

Die gute Nachricht ist, dass der SVS eine Menge richtig gemacht hat und das Top-Team aus dem Frankenland am Rande einer Niederlage hatte. Eine schlechte Nachricht gibt es allerdings auch: Die Schwarz-Weißen warten nach dem 14. Spieltag immer noch auf einen Heimsieg in dieser Saison. mjw

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