3. Fußball-Liga - SV Waldhof will bei Schlusslicht Unterhaching den wohl entscheidenden Erfolg für den Klassenerhalt einfahren

Ein Auswärtssieg gegen die Sorgen?

Von 
Alexander Müller
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Endlich einen Haken an das leidige Thema Abstiegskampf machen, mit einem Schlussspurt auf der Zielgeraden den Eindruck einer unbefriedigenden Saison ein wenig begradigen. Das Anforderungsprofil für Fußball-Drittligist SV Waldhof vor dem Auftritt am Mittwoch (19 Uhr) beim Tabellenletzten SpVgg Unterhaching ist klar umrissen.

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„Wir wollen in den letzten vier Spielen noch einmal alles investieren und zeigen, dass wir Ergebnisse erzwingen können“, sagte SVW-Trainer Patrick Glöckner (Bild) . Sechs Punkte beträgt der Vorsprung des Tabellen-14. aus Mannheim auf den ersten Abstiegsplatz. Ein Sieg beim abgeschlagenen Schlusslicht im Münchner Süden dürfte der entscheidende Befreiungsschlag sein, um auch in der kommenden Saison in der 3. Liga zu spielen.

© Michael Ruffler

Unterhaching hat die Hoffnung auf den Klassenerhalt nach drei Niederlagen in der englischen Woche praktisch zu den Akten gelegt, bleibt aber vielleicht gerade deshalb ein unangenehmer Gegner.

„Ich habe mir die letzten Spiele von Haching angeschaut. Die Ergebnisse haben auf jeden Fall nicht die Spielweise widergespiegelt. Das ist auf jeden Fall eine Mannschaft, die noch lebt und sehr gallig gewirkt hat“, warnte Glöckner – und erinnerte den desaströsen Auftritt des SVW im Hinspiel kurz vor Weihnachten, als es im Carl-Benz-Stadion eine schmerzhafte 1:4-Niederlage setzte. „Da haben wir noch etwas gutzumachen.“

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Die Gelegenheit, komplett sorgenfrei ins Finish zu gehen, ließen die Mannheimer in den vergangenen beiden Partien liegen. 0:5 in Saarbrücken, 0:2 gegen den TSV 1860. Deshalb ist jetzt wieder ordentlich Druck auf dem Kessel, den Sportchef Jochen Kientz Ende vergangener Woche an Mannschaft und Trainer weitergab. „Wir wissen, um was es in Haching geht. Es ist ein ganz wichtiges Spiel für uns. Wir haben genug Qualität und sind jetzt in der Pflicht“, meinte der Manager, der außerdem von einer „ein bisschen versauten Saison“ sprach.

Zufrieden klingt definitiv anders. Glöckner weiß, dass es auch für ihn persönlich darauf ankommen könnte, wie sich seine Mannschaft in den verbleibenden Begegnungen in Haching, gegen Halle, in Verl und gegen Uerdingen präsentiert. Klare Bekenntnisse, dass der Frankfurter (Vertrag bis 2022) auch in der kommenden Saison auf der SVW-Bank sitzt, waren zuletzt ausgeblieben.

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Christiansen wieder „topfit“

Angesprochen auf die Kientz-Äußerungen gestand Glöckner, dass die Saison „Höhen und Tiefen“ bereitgehalten habe. „Man muss auch immer sehen, welche Mittel wir zur Verfügung haben“, sagte er und verwies auf ständig wechselnde Aufstellungen durch Verletzungen. Kritik am Team kam ihm nicht über die Lippen. „Die Jungs ziehen super mit, ich bin total stolz auf die Truppe.“

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Man darf dennoch davon ausgehen, dass nach den zwei Niederlagen intern noch einmal die Sinne geschärft worden sind – unter allen Umständen soll vermieden werden, gegen Ende richtig in den Abstiegssog gezogen zu werden. „Die große Überschrift der Trainingswoche war Verantwortung. Verantwortung für sein eigenes Spiel, Verantwortung für die Gruppe, Verantwortung für den Verein“, erklärte Glöckner.

An den personellen Möglichkeiten sollte es zumindest nicht scheitern, in Haching den vorentscheidenden Schritt zum Klassenerhalt zu machen. Max Christiansen ist nach seinem Haarriss im Fuß laut seinem Trainer wieder „topfit und in einer sehr guten Verfassung“,

Mittelfeld-Abräumer Marco Schuster kehrt nach seiner Gelbsperre zurück. Auch Onur Ünlücifci und Marcel Hofrath sind wieder in den regulären Trainingsbetrieb eingestiegen. Rechtsverteidiger Jan-Hendrik Marx fehlt allerdings nach seiner Roten Karte gegen 1860, er hat, drei Spiele Sperre.

Am Mittwochabend geht es aber vielleicht ohnehin weniger um die Auf- als um die Einstellung. „Wir müssen höllisch aufpassen. Es wird sehr laufintensiv werden, mit vielen Zweikämpfen. Aber wir brauchen auch im Ballbesitz die nötige Leichtigkeit, um unsere Situationen zu Ende zu spielen“, forderte Glöckner. „In dem Moment, wo du nur ein Prozent nachlässt, weil es zum Tabellenletzten geht, bist du komplett falsch aufgestellt.“

Der designierte Absteiger aus Bayern soll erst gar nicht reanimiert, sondern von Beginn an mit allen Mitteln bekämpft werden. Damit der SV Waldhof Mannheim am Mittwochabend an das leidige Thema Abstiegskampf endlich einen Haken machen kann. Bild: PIX

SVW im Finale gegen Walldorf

Kampflos ins Verbandspokal-Finale: Fußball-Drittligist SV Waldhof spielt am Samstag, 29. Mai (Uhrzeit und Ort noch offen), gegen Regionalligist FC Astoria Walldorf das Ticket für den DFB-Pokal aus. Das hat der badische Fußballverband (BFV) am Montag bekannt gegeben.

Eigentlich hätten zunächst noch die Halbfinal-Partien ausgestanden. Der SVW wäre auf Verbandsligist 1. FC Mühlhausen getroffen, Walldorf auf Verbandsligist ATSV Mutschelbach. Doch durch den Lockdown ruht seit Monaten der Spiel- und Trainingsbetrieb unterhalb der Regionalliga. Deshalb wurden die Halbfinal-Partien in Absprache mit Mühlhausen und Mutschelbach abgesetzt und Titelverteidiger Waldhof sowie Walldorf am grünen Tisch ins Finale befördert. Die Verbandsligisten erhalten dem Vernehmen nach eine finanzielle Kompensation.

„Spezielle Zeiten erfordern spezielle Lösungen. Im Sinne des sportlichen Wettbewerbs wäre die Austragung der Halbfinalpartien natürlich in unserem Sinn gewesen, jedoch ist dies leider aufgrund der Pandemielage nicht möglich“, sagte SVW-Geschäftsführer Markus Kompp. „Wir sind glücklich, nun im Finale die Chance zu haben, das dritte Mal in Folge den DFB-Pokal zu erreichen und zum zweiten Mal hintereinander den Verbandspokal zu gewinnen.“ In den vergangenen beiden Spielzeiten trafen die Mannheimer im DFB-Pokal auf die Erstligisten Eintracht Frankfurt (3:5) und SC Freiburg (1:2). alex

Redaktion Fußball-Reporter: Nationalmannschaft, SV Waldhof, Eintracht Frankfurt, DFB