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Im Interview - Die Trainer der vier Fußball-Landesligisten aus unserem Verbreitungsgebiet blicken auf die Saison zurück

Ein lokaler Benzema darf’s noch sein

Von 
Lothar Fischer
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Die Fußball-Landesliga Saison ist zu Ende – Zeit für eine kleine Rückbetrachtung und Vorausschau für die kommende Spielzeit. Die Runde verlief bis zum Schluss spannend und speziell, was den Klassenerhalt anbetraf, hatte der FV Brühl seine Mühe den Ligaverbleib in trockene Tücher zu bekommen. Doch Ende gut, alles gut und somit sind alle vier Vereine aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung wie der SV 98 Schwetzingen, SG ASV/Eppelheim, Spvgg 06 Ketsch und FV Brühl weiter in der Landesliga am Ball. Im Interview blicken die Trainer züruck.

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Was war gut?

Frank Engelhardt (SG ASV/DJK Eppelheim): Wir haben unsere Zielsetzung für die Saison 2021/2022, einen Platz unter den ersten sechs Teams der Liga zu erreichen, wenn auch nur knapp erfüllt. Darüber hinaus haben wir vor allen Dingen in der Rückrunde sehr viele gute Spiele gezeigt und unsere Heimbilanz mit toll herausgespielten und sehr klaren Siegen aufpoliert.

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Von
Marc Stevermüer
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Marco Rocca (Spvgg 06 Ketsch): Wir sind als Mannschaft näher zusammengerückt und spielen einen ordentlichen Fußball. Mein Team hat immer eine fußballerische Lösung und es macht sehr viel Spaß, sie spielen zu sehen. Auch im taktischen Bereich haben wir uns sehr verbessert.

Seydou Sy (SV 98 Schwetzingen): Gut war, dass wir drei Wochen vor Beendigung der Saison den Klassenerhalt geschafft haben. Das war schon ein Kraftakt für unsere junge Mannschaft, den sie aber am Ende gut gemeistert hat.

Thorsten Barth (FV Brühl): Gut war, dass wir es quasi auf den letzten Drücker geschafft haben, die Relegation zu verhindern. Hätte die Mannschaft in der Rückrunde ähnlich gute Spiele wie bei der SG Kirchheim gezeigt, hätten wir die Saison deutlich besser abgeschlossen.

Was war weniger gut?

Engelhardt: Zum einen die beiden größeren Verletzungsmiseren inmitten der Vorrunde und der Rückrunde. Zum anderen, dass wir in den entscheidenden Spielen, wo wir den Kontakt zu Platz vier nochmals hätten herstellen können, nicht geliefert haben. Die einzige Heimniederlage in der Rückrunde gegen Ketsch und das schwache Auswärtsspiel bei der SG Kirchheim waren solche Momente, wo wir nicht da waren.

Rocca: Wir sind noch nicht konstant genug. Gerade wenn wir ein Spiel verlieren, dann meist mit zu vielen Gegentoren. Generell müssen wir es schaffen, defensiv konstant gut zu stehen. Auch dass wir am letzten Spieltag unser Saisonziel verspielt haben, war nicht gut.

Sy: „Wir hätten anhand unserer gezeigten Leistungen mehr Punkte und eine bessere Platzierung verdient gehabt. Doch wir haben einige Spiele hergeschenkt, die wir eigentlich hätten gewinnen müssen.

Barth: Leider hatten wir den Rücktritt von Volker Zimmermann zu akzeptieren, auch dem war die Unzufriedenheit zuletzt deutlich anzumerken. So musste ich entgegen der Absprache schon viel früher das Traineramt übernehmen.

Wo muss für die neue Runde noch nachjustiert werden?

Engelhardt: Ganz klar daran, dass wir in den entscheidenden Momenten der Saison noch präsenter sind und insgesamt noch unbequemer für unsere Gegner werden.

Rocca: Wie bereits erwähnt benötigen wir mehr Zuverlässigkeit im Defensivverhalten. Gerade im Spiel mit Ball dürfen wir nicht leichtsinnig werden und müssen die Räume für mögliche Konter frühzeitig schließen.

Sy: Im Abwehrverhalten haben wir noch Defizite aufzuweisen. Ich gebe aber zu bedenken, dass ich die Mannschaft bereits mit 40 Gegentoren übernommen habe. Aber ich muss auch feststellen, dass wir wesentlich kompakter geworden sind. Dennoch haben wir in dem Bereich noch Nachholbedarf.

Barth: Wir haben intern entschieden, den Kader für die neue Runde komplett neu aufzustellen. Ich glaube, das ist und auch gelungen.

Steht der Kader für die kommende Saison?

Engelhardt: Ja, unsere Planungen waren Ende Mai abgeschlossen.

Rocca: Der Kader steht zu 99 Prozent. Da wir mit der Entwicklung sehr zufrieden sind, glauben wir an die Qualität, die da ist. Wir haben noch zwei offene Positionen, die wir besetzen möchten, aber nicht zwingend müssen.

Sy: Der Kader steht zu 95 Prozent, fünf Abgänge stehen fünf Neuzugängen gegenüber, darunter zwei Spieler aus der eigenen Jugend.

Barth: Ja, der Kader steht eigentlich schon seit Monaten in großen Teilen. Nachjustiert hatten wir dann zuletzt in Bezug auf die Torwartfrage.

In welchen Mannschaftsteilen sehen Sie noch Nachholbedarf ?

Engelhardt: Den sehe ich grundsätzlich nicht, da die Mannschaft in der Rückrunde in Gänze gut funktioniert hat. Allerdings haben wir den Fokus bei den Neuzugängen darauf ausgelegt, dass unseren etablierten Jungs frischer Wind entgegenbläst und der Konkurrenzkampf erneut angeheizt werden kann.

Rocca: Im besten Fall kommen noch ein Stürmer und rechter Verteidiger dazu. Hier sind wir gut aber noch nicht optimal besetzt.

Sy: Wir müssen noch mehr als Mannschaft zusammenwachsen. Das ist uns auch, seit ich die Mannschaft übernommen habe, in Teilen gelungen. Ich bin aber mit dem jetzigen Kader recht zufrieden, aus den Spielern lässt sich sicherlich eine schlagkräftige Truppe aufbauen.

Barth: Da der Kader mit 17 neuen Spielern aufgestellt wurde, plus diejenigen vom letzten Jahr, haben wir in allen Teilen Mannschaftsteilen nachgebessert. Mit dem Umzug in den Sportpark-Süd wollen wir uns doch deutlich anders präsentieren als zuletzt.

Haben Sie noch einen Wunschspieler auf dem Zettel?

Engelhardt: Nein, wir sind mit dem Kader, so wie er jetzt ist, zufrieden.

Rocca: Ja, den haben wir! Dieser Spieler ist mit seinem alten Verein noch in der Relegation unterwegs, deshalb kann ich ihn noch nicht namentlich nennen. Wir halten uns an die Vereinbarungen mit dem Spieler.

Sy: Wir sehen uns auf dem Markt weiter um, welcher Spieler für uns noch in Frage kommen könnte.

Barth: Lewandowski und Benzema – beide sind aber leider nicht zu bekommen. Spaß, beiseite, wir haben jetzt einen sehr guten Kader zusammen. Bilder: Fischer

Freier Autor Lothar Fischer ist ein Kenner in Sachen Fußball in der Region.

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