Handball-Bundesliga Frauen - Nebenkriegsschauplätze vor Spiel gegen Neckarsulm vorerst beigelegt Ein wackeliger Burgfrieden bei den Bären

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mjw
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Für Trainer und Geschäftsführer Adrian Fuladdjusch waren es unruhige Tage. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Nichtvertragsverlängerung mit Samira Brand (kleines Foto). © Lenhardt

Vorerst scheint bei den Kurpfalz-Bären wieder Burgfrieden zu herrschen. Nach den unruhigen Tagen, die durch die zurückgezogenen Vertragsangebote an Samira Brand und Saskia Fackel hervorgerufen wurden (wir berichteten), erklärte Adrian Fuladdjusch, Trainer und Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten, am Donnerstag: „Wir haben das Thema noch einmal intern besprochen und Samira Brand hat ihren Standpunkt noch einmal klargestellt. Das Thema ist für den Verein damit aus der Welt.“

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Das bedeutet gleichzeitig auch, dass die Rückraumakteurin am Samstag im Heimspiel gegen die Neckarsulmer Sport-Union wieder zum Kader gehören wird (Spielbeginn: 18 Uhr). Zeitweise schien das fraglich. Fuladdjusch hatte sich bei der jüngsten 23:25-Niederlage gegen die HSG Blomberg-Lippe dazu entschieden, Brand über die gesamte Spielzeit hinweg auf der Bank sitzen zu lassen. Hoffnungen auf einen Einsatz in der Startformation muss sich die 25-Jährige aber nicht machen, das ließ der Coach ebenfalls durchblicken: „Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, dann wird es keine Veränderungen in der Anfangssieben geben.“

Im Kader gibt es hingegen schon Neuerungen. Kreisläuferin Anna Filmar trainiert zwar weiter bei der ersten Mannschaft mit, steht aber kurz davor, die Acht-Spiele-Marke zu erreichen. Da das Nachwuchstalent aber noch keinen Bundesligapass besitzt, ist Fuladdjusch zu Umbaumaßnahmen gezwungen. Somit rückt Sara Goudarzi nach.

Fuladdjusch will Ruhe ausstrahlen

Insgesamt ist der 33-Jährige darum bemüht, Ruhe auszustrahlen. Die Diskussionen im Umfeld des Clubs haben auch ihn nicht kaltgelassen. Er gibt zu: „Auch für mich ist das neu, so im Fokus zu stehen. Aber man kann sich nicht nur die Rosinen herauspicken, sondern muss auch dann präsent sein, wenn es mal nicht gut läuft.“ Deswegen bereut er es auch nicht, seine Social-Media-Konten wieder aktiviert zu haben.

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Der Fokus galt aber nicht den Fan-Debatten, sondern der Vorbereitung auf die NSU. Im Videostudium hob Fuladdjusch den aufopferungsvollen Kampf seiner Mannschaft in der Defensive hervor sowie das effektive Umschaltspiel. Zwei Faktoren, auf die es auch am Samstag ankommen wird. Auch der Übungsleiter weiß: „Wir sind keine Mannschaft, die regelmäßig 30 Tore wirft. Das kann mal passieren, aber wir sollten immer darum bemüht sein, den Gegner bei 20 bis 25 Toren zu halten.“

Gegen die Unterländer wird das nicht einfach. Sie kommen mit der Empfehlung von drei Siegen nacheinander in die Neurotthalle. Nur gegen die Topclubs TuS Metzingen (22:24) und Borussia Dortmund (29:31) gab es knappe Niederlagen. „Wir hatten schon im Hinspiel (Anm. d. Red.: 34:24) das Vergnügen und hatten damals große Probleme. Neckarsulm verfügt über einen wuchtigen Rückraum und auch die Kreisläuferin kann unangenehm werden, wenn man ihr die Freiheiten gibt. Wir müssen in der Abwehr die Grundlage schaffen“, ist Fuladdjusch darauf aus, die NSU so lange wie möglich zu ärgern.

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Ob er als Mediator die richtigen Schlüsse aus den vergangenen Tagen gezogen hat, wird ebenfalls spannend zu betrachten sein. Vieles hängt dabei mit der Personalie Samira Brand zusammen. Aus Sicht des Trainers ist es nachvollziehbar, dass er die Spielerinnen aufbietet, auf die er auch in der Zukunft setzt. Allerdings mehren sich nach dem medialen Schlagabtausch, den sich Spielerin und Trainer geliefert haben, auch vereinsintern die kritischen Stimmen. Es bleibt abzuwarten, ob der kürzlich geschlossene Burgfrieden von Dauer sein wird. mjw